Bildrechte im Internet: Der teuerste Eistee aller Zeiten

Teurer Internet-Eistee
Bilder aus dem Internet können teuer werden

Ein Foren-Betreiber muss voraussichtlich dafür zahlen, dass ihm ein User ein Eistee-Bild mit fremden Rechte ins Forum gestellt hat

Ein Betreiber eines Fußballforums wird demnächst vermutlich einige Tausend Euro ärmer sein, weil auf seiner Seite ein Bild zu sehen war, dessen Rechte er nicht besaß. Clou an der Sache: Nicht er, sondern ein Foren-User hatte das Bild auf die Seite gestellt, wie die Hamburger Morgenpost berichtet. Dabei handelte es sich nicht etwa um ein Bild von Kahn & Co, sondern offenbar um das eines simplen Eistees. Und dieses Bild stammte von Folkert Knieper, der mit seiner Frau Marion eine kommerzielle Web-Kochseite betreibt.

Doch die Popularität ihrer Bilder freut das Paar offenbar ganz und gar nicht. Stattdessen haben in jüngster Zeit offenbar zahlreiche Internet-User Abmahnungen von den Anwälten der Kieperts erhalten. Das kostet die Kniepers nichts, weil Anwälte einen Teil des Abmahn-Betrags für sich beanspruchen. In den vergangenen Jahren konzentrieren sich immer mehr Anwälte auf dieses Geschäft, weil die Gesetzeslage das einerseits zulässt und andererseits sich nur wenige User trauen, sich gerichtlich zu wehren.

Anders Jürgen Bechstein, der Betreiber des Fußball-Forums. Der Wiesbadener wollte die Abmahnung über 700 Euro nicht zahlen, und wird deshalb von den Kniepers in Hamburg verklagt. Er hatte das Bild nach eigenen Angaben sofort entfernt und rechnete sich deswegen gute Chancen aus. Doch der Richter ließ bei der gestrigen Gerichtverhandlung laut Morgenpost bereits durchblicken, dass Bechstein voraussichtlich doch zahlen muss – und die Gerichtskosten gleich auch noch dazu, zusammen bis zu 3000 Euro.

Und das auch zu Recht, wie die Klägerseite findet. "Herrn Knieper entsteht ein wirtschaftlicher Schaden, wenn seine Bilder unerlaubterweise von anderen verwendet werden", so Sebastian Trabhardt von der Hamburger Anwaltskanzlei Rotermund zu MensHealth.de. "Mit seiner Internetseite verdient Herr Knieper Geld. Und wenn andere seine Eistee-Bilder verwenden, lenkt das beispielsweise Ergebnistreffer bei Google von seiner Seite ab." Die Gesetzeslage zum Schutz von geistigem Eigentum spreche ganz klar für die Kniepers. "Wir haben es außerdem schon mit vielen E-Mails versucht. Aber es hat nichts genützt", so Trabhardt.

Bechstein hat unterdessen ein Extra-Forum eingerichtet, auf dem User die Auseinandersetzung diskutieren können, und ein Spenden-Konto für die Gerichtskosten und eine etwaige Berufung. Am 14. September fällt voraussichtlich das Urteil.

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