Fußball-Profi: Der Wochenendarbeiter

Quality Time
"Zeit mit den Kindern zu verbringen ist die beste Regeneration nach einer harten Trainingseinheit."

Der Vater: Dennis Diekmeier (25) aus Hamburg Seine Herausforderung: Der dienstälteste Fußballprofi des HSV hat am Wochenende oft Auswärtsspiele. Problem: Wenn er kickt, kann er nicht mit Delani (4) und Dion (1) spielen.

Auswärtsspiele, Trainingslager, Presse­termine — im Leben eines Fußballprofis gibt’s viele Dinge, die den Alltag gehörig durcheinanderwirbeln können — auch den der Familie. „Normalerweise bekommen wir am Sonntag den Zeitplan für die folgende Woche“, erklärt HSV-Verteidiger Dennis Diekmeier. Kurzfristig ändert sich da dann nichts mehr, sodass er sonntagabends mit seiner Frau Dana die kommende Woche planen kann. „Wir beide sind ziemlich gut eingespielt, was unsere Abläufe angeht.“ Zum Training muss der Profi entweder um 10 oder 15 Uhr, einmal in der Woche gibt es zwei Trainingseinheiten an einem Tag. In der Regel wird um 10 Uhr trainiert. Auf dem Weg zum Trainingsgelände bringt er seine 4-jährige Tochter morgens gegen 7.45 Uhr zur Kita und holt sie mittags nach dem Training wieder ab. „Zum Abschied wünscht sie mir häufig viel Glück. Sie sieht halt noch keinen Unterschied zwischen Training und Spiel.“ Seine Frau Dana passt derweil auf den Kleinsten auf. Nachmittags bleibt genug Zeit für Besuche auf dem Spielplatz, im Schwimmbad oder bei den Großeltern. „Meine Kinder sind mir schon sehr ähnlich, wollen immer was machen, immer aktiv sein. Darum ist auch immer was los, sobald der Papa zu Hause ist. Darauf freuen sie sich total.“

Was den Profi von vielen anderen Vätern unterscheidet: Er muss nicht nur unter der Woche ran, sondern auch am Wochenende. Und wenn Papa am Wochenende kickt, dürfen die Kids zugucken. „Bei Heimspielen sind sie im Stadion.“ In einer Heimspielwoche hat Dennis also recht viel Zeit für seine Kinder. Anders sieht es bei Auswärtsspielen aus, die in der Bundesligasaison meist jedes zweite Wochenende anstehen: „Dann reisen wir einen Tag vorher an und verbringen die Nacht im Hotel.“ Während der Saisonvorbereitung und in der Winterpause stehen außerdem noch Trainings­lager an, häufig im Ausland. Um dennoch bei seinen Kindern zu sein, nutzt Dennis die Videotelefonie-App „Face Time“. „Delani fängt manchmal an zu weinen, wenn sie mich nur auf einem Display sieht, obwohl sie doch bei mir sein möchte“, so Dennis. „Ich sage ihr dann, dass ich ja bald wieder da bin, sie sich darauf freuen soll und wir was Feines unternehmen.“ Oft kann er seine Kinder so beruhigen — und ins Bett bringen, obwohl er nicht zu Hause ist. „Vor dem Schlafengehen wünsche ich allen eine gute Nacht. Dann ist es so, als wäre ich gar nicht weg.“

Dennis vermisst seine Kinder mindestens genauso sehr wie sie ihn. „Zeit mit meiner Familie zu verbringen ist die beste Regeneration nach einer harten Einheit oder während einer schweren Phase. Da kann ich einfach komplett abschalten.“

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