Streckenempfehlung: Deutschlands beste Auto-Routen

Deutschlands schönste Strecken – für Auge und Gaspedal
Die Ausblickstrecke: Von Reutte nach Prien

Schöner, schneller, kurvenreicher – in unseren fünf Empfehlungen für Ihre nächste Fahrt ins Blaue bleiben keine Wünsche offen

Die Ausblickroute – Von Reutte nach Prien, Länge: 300 km, Dauer: 1 Wochenende, Fahrweise: Cruisen, bestes Reiseauto: gemütliches Cabrio

Für das Auto–Wanderwochenende über Deutschlands ultimative Ausblickstrecke braucht man zwar unbedingt ein Cabrio, ein getunter Sportwagen mit 280 PS wäre aber ein Fehler. Denn eine Autowanderung gelingt nur, wenn man nicht rasen kann. Komfortabel sollte der offene Wanderwagen sein, damit der Beifahrerin während der Fahrt über die vielen Pässe nicht schlecht wird. Und wenn plötzlich ein Gewitter aufzieht, muss man das Verdeck schnell schließen können. Hei­me­lig soll der Regen dann auf das Stoffverdeck plätschern. Auf Bergwegen heißt es umsichtig fahren. Ruhiges Tempo und mäßige Tagesetappen sind angesagt. Die Freude am Fahren kommt erst mit dem Verzicht auf Leistung. Denn nur dann, wenn ein Pass eine ­Herausforderung ist, stellt sich am Gipfel das erhabene Gefühl ein, ihn bezwungen zu haben.

Oben angekommen, sollte man aussteigen, dem Auto eine Pause und sich die Aussicht gönnen. Dazu bietet die Strecke von Reutte nach Prien jede Menge Gelegenheiten. Sie führt zu Teilen über die Deutsche Alpenstraße, nimmt aber auch steile Nebenwege wie den Aufstieg zum Rißer Hochkopf. Für die Tour sollte man viele Pausen einplanen. Alle paar Kilometer kommt man autowandernd an einem See vorbei: Plansee, Eibsee, Walchensee, Kochelsee, Sil­vensteinsee, Tegernsee und Chiemsee.

Auch wenn die Gesamtstrecke nicht lang ist, braucht man zwei Tage, wenn man nicht das Gefühl bekommen möchte zu hetzen. An einem Wochenende reicht die Zeit auch für die zwei Abstecher: zum einen nach Kochel am See, wo ein guter Endpunkt für die erste Tagesetappe ­erreicht ist, und zum anderen am nächs­ten Morgen durch das Risstal auf die Engalm in Österreich. Einer der Höhepunkte auf der Fahrt ist die Überquerung des Sylvensteinsees. Kurvig, steil und aussichtsreich führt der Weg über Gmund und Nußdorf nach Prien. So sehr man die geruhsame Gangart über das Wochenende auch geschätzt hat, auf der Rückfahrt vom Chiemsee über die Autobahn wären 280 PS dann doch kein Fehler.

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