Energiebilanz beim Abnehmen: Dicke sind zu gut isoliert

Schlank bleibt schlank – jedenfalls sollen es dünne Menschen einfacher haben
Ein Geheimnis schlanker Menschen: Sie verbrennen offenbar mehr Energie bei der Temperaturregelung

Übergewichtige verbrennen durch ihre relativ kleine Körperoberfläche weniger Kalorien

Im Kampf gegen die Fettmassen haben dicke Menschen offenbar einen entscheidenden Nachteil: ihr geringes Verhältnis von Körperoberfläche zu -volumen. Exemplarisch gesagt: Die selbe Oberfläche Haut, die bei Dünnen vielleicht 70 Kilo umspannt, kann bei Dicken zum Beispiel 120 Kilo einhüllen. Wie viele Kalorien ein Mensch verbrennt, hängt laut einer Studie aber nicht nur davon ab, wie viel er isst oder Sport treibt, sondern auch davon, wie viel Wärme er über seinen Körper verliert. Je mehr Wärme er abstrahlt, um so mehr Energie benötigt er, um seine Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Immerhin dienen 70 Prozent der Energie, die wir über Nahrung aufnehmen, der Wärmeregulation.

Laut der Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen verlieren Dicke viel weniger Energie, weil das Verhältnis von Körperoberfläche zu -volumen bei ihnen bis zu 50 Prozent kleiner ist als bei schlanken. Dementsprechend weniger Wärme geben Dicke daher an ihre Umgebung ab und umso weniger Kalorien verbrennen sie, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten.

Die Wissenschaftler hatten von rund 200 Menschen 3D-Körper-Scans angefertigt. Auf diese Weise konnte sie deren Körperoberfläche genau bestimmen. Studienleiter Elmar Schlich sieht in dem neuen Mess-Verfahren eine Alternative zum seiner Meinung nach ungenauen Body Mass Index (BMI). Für Schlich ist vielmehr ein neu definierter Area Mass Index (AMI) aussagekräftig, der die Körperoberfläche mit einbeziehe.

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