Kleidung: Die 10 wichtigsten Fragen beim Schuhkauf

Zum Trailrunning benötigen Sie das richtige Schuhwerk
Das richtige Schuhwerk ist beim Trailrunning entscheidend

Tempo, Distanz und Laufuntergrund sind die zentralen Kriterien bei der Schuhwahl

Tipp 1
Wie viele Schuhe?
Wenn Sie nur ein- oder zweimal in der Woche joggen, dann reicht ein Paar. Aber sobald Sie zum richtigen Läufer geworden sind und öfter laufen, sollten Sie mehrere Laufschuhe besitzen. Dazu empfiehlt Jörg Bunert von Laufsport Bunert in Duisburg: "Läufer, die drei- bis viermal wöchentlich laufen, sollten mindestens zwei, besser drei Paar Laufschuhe besitzen, um bei jedem Trainingslauf die Schuhe zu wechseln." Das gilt natürlich auch, wenn Sie noch öfter laufen: Bei fünfmaligem Laufen in der Woche sollten Sie vier bis fünf Paar Laufschuhe abwechselnd benutzen. Durch das Wechseln der Schuhe nutzen sich diese nicht so schnell ab, es macht Spaß, verschiedene Schuhe zu laufen, und aus Sicht der Orthopädie beugt die Abwechslung Verletzungen vor. "Bänder und Gelenke werden unterschiedlich beansprucht", so Bunert.

Tipp 2
Männer- oder Frauenschuh?
Logisch, dass Männer- und Frauenfüße normalerweise verschieden groß sind. Aber der Fuß eines Mannes ist nicht nur eine proportionale Vergrößerung eines Frauenfußes, sondern beide unterscheiden sich auch ganz erheblich in der Form: Frauenfüße sind schlanker, Männerfüße voluminöser: Sie sind im Zehenbereich und an der Ferse breiter, im Spann höher, und auch das Fußgelenk sitzt höher. Deshalb sind gute Frauenlaufschuhe auf einem speziellen Damenleisten gefertigt und nicht nur verkleinerte Herrenmodelle!

Tipp 3
Was kosten Laufschuhe?
Jetzt wird’s ernst: die Frage nach dem Geld! Dazu sagt Stefan Feik (Runner’s Point, Dortmund): "Gute Laufschuhe gibt es ab zirka 85 Euro." Grundsätzlich gilt: Der Preis ist bei Laufschuhen immer relativ, denn ein hochwertiger Laufschuh hält länger und ist damit sein Geld allemal wert. Aber der teuerste Schuh muss keineswegs auch für jeden Läufer der beste Schuh sein.

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Beim Schuhkauf ist auch der Laufuntergrund wichtig

Laufberater: Der perfekte Trail-Schuh

Welche Rolle der Untergrund spielt und wie viel Stabilität Ihr Schuhwerk haben sollte

Tipp 4
Welche Rolle spielt der Laufuntergrund?
Wenn Sie fast ausschließlich auf der Straße laufen, dann sollten Sie das Ihrem Laufhändler sagen und es bei der Auswahl berücksichtigen. Ein reiner Straßenlaufschuh sollte gute Dämpfungseigenschaften haben. Wenn Sie dagegen vorwiegend auf unebenen Waldwegen laufen, sollte der Schuh flacher konstruiert sein, oder Sie greifen gleich zu einem Trailschuh.

Manfred Xhonneux (Runner Shop, Aachen) hat festgestellt: "Die meisten Hersteller von Laufschuhen bevorzugen eine nicht so griffige Laufsohle, die mehr für feste Wege und Straßen geeignet ist. Bei unebenem Laufuntergrund sowie im Winter empfehle ich ein gröberes Laufprofil."

Tipp 5
Welche Leistenform?
Der Leisten, auf dem ein Schuh gefertigt wird, ist in allen drei Dimensionen variabel. Als wichtiges Kriterium bei einem Laufschuh gilt zusätzlich die Leistenbiegung. Betrachtet man den Schuh von unten, kann man erkennen, ob die Sohle von der Ferse bis zum Zehenbereich gerade verläuft oder gekrümmt ist. Stabilschuhe haben eine eher gerade Leistenform, Laufschuhe für höheres Lauftempo eher eine gekrümmte Form. Entscheidend ist außerdem, wie Sie mit dem Fuß aufsetzen: Probieren Sie aus, welche Form für Sie die geeignetere ist.

Tipp 6
Wie viel Dämpfung?
Peter Augath von Sportteam Augath in Hannover zählt die zentralen Kriterien auf: "Die Dämpfung des Schuhs ist abhängig von Gewicht, Laufstil und Fußform. Schwere Läufer benötigen tendenziell eher härter ausgelegte Laufschuhe." Die meisten Hersteller teilen ihre Schuhe übrigens in entsprechende Gewichtskategorien ein, an denen Sie sich beim Kauf orientieren können. "Allerdings", so stellt Peter Augath fest, "sind die Angaben zu den Gewichtskategorien für schlanke, große Läufer nicht sehr hilfreich."

Tipp 7
Wie viel Stabilität?
Kainer Ziplinski (Zippel’s Läuferwelt, Kiel) fasst zur Frage nach der Stabilität zusammen: "Das Maß der Stabilität wird bestimmt vom Körpergewicht, von Fußfehlstellungen, vom Laufstil, von der Laufgeschwindigkeit und von den bisher benutzten Schuhen." Das hört sich kompliziert an – und ist es auch. Eine generelle Empfehlung lässt sich deshalb kaum geben. Allerdings kann man feststellen, dass Läufer tendenziell zu stabile Schuhe tragen und dadurch Verletzungen riskieren. Denn das Motto "Viel hilft viel" trifft in Bezug auf die Stabilität bei Laufschuhen nicht zu, genauso wenig übrigens wie bei der Dämpfung. Vermutlich ist es sogar so, dass mehr Verletzungen (wie Achillessehnenreizungen, Fersenprobleme oder Kniebeschwerden) durch zu stabile Schuhe entstehen als durch Schuhe mit zu geringer Stabilität. "Leider haben die meisten Stabilschuhe auch eine ausgeprägte Pronationsstütze", moniert Ziplinsky. "Das kann zu Problemen führen, wenn eine extreme Korrektur stattfindet." Ziplinsky analysiert Fehlstellungen durch die Laufbandanalyse und bestimmt dann das Maß der Stabilität, die der Schuh haben sollte

Die meisten Menschen haben unterschiedlich große Füße. Beachten Sie das bei der Schuhwahl
Kaum ein Mensch hat tatsächlich zwei gleich große Füße

Schuhkauf: Profil und Materialien

Wasserabweisend, reißfest, gut vernäht – darauf sollten Sie beim Obermaterial achten

Tipp 8
Unterschiedlich große Füße?
Die Wirklichkeit sieht so aus: Kaum ein Mensch hat tatsächlich zwei gleich große Füße. Einer unterschiedlichen Länge Ihrer eigenen Füße kommen Sie auf die Spur, indem Sie sich zum Beispiel mit beiden Fersen an die Wand stellen und dann auf Ihre Zehen schauen. Oder Sie fertigen Umrisszeichnungen Ihrer Füße an, schneiden diese aus und halten die Abdrücke gegeneinander. Abweichungen? Keine Sorge: Die sind meistens nicht schlimm. Frank Lehmann vom Laufladen Erfurt/ Jena beruhigt: "Differenzen von zirka einer halben Größe sind relativ sicher in den Griff zu bekommen." Dies kommt oft vor, ohne dass es der Läuferin oder dem Läufer bewusst ist. "Ausschlaggebend ist immer der größere Fuß. Hier sollte der Spielraum im Zehenbereich den Erfordernissen entsprechen", erklärt Lehmann das Vorgehen bei der Schuhauswahl. Beim kleineren Fuß muss allerdings überprüft werden, ob der Rück- und Mittelfußbereich in dem nach dem größeren Fuß gewählten Schuh ausreichend Halt findet. Einen Tipp hält Frank Lehmann noch bereit: "Man kann den Spielraum des kleineren Fußes im zu großen Schuh mit einer stärkeren Socke ausgleichen." Gegenüber einer zusätzlichen Einlegesohle, die nur den Raum in der Höhe ausfüllt, bietet das den Vorteil, dass der Schuhraum in allen Dimensionen ausgefüllt wird. Allerdings leistet oft die individuelle Schnürung schon einen ausreichenden Ausgleich.

Tipp 9
Wodurch zeichnet sich ein echter Trailschuh aus?
Als Erstes durch seine stark profilierte Außensohle: An der erkennt man den Trailschuh am schnellsten. Sie bietet ein starkes Profil, welches guten Halt bei tiefem Boden garantiert und ein Wegrutschen verhindert. Allerdings: Je feiner das Profil, desto eher können sich Steine darin festsetzen. Zweitens: Trailschuhe bieten eine gute Mischung aus Dämpfung, Stabilität und Haltbarkeit, was ihre Zwischensohle betrifft. In der Regel haben sie ein mediales Stabilisationselement und eine Zwischensohle in zweifacher Härte. Bei einigen Modellen versucht man, den Fuß in der Zwischensohle sehr nah am Boden zu platzieren. Dies hat einen sichereren Halt im unebenen Gelände zur Folge. Und drittens: Das Obermaterial von Trailschuhen sollte im Idealfall wasserabweisend, reißfest, gut vernäht und haltbar sein. Zehen- und Fersenbereich sind speziell verstärkt durch eine robuste Materialwahl. Die Außensohlen sind oft weit über die Zehenkappe hochgezogen.

Tipp 10
Wie lange hält ein Laufschuh eigentlich maximal?
Dank besserer Materialien und Komponenten halten Laufschuhe immer länger. Aber der Laufschuh ist ein Verschleißteil, die Lebensdauer "abhängig von der Kilometerleistung pro Woche, der Trainingsintensität, dem relativen Körpergewicht, den eingesetzten Materialien, dem Laufstil sowie dem Untergrund", fasst Lars Lunge (Lunge Lauf- und Sportschuhe, Hamburg) zusammen. Im Durchschnitt bescheinigt er Laufschuhen eine Laufleistung von 1200 Kilometern, "spätestens dann muss ein neuer Satz Läuferreifen her." Aber die Haltbarkeit hängt auch von der Schuhkategorie ab. Je weniger Materialien im Schuh verarbeitet sind, desto schneller ist er durchgelaufen.

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