Surfen in Portugal : Die Ankunft im Surfcamp

Surfen in Portugal
Wie im (Surfer-) Paradies

Betreuung rund um die Uhr: Die Betreiber des Surfcamps in Portugal – Dago und Conni – erwarten uns kurz nach Mitternacht und stellen uns der Surf-Gemeinschaft vor

Dago sieht aus wie Serge, nur 30 Jahre älter: strohblondes Haar, Hawaiihemd, Surfschlappen. Conni ist seine Frau, und auch sie geht auf Anhieb als Surferin durch. Sogar Hund Pingo hat Rasta-Locken. Im Hintergrund läuft leise Chill-out-Musik. Die Luft riecht angenehm nach Räucherstäbchen. Keine Hektik, kein Lärm. Die anderen 14 Teilnehmer sind bereits im Bett.

Alle in dem Camp leben miteinander wie in einer großen Wohngemeinschaft. Jedes Zimmer ist individuell eingerichtet, hat seinen eigenen Style. Mal mit Leoparden-Decke wie in der Honeymoon-Suite, mal rustikal wie die Holz-Bungalows, die in dem hügeligen Gärten stehen. Und von draußen glitzert das Wasser des Swimmingpools durch das Fenster. Das alles wirkt sehr idyllisch.

Surfer haben alle ein Ziel: Jede Menge Spaß
Surfer und alle, die es werden wollen, verstehen sich blind untereinander. Denn alle verfolgen dasselbe Ziel: jede Menge Spaß. Am nächsten Morgen, kurz vor zehn. Der Aufenthaltsraum füllt sich. Händeschütteln, ein Kopfnicken zur Begrüßung. Es wird Deutsch, Spanisch und Englisch gesprochen. Einige spielen Billard. Die mit dem Sonnenbrand sind scheinbar schon länger da.

Conni bringt frische Baguettes vom Bäcker, und der sieben Meter lange Holztisch biegt sich unter einem erstklassigen Frühstücks-Büfett. Abends kocht sie, aber nicht etwa Spaghetti Bolognese, sondern nur vom Feinsten

Nachdem klar ist, dass fast alle im Camp Einsteiger sind, wird die Stimmung lockerer. Vom verheirateten Familienvater bis zum ungebundenen Studenten – alle sind gut drauf. Matt und Rob, die beiden Surflehrer und Unterhaltungschefs aus England, stellen sich vor.

Um elf Uhr ist Abfahrt zum Strand – "Take your time and relax", mahnt Matt und gibt damit zugleich eine der Grundregeln im Camp vor. Und das Beste ist: Alle hier halten sich daran.

Extra: Interview mit einem Weltmeister

Marlon Lipke (22) surft auf Weltklasse-Niveau und ist Deutscher Meister im Wellenreiten. Seinen Eltern Dago und Conni betreiben das Surfcamp. Er hat uns die wichtigsten Fragen zum Thema "Surfcodex" beantwortet:

MH: Was versteht man unter dem Begriff Surfcodex?
Lipke: Weil es keine festgeschriebenen Regeln gibt, appelliert unser Codex an die Ehre aller Surfer.

MH: Ein Beispiel?
Lipke: Wer bereits in der Welle surft, oder näher am Break der Welle startet, hat immer Vorfahrt, auch wenn jemand rauspaddelt.

MH: Was passiert, wenn man gegen diese ungeschriebenen Gesetze verstößt?
Lipke: Beim ersten Mal wird bestimmt nicht gemeckert, sofern man sich entschuldigt. Snakt man die Welle (unerlaubtes Wegschnappen), droht massiver Ärger. Vor allem die Locals können heftig reagieren.

MH: Was sind denn Locals?
Lipke: Locals sind Ortsansässige, also Surfer, die seit jeher den Spot surfen. Wer die Jungs dort nicht respektiert oder zu forsch und laut auftritt, hat dann meistens nur wenig Spaß im Wasser.

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