Neue Linsen - neue Sicht?

Aber dann flatterte folgendes Schreiben auf meinen Tisch: „Stellen Sie sich vor, man ist fehlsichtig und muss trotzdem keine Brille tragen und auch keine Kontaktlinsen – zumindest nicht am Tag. Genau das verspricht die neue Kontaktlinse ,Dreamlens‘ von MPG&E.“

Hört sich an wie Quacksalberei, beruht aber auf einem lange bekannten Effekt und wird in anderen Ländern (USA, Japan, Australien) schon seit zehn Jahren angewendet. Träger harter Kontaktlinsen kennen das: Nach dem Herausnehmen der Linsen fällt die Sehschärfe nicht schlagartig auf das natürliche Niveau zurück, sondern sie lässt fließend nach – und zwar genau in dem Maß, in dem sich die durch die Kontaktlinse abgeflachte Hornhaut wieder in ihre ursprüngliche Form zurückbildet.

Die gezielte Verlängerung dieses Effekts wurde durch die Laser-Technologie möglich: Nahm man früher für die Anpassung einer Linse lediglich vier Messpunkte, lassen sich per Laser 22 000 Punkte pro Auge erfassen. Das erlaubt eine so präzise Anpassung der Linse an die individuelle Hornhautform, dass der Korrektur-Effekt nach dem Herausnehmen noch bis zu 16 Stunden anhalten soll – so zumindest die Theorie der so genannten orthokeratologischen Linsen (OK-Linsen).

In der Praxis bedeutet eine so individuelle Anpassung erst einmal viel Geduld. Nur zirka 270 Optiker in Deutschland sind für diese Methode ausgebildet – das muss nicht unbedingt der nächstgelegene um die Ecke sein. Der für mich zuständige Fachmann, Linsenspezialist Jörg Ruge, sitzt in der Hamburger Innenstadt – da, wo ein Parkplatz mindestens drei Euro pro 30 Minuten kostet.

Die erste Sitzung dauert sogar neun Euro. Dafür sehe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Laserbild meiner Augen. Optiker Ruge erklärt mir ganz genau, welche Verformung für welche Fehlsichtigkeit zuständig ist und welches Bild er sich nach der Behandlung verspricht.

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