Die beste Pflege mit 20

Reine Haut mit 20
Gerade in jungen Jahren ist eine reinigende Pflege besonders wichtig

Cleverste Strategie in diesem Alter: mit guter Pflege das Beste rausholen – dann sind auch Pickel & Co. bald Geschichte

Kleine Jungs sehen es geradezu als Strafe an, sich zu waschen. Und während sich Mädchen schon im Kindergarten ihre Fingernägel anmalen und gerne mit Cremes und Lotionen herumhantieren, halten viele männliche Wesen auch als Erwachsene noch alles für reine Zeitverschwendung, was über Duschen, Rasieren und Zähneputzen hinausgeht. Zu einem Tübchen hortenden Schönling müssen Sie nicht werden, aber etwas mehr als die Basics braucht es schon, um Haut, Haare und Zähne gesund und attraktiv zu halten.

Pickel: die richtige Hautpflege
Hören Sie als Erstes auf damit, in den Cremetöpfen von Frauen zu wildern, seien es die von Mutti oder die Ihrer Liebsten. Männerhaut hat andere Ansprüche. "Sie ist um bis zu 20 Prozent dicker", sagt Liane Jochum, Leiterin der Naturkosmetikfachschule Academia Balance in Bad Endbach. Außerdem haben Männer mehr Talgdrüsen und deswegen eher fettige Haut. "Aus diesem Grund sind die meisten Cremes für Frauen zu reichhaltig. Wählen Sie lieber Produkte, die auf die Bedürfnisse von Männerhaut spezialisiert sind", sagt Jochum. Sie rät zu Pflegeserien aus zertifizierter Naturkosmetik (zum Beispiel mit dem Natrue- oder dem BDIH-Siegel). "Dann können Sie sicher sein, dass darin weder synthetische Öle und Düfte noch kritische Konservierungsmittel, beispielsweise Parabene, enthalten sind."

  • Unreine HautWeil Männerhaut fettiger ist und stärker zum Verhornen neigt, kommt es bei vielen auch nach der Pubertät schnell zu Mitessern und Pickeln – dann sind Pflegeprodukte speziell für unreine Haut angesagt. Wichtig: betroffene Bereiche 1- bis 2-mal pro Tag gründlich reinigen! Dr. Andrea Pfister-Wartha, Oberärztin an der Universitäts-Hautklinik Freiburg, empfiehlt, ein Waschgel oder Reinigungsschaum per Wattebausch oder mit einem frischen Waschlappen aufzutragen: "Hornschüppchen, Schmutz und Talg werden so besser von der Haut entfernt als mit den Händen." Verwenden Sie hinterher Gesichtswasser, sollte dies frei von Alkohol sein, weil dieser die Haut zu stark austrocknet. Pickel zum Schluss gezielt mit Wunddesinfektionsmittel betupfen. Zusätzlich können Sie 1- bis 2-mal pro Woche ein Peeling machen, damit aus Mitessern gar nicht erst Pickel werden.

  • Akne: Die oben beschriebenen Maßnahmen helfen auch bei stärkerer Akne, reichen aber meist nicht aus. Dann sollten Sie sich den Rat von Experten holen. Der Hautarzt untersucht, wie stark die Haut mit Komedonen (Mitessern), Pusteln (Pickel mit Eiterhäubchen) und Zysten (unter der Haut) belastet ist. Je nach Befund wird der Arzt zunächst mit äußerlich anwendbaren Cremes, Gels oder Tinkturen arbeiten, um die Verhornung der Haut zu reduzieren, die Aknebakterien abzutöten und Entzündungen zu hemmen. "Zudem sollte der Patient alle 2 bis 3 Wochen die Haut ausreinigen lassen", rät Pfister-Wartha. Dabei drückt eine medizinische Kosmetikerin die Pickel mit einer speziellen Technik aus. Anders als laienhaftes Quetschen vorm Badezimmerspiegel verbessert diese Behandlung das Hautbild. Genügen diese Maßnahmen nicht, kann ein Antibiotikum helfen. "Meist hält der Effekt aber nicht lange an, nachdem man es abgesetzt hat", erklärt die Hautärztin. Größere Erfolgsaussichten bieten Tabletten mit dem Wirkstoff Isotretinoin, wie sie unser Leser (oben) ausprobiert hat. Dabei muss man jedoch mögliche Nebenwirkungen im Auge behalten, das Blutbild sowie Leber- und Fettstoffwechselwerte regelmäßig kontrollieren.


Bartwuchs: eine Frage der Rasur
Kleine Pickelchen in der Bartzone sind meist nicht Akne, sondern winzige, entzündete Schnittverletzungen. "Nach der Rasur sollte die Haut deswegen immer mit enzündungshemmenden Wirkstoffen behandelt werden", rät Expertin Jochum. "Aftershave trocknet die Haut durch den Alkohol zu sehr aus – besser ist ein Balsam mit Aloe Vera, Hamamelis oder Ringelblume, der auch die Heilung fördert." Weil diese Wirkstoffe in vielen Produkten für empfindliche Haut zu finden sind, eignen die sich auch für die Pflege nach der Rasur. Diese ist ein Muss, ob nun Nass- oder Trockenrasur. Jochum: "Ich halte ich die Nassrasur für etwas schonender." Die Vorbereitung durch milden Schaum, Creme oder Seife lässt die Haut aufquellen, Barthaare weicher werden, die Klinge kann leichter und gründlicher arbeiten.

Zähne: perfekte Putzpraktik
Ein glattes Kinn macht allerdings wenig Eindruck, wenn zwischen den Zähnen ein Stück Petersilie hängt. Ein klarer Fall für Zahnseide! Haben Sie nicht? Dann sollten Sie dringend an Ihrer Ausstattung im Badezimmer arbeiten, denn: Wenn Sie Ihre Zähne langfristig behalten wollen, müssen Sie mehr tun als nur irgendeinen ollen Schrubber schlaftrunken in der Mundhöhle hin und her zu schieben. Investieren Sie ein bisschen Geld in eine Zahnbürste mit kleinem Kopf und weichen Borsten – damit putzen Sie Studien zufolge gründlich, ohne das Zahnfleisch zu schädigen. "Die meisten Menschen üben beim Putzen zu viel Druck aus, so dass sich das Zahnfleisch auf Dauer zurückzieht und die empfindlichen Zahnhälse freilegt", erklärt Professor Ulrich Schiffner von der Uni-Zahnklinik Hamburg. Im Handbetrieb dürfen Sie mit der Bürste nicht horizontal über die Zähne schrubben, sondern müssen eher kreisen und von oben nach unten wischen. Besonders vorsichtig muss sein, wer seine Zähne elektrisch putzt. Zusätzlich müssen die Zwischenräume bis in den Zahnfleischsaum mit Seide gesäubert werden, da nämlich sitzen die meisten Kariesbakterien. Wenn die Zähne ein wenig weiter auseinanderstehen, brauchen Sie passende Zwischenraumbürstchen. Lassen Sie sich beim Zahnarzt zeigen, welche Werkzeuge für Sie die richtigen sind und wie man damit umgeht. Dort 2-mal im Jahr zur professionellen Zahnreinigung zu erscheinen, lohnt sich auch dann, wenn Sie wirklich so gründlich putzen wie oben beschrieben. Die Grundreinigung auch der entlegenen Ecken erleichtert Ihnen die Putzarbeit zu Hause, das Polieren entfernt Verfärbungen, abschließendes Fluoridieren stärkt den Zahnschmelz. Außerdem checkt auf die Weise regelmäßig ein Experte, ob die Zähne wirklich noch rundum gesund sind, denn: "Ein Schaden, der Schmerzen bereitet, ist meist schon recht groß", sagt Schiffner.

Schweißhände: nicht hinnehmen
Vorbildliche Pflege erspart Ihnen Schweißausbrüche auf dem Zahnarztstuhl. Doch so  mancher ist auch ohne Grund ständig nassgeschwitzt. "Hyperhidrose wird für viele mit dem Eintritt ins Berufsleben unerträglich, weil sie sich dann anders anziehen müssen", sagt Dr. Christoph Schick aus München, der sich auf die Behandlung des übermäßigen Schwitzens spezialisiert hat (www. dhhz. de). Operationen (Abklemmen von Nervenverbindungen, Entfernung von Schweißdrüsen) stehen am Ende der Therapiemöglichkeiten. Vorher können Sie die Iontophorese testen: Dabei baden Sie Hände oder Füße 2- bis 3-mal pro Woche eine halbe Stunde lang in Wasserwannen, an die schwacher Gleichstrom angelegt wird. Tut nicht weh und verringert nach etwa 2 Monaten die Aktivitäten behandelter Schweißdrüsen. Mit nassen Schwämmen funktioniert das auch in den Achselhöhlen. Einen Versuch wert ist auch ein hochprozentiges Antitranspirant, das speziell in der Apotheke (rezeptfrei) angemischt wird. Schick: "Bewährt hat sich folgende Mixtur: 20 Prozent Aluminiumchlorid-Hexahydrat, 2 Prozent Glycerin, der Rest 70-prozentiger Alkohol." Lösung eine Woche täglich abends dünn auftragen (Achtung, färbt!), dann jeden zweiten Tag. Morgens duschen, eincremen, normales Deo benutzen. Ob dies wirkt, zeigt sich nach etwa 2 Monaten konsequenter Anwendung.

 

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