Pollenalarm: Soforthilfe gegen Heuschnupfen

Die besten Allergie-Killer der Saison
Die allergischen Reaktionen bei Heuschnupfen im Körper und die damit verbundene Entzündungsreaktion rufen bei etwa zehn bis zwanzig Prozent der Betroffenen Müdigkeit, Konzentrationsschwächen und Abgeschlagenheit hervor

Was Sie gegen Ihre Pollenallergie tun können, verraten wir Ihnen hier: Von den Symptomen leiten sich verschiedene Behandlungen ab, die wir einzeln auflisten.

Etwa 15 Prozent der Deutschen leiden unter Heuschnupfen, zehn Prozent sind an Asthma erkrankt. Durch gezielte Maßnahmen kann man die Pollenbelastung – die Haupt-Peiniger der Verschnupften – drastisch verringern. Lassen Sie zum Beispiel einen Pollenfilter in die Auto-Klimaanlage einbauen und schließen Sie die Fenster in Ihrer Wohnung während der Hauptflugzeit. Im Tagesverlauf ist die Pollenkonzentration nicht konstant. In ländlichen Gegenden ist sie morgens hoch, ab Mittag werden die Pollen mit der warmen Luft in höhere Luftschichten befördert. In Städten ist die Pollenbelastung abends höher, weil die Luft abkühlt und Pollen aus ländlichen Gegenden dort landen.

Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie Symptome von Schnupfen und Niesreiz über Allergisches Asthma und Bindehautentzündung, sowie Neurodermitis, Halsschmerzen und Müdigkeit und Fieber als Heuschnupfen-Zeichen enttarnen, und was Sie dagegen tun können:

1. Schnupfen, Niesreiz
Typisch ist ein wässriger Schnupfen, die Nasenschleimhaut juckt und schwillt an, schon bald ist die Nase verstopft, die Atmung behindert. In vielen Fällen wird dadurch auch das Geschmacksempfinden beeinträchtigt. Nasenpolypen, Nasennebenhöhlenentzündung oder sogar eine Ohrenentzündung kann bei länger bestehendem Heuschnupfen hinzu kommen.

Behandlung:
Innerhalb von acht Jahren entwickelt sich bei rund 40 Prozent der Patienten aus einem allergischen Schnupfen eine Asthma-Erkrankung. Um den "Etagenwechsel" in die Lunge zu vermeiden, sollte man die Heuschnupfensymptome immer behandeln – zum Beispiel

  • mit cromoglicinsäurehaltigen Nasensprays (zum Beispiel Cromohexal, Vividrin). Die Nebenwirkungen sind zwar gering, es muss allerdings bis zu sechsmal täglich angewendet werden.
  • Antihistaminika, die zweite Medikamentenklasse gegen den Heuschnupfen, lösten früher starke Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens oder gar Herzrhythmusstörungen aus. Bei modernen Präparaten wie Lisino oder Telfast besteht diese Gefahr dagegen nicht mehr.
  • Wirksamer als Cromoglicinsäure oder die Anthistaminika sind cortisonhaltige Nasensprays (zum Beispiel Nasacort oder Ratioallerg). Vor allem bei einer Neigung zu Nasenpolypen sollte ein cortisonhaltiges Nasenspray verwendet werden. Polypen schrumpfen dadurch meistens, größere müssen allerdings eher operiert werden.
  • Benutzen Sie schleimhautabschwellenden Nasensprays (Olynth, Otriven), damit die Heuschnupfen-Sprays ihren Bestimmungsort erreichen können. Die Anwendung dieser Tropfen sollte auf einige Tage beschränkt bleiben, da sich schnell eine Gewöhnung einstellen kann, die auf längere Sicht die Nasenschleimhaut schädigt.
  • Seit kurzem ist die Nasensalbe Immerfit auf dem Markt, die den Pollen den Zugang zur Nasenschleimhaut versperrt. Den preiswerten Wirkstoff in der Salbe verkauft der Hersteller allerdings sehr teuer (fünf Gramm kosten 20 Mark). Einfache Vaseline hat da den gleichen Effekt.
  • Sind die Beschwerden stark, ist Pollenkontakt unvermeidbar oder wirken Medikamente nicht, wird eine Hyposensibilisierung sinnvoll. Bei den Pollenallergien erreicht man damit Erfolgsraten von bis zu 80 Prozent. Allerdings ist dies eine langwierige Behandlung. Bei der Hyposensibilisierung werden die Pollen in starker Verdünnung unter die Haut gespritzt und das Immunsystem so an die Allergieauslöser gewöhnt. Das dauert im Normalfall drei Jahre.
  • Neu ist die ein wenig radikalere Kurzzeit-Hyposensibilisierung. Durch schnelle Steigerungen der Dosis besitzt der Patient dabei schon nach zwei Monaten einen gewissen Allergieschutz. Allerdings kommt es öfter zu allergischen Reaktionen nach dem Spritzen. Außerdem ist der Langzeiterfolg der Allergiebehandlung abhängig von der verabreichten Pollenmenge, die bei der Kurzform dieser Behandlungsmethode wesentlich niedriger ist.

2. Allergisches Asthma
Auch wenn eingeatmete Pollen als Auslöser fungieren, werden die asthmatischen Beschwerden häufig durch Zigarettenrauch, Stress, Infekte und körperliche Anstrengungen verstärkt. Ein typisches Signal ist die plötzliche Atemnot mit Hustenattacken und pfeifendem Atemgeräusch. Die Betroffenen stützen sich dann vielfach mit den Armen ab, sie schaukeln hin und her, um sich das Atmen zu erleichtern.

Behandlung

  • Besonders schonend und nebenwirkungsarm sind Sprays mit Cromoglicinsäure (Cromoratiopharm und DNCG-Dosieraerosol) oder mit Nedocromil (Tilade). Sie verhindern nach dem Pollenkontakt die Freisetzung allergieauslösender Substanzen – etwa Histamin – und wirken einer Entzündung der Bronchien entgegen. Allerdings müssen diese Sprays auf Dauer angewandt werden, weil sie vorbeugend wirksam sind.
  • Schon vor knapp 700 Jahren wurden Kaffee und Tee-Extrakte zur Asthmatherapie eingesetzt. Ähnlich wirkt die Substanz Theophyllin (in Euphylong, Bronchoretard), die verkrampfte Bronchialmuskeln lockert. Bei Überdosierungen können allerdings Herzrhythmusstörungen, Schlaflosigkeit und Unruhe auftreten.
  • Auch Akupunktur kann Studien zufolge bei allergischen Beschwerden wie Asthma und Heuschnupfen sinnvoll sein. Antihistaminika schaffen bei allergisch bedingtem Asthma kaum Abhilfe, beim Heuschnupfen beugen sie dagegen einem "Etagenwechsel" vor.

3. Bindehautentzündung
Die allergische Bindehautentzündung tritt häufig zusammen mit Heuschnupfen auf, kann aber auch das einzige Merkmal einer Pollenallergie sein. Typisch ist ein Fremdkörpergefühl im Auge, obwohl sich Fremdkörper wie Staub oder Wimpern nicht darin entdecken lassen. Die Augen tränen, die Bindehäute (an den Innenseiten der Lider) sind gerötet, jucken, brennen.

Behandlung

  • Relativ nebenwirkungsarm ist die Anwendung einer Natriumcromoglicatlösung (Opticrom) sowie antihistaminhaltiger Augentropfen (Livocab, Allergodil). Rasch wirken auch so genannte gefäßaktive Substanzen, die vor allem Rötung und Fremdkörpergefühl schnell bessern (Otriven, Yxin). Während der Behandlung dürfen Kontaktlinsen in vielen Fällen nicht getragen werden.

4. Neurodermitis
Die Neurodermitis könnte man auch als den Heuschnupfen der Haut bezeichnen. Bei manchen Personen setzen Pollen, die auf der Haut landen, eine allergische Reaktion in Gang. Stark juckende, rote und eventuell nässende Ekzeme sind die Folge. Die Haut ist meist sehr empfindlich und schuppig.

Behandlung

  • Durch das Tragen von langärmeliger, dünner Baumwollbekleidung lässt sich direkter Kontakt mit Pollen weitgehend vermeiden.
  • Die Anwendung von Hautschutzpräparaten an den übrigen Körperstellen kann beim Aufenthalt im Freien hilfreich sein. 

5. Halsschmerzen
Den Wenigsten ist bekannt, dass eine Allergie auch den Rachen in Mitleidenschaft ziehen kann. Bei der so genannten Pollenpharyngitis wird das rauhe Gefühl und das Kratzen im Hals oft von Juckreiz begleitet.

Behandlung

  • Oft helfen gegen die Halsbeschwerden Antihistaminika, auch ein cortisonhaltiges Spray kann die Entzündung im Hals lindern.
  • Wenn die Probleme durch Nahrungsmittel ausgelöst werden, hilft in vielen Fällen bereits das Erhitzen. Haselnüsse, Pflaumen, Kirschen und Äpfel werden gekocht und gebacken meistens problemlos vertragen, da die allergieauslösenden Stoffe durch die Hitze zerstört werden.

6. Müdigkeit und Fieber
Die allergischen Reaktionen im Körper und die damit verbundene Entzündungsreaktion rufen bei etwa zehn bis zwanzig Prozent der Betroffenen Müdigkeit, Konzentrationsschwächen und Abgeschlagenheit hervor. In eher seltenen Fällen kann die Entzündungsreaktion auch zu Fieber führen.

Behandlung

  • Wenn die Allergie frühzeitig und in ausreichendem Maß behandelt wird, ist die Müdigkeit meistens nicht sehr stark ausgeprägt. Allerdings können einige Allergie-Medikamente, zum Beispiel Antihistaminika, bei besonders empfindlichen Personen nach wie vor zu Müdigkeit und zu Abgeschlagenheit führen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt ausführlich beraten, ob der Einsatz von Alternativ-Medikamenten in Frage kommt.
  • Bei höherem Fieber können für kurze Zeit auch fiebersenkende Mittel (beispielsweise Paracetamol) angewendet werden.

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