Pflichtspiele: Die besten Games 2015

Echtzeit-Strategen werden sich in
1 / 20 | Echtzeit-Strategen werden sich in "Act of Aggression" von Focus Home Interactive an goldene Zeiten erinnern

Ein Jahr mit spannenden Games liegt hinter uns. Hier sind unsere finalen Highlights 2015

Echtzeit-Strategie: Act of Aggression

Für PC. Preis: um 40 Euro

Fans der grandiosen „Command & Conquer“-Reihe dürfen jetzt mal kurz vor Freude ausrasten, denn „Act of Aggression“ von Focus Home Interactive ist eine Hommage an das Spielgefühl klassischer Echtzeitstrategie: Sie bauen sich Schritt für Schritt eine Basis auf, fördern nebenbei fleißig Rohstoffe und werfen dem Gegner Ihre hochgezüchtete Armee aus Infanterie, Panzern und Kampfflugzeugen wellenartig entgegen, bis seine Basis – und üblicherweise auch der Rest des Spielfelds – in Schutt und Asche liegt.

Upgrades, Baby!
Da Ihr Gegenspieler genau das Gleiche mit Ihnen vorhat, muss die richtige Taktik her. Nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch beim Basis-Ausbau und bei der Erforschung von Upgrades, von denen es in Act of Aggression nur so wimmelt. Für nahezu jede Einheit und jedes Gebäude gibt es gefühlt zig Upgrades. Bei dieser schieren Flut an Spezialisierungsmöglichkeiten ist es wichtig, die Strategie des Gegners früh zu erkennen, um so rechtzeitig passende Gegenmaßnahmen zu erforschen.

Kampagne schockt, Multiplayer rockt
Worum es in Act of Aggression geht, ist schnell erklärt: Das Kartell, eine düstere Geheimorganisation, rüttelt an der Weltordnung, während die US-Armee und die Chimera, ein geheimer Kampfverband der UNO, sich dem entgegenstellen. Dass die Story-Kampagne aber nicht das Highlight von Act of Aggression ist, wird schon nach kurzem Anspielen klar: Zu lieblos sind die Zwischensequenzen inszeniert – und auch die in der nahen Zukunft spielende Story ist eher flau als wow. Immerhin werden die Missionen mit der Zeit immer anspruchsvoller und erklären die wichtigsten Spielmechaniken.

Die flache Kampagne ist im Multiplayer, den Sie wahlweise gegen den Computer oder gegen echte Spieler austragen können, schnell vergessen. Hier kommen das C&C-Spielgefühl sowie die Stärken und Schwächen der drei Fraktionen am besten zur Geltung. Dem Kartell stehen beispielsweise getarnte Einheiten zur Verfügung, die unbemerkt genau da zuschlagen können, wo es wehtut. Die US-Streitkräfte schicken hingegen kampferprobte Infanterie und Panzer ins Gefecht – auf Kosten der Flexibilität. Wer die Besonderheiten seiner Fraktion nutzt und das Schere-Stein-Papier-Prinzip der Einheiten verstanden hat, wird gute Karten für den Sieg haben. Doch die Gegner sind auch nicht auf den Kopf gefallen, das gilt auch für Partien gegen den Computer.

Fazit: Darauf haben C&C-Fans lange warten müssen: Act of Aggression kombiniert den Charme traditioneller Echtzeitstrategie mit ein paar frischen Ideen und macht insbesondere im Mehrspieler-Modus großen Spaß.

Mehr Infos unter: www.actofaggression-game.com

Aufbau-Strategen aufgepasst:
2 / 20 | Aufbau-Strategen aufgepasst: "Anno 2205" von Ubisoft macht süchtig!

Aufbau-Strategie: Anno 2205

Für PC. Preis: 45 Euro

Sie haben alle Inseln in Anno 1404 und die Tiefsee in Anno 2070 besiedelt und lechzen nun nach mehr? Gut, dann ab mit Ihnen zum Mond! In „Anno 2205“ von Ubisoft wird der Erdtrabant zum großen Objekt der Begierde, um dort das eigene Handels-Imperium zu noch größerem Ruhm zu führen. Bevor Sie sich jedoch dort die knappen Bauplätze schnappen können, gilt es auf der Erde die dafür notwendigen und umfangreichen Vorbereitungen zu treffen. Die Reise zum Mond gibt es schließlich nicht zum Nulltarif, also muss in einer Art Endlosmodus fleißig gebaut und geforscht werden, bevor die erste Trägerrakete gen Himmel steigt.

Anders und doch gleich
Anno 2205 probiert sich neu aus. Schon zu Beginn gibt’s statt zufallsgenerierter Inselwelten die Wahl zwischen drei vorgefertigten und bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Startregionen, in denen ein jeweils anderes Großprojekt gemeistert werden muss. So soll etwa ein gewaltiger Staudamm wieder in Betrieb genommen werden, um eine Energiekrise zu bewältigen. Ist die Startregion gewählt, geht‘s in bekannter „Anno“-Manier mit nur einer kleinen Basis und ein paar Rohstoffen los. Auf der Prioritätenliste ganz oben stehen dabei natürlich wieder die Wünsche der Einwohner, denn die wollen schnell mehr als nur einfache Häuser und Standardkost. Mit jeder Weiterentwicklung steigt die Gier nach Luxusgütern und Unterhaltung. Das kennen Fans nur zu gut, aber im Vergleich zu den Vorgängern geht der Ablauf bei Anno 2205 weitaus zügiger voran. Der Handel wurde stark vereinfacht, alles entwickelt sich schneller und geht dabei leichter von der Hand. Kurz um: Die perfekte Mischung!

Die Suchtspirale greift
Typisch Anno können Sie es der Bevölkerung eigentlich nie recht machen. Das ändert sich auch nicht mit der Besiedelung der Arktis, die hauptsächlich deshalb erschlossen wird, weil die vorhandenen Rohstoffe der Inselwelt den Ansprüchen der Einwohner nicht mehr genügt. Diese Geier! Also Wintermantel und Stiefel ins Gepäck und ab in die Kälte. Von nun an gilt es, die Verzahnung zwischen den Regionen richtig zu koordinieren und jeden Meter Bauplatz effektiv zu nutzen, denn der wird schnell rar. Eine spannende und herausfordernde Aufgabe, bei der auch gerne vergessen wird, dass man eigentlich schon vor vier Stunden ins Bett wollte. Und nebenbei will ja auch noch die Reise zum Mond geplant und finanziert werden.

Krieg lass nach!
Gekämpft wird in Anno 2205 auch, aber nur noch recht anspruchslos als nette Dreingabe in sogenannten Konfliktzonen, um dort zusätzliche Rohstoffe zu erbeuten. Konkurrenz durch ebenfalls ansiedelnde Gegner wie in den Vorgängern gibt es hingegen gar nicht mehr. In Anno 2205 dreht sich fast alles nur noch um den Aufbau und die Versorgung des eigenen Imperiums sowie um eine florierende Wirtschaft.

Mission Mond
Das ändert sich auch kaum, wenn wir schließlich den Mond erreichen, besiedeln und ausbeuten dürfen. Durch Fusionsreaktoren lässt sich schnell der nahezu komplette Energiedurst der Siedlungen stillen, wodurch neuer Bauplatz frei wird, der auch bitter notwendig wird, um die immensen Kosten des Mond-Projekts zu decken. Wer also denkt, das Spiel hört mit der Besiedlung des Mondes auf, der irrt sich gewaltig. Dann bleibt nämlich nicht mal mehr Zeit dafür, sich das bunte Treiben in den Betrieben und auf den Straßen anzuschauen, denn Anno 2205 zählt definitiv zum optisch schönsten, was das Genre derzeit zu bieten hat.

Fazit: Anno 2205 überzeugt spielerisch wie auch grafisch auf ganzer Linie, ist aber nur für jene gemacht, die die Anno-Reihe vor allem wegen des Aufbauteils lieben. Es gibt immer etwas zu tun – und die Besiedlung des Mondes fühlt sich tatsächlich wie ein Highlight an.

Mehr Infos unter: anno-game.ubi.com/anno-2205

3 / 20 | "Armored Warfare" von my.com ist stark heruntergebrochen wie "World of Tanks" – nur mit modernen Panzern

Multiplayer-Shooter: Armored Warfare

Für PC. Preis: kostenlos spielbar (Free2Play)

Wer „World of Tanks“ (kurz: WoT) von Wargaming kennt, wird sich beim ersten Start von „Armored Warfare“ von my.com unweigerlich die Frage stellen, ob es sich hier um einen Klon des Genreprimus handelt. Doch obwohl sich Armored Warfare offenbar bei der Konkurrenz so einiges abgeschaut hat, bietet das Panzerspiel genügend eigene, spannende Elemente, um für sich allein zu stehen.

Während in World of Tanks größtenteils alte Stahlkolosse aus dem zweiten Weltkrieg in die Schlacht geschickt werden, gibt’s in Armored Warfare eine breite Palette an modernen Kampfpanzern (ab den 50er Jahren) zur Auswahl, darunter der weltbekannte „M1 Abrams“. Da die fortschrittlichen Kriegsgeräte naturgemäß flotter unterwegs sind als die alten Gurken aus vergangenen Tagen, fallen die Gefechte in Armored Warfare weitaus actiongeladener aus. Gerade für WoT-Veteranen, die es eigentlich gewohnt sind, hinter Büschen und Häuserwänden zu lauern und darauf zu warten, dass mal was passiert, dürfte dies eine erfrischend Erfahrung sein. Außerdem sind Nacht-Karten geplant, in denen die hochentwickelten Technologinnen der Panzer zum Einsatz kommen.

Mit knackigem Koop-Modus
Wer mal keine Lust auf Gefechte gegen andere Spieler hat, kann in kooperativen Missionen mit bis zu vier Kumpels gegen den Computer antreten, was alles andere ist als einfaches Moorhuhn-Geballer. Nur wenn Sie gemeinsam als Team arbeiten und jeder seine Rolle erfüllt, der Spähpanzer die Front erkundet während die Artillerie die aufgedeckten Ziele beschießt, winkt Ihnen der Sieg.

Vorab testen
Noch steckt Armored Warfare in der Entwicklung und vieles ist noch nicht final, etwa die eher maue Grafik, die aber noch aufgehübscht werden soll. Wer jetzt schon Lust auf eine Probefahrt hat, kann sich den vorzeitigen Zugang in die sogenannte Early-Access-Phase über ein kostenpflichtiges Gründerpaket sofort erkaufen. Insgesamt gibt es drei zur Auswahl, die zum Start der offenen Betaphase verschiedene Boni gutschreiben, etwa ein Premiumstatus für einen schnelleren Spielfortschritt oder gar seltene Panzer. Davon abgesehen wird Armored Warfare zur Veröffentlichung grundsätzlich kostenlos spielbar sein.

Fazit: Armored Warfare ist ein modernes Panzerspiel mit viel Potential. Wer schnelle Action mag und die Panzer aus dem zweiten Weltkrieg zu altbacken findet, sollte zum Start der offenen Beta, die bereits in einigen Monaten starten soll, definitiv einmal reinschauen. Das gilt für Neueinsteiger wie auch WoT-Veteranen.

Mehr Infos unter: www.aw.my.com

4 / 20 | Mit gleich zwei Assassinen mischen Sie in "Assassin's Creed Syndicate" von Ubisoft das viktorianische London auf

Action: Assassin's Creed Syndicate

Für PC, PS4 und Xbox One. Preis: um 50 Euro

London-Liebhaber können sich schon mal gierig-grinsend die Hände reiben, denn "Assassin's Creed Syndicate" von Ubisoft spielt in der Hauptstadt des British Empire im Jahre 1868 während der Industriellen Revolution. Und weil Meuchel-Abenteuer zu zweit immer schöner sind als alleine, spielen Sie erstmals in der Serie gleich zwei Assassinen: die Zwillinge Jacob und Evie Frye, zwischen denen Sie nach Belieben wechseln können. Während Jacob eher der brachiale "Ich hau' euch allen die Raupen aus der Nuss!"-Typ ist, bleibt Evie lieber im Verborgenen und knipst ihre Ziele still und heimlich aus dem Schatten heraus aus.

Doch was treibt die zwei Tod bringenden Assassinnen in das schöne London? Ganz einfach: Die Stadt ist fest in der Hand des Templers Crawford Starrik, quasi die Wurzel allen Übels, denn ganz London wird von seinen brutalen Gangs und korrupten Handlangern unterjocht. Ihre Mission: London befreien! Gegen die Gangs hat Jacob eine simple aber geniale Idee: Er gründet einfach seine eigene Gegen-Gang, die "Rooks", an deren Spitze Sie einen Stadtteil nach dem anderen zurückerobern können, wenn Sie denn wollen. Denn bis auf die Hauptmissionen steht es Ihnen völlig frei, in welchem Umfang die Geschwister in der Stadt aufräumen. Je energischer die Sache jedoch angegangen wird, desto facettenreicher und größer wird der Feldzug gegen die Templer, denn umso mehr Unterstützung und Möglichkeiten stehen Ihnen in der Stadt zur Verfügung.

Geradlinig wie Popcorn-Kino
Die Fleißarbeit zahlt sich aber auch beim Spielerlebnis aus: Nahezu jede Aufgabe, so klein sie auch sein mag, dient dem einen Hauptziel. Das macht es einfacher als in früheren Teilen, dem Hauptplot zu folgen, der bewusst simpel gehalten und mit wunderbar abwechslungsreichen und hervorragend inszenierten Hauptmissionen vorangetrieben wird. In den Nebenmissionen jobben wir für bekannte Persönlichkeiten wie Karl Marx, Charles Dickens oder Queen Victoria höchstpersönlich. Das hat Flair. Nur die freien Aktivitäten werden schnell eintönig, zwischendurch eingestreut sind sie aber erträglich.

Batman lässt grüßen
Ein besonderes Lob hat sich das vereinfachte Steuerprinzip verdient: Jacob und Evie suchen sich auf Knopfdruck selbstständig den Weg hinauf, herunter oder drüber hinweg. Das größte Kletter-Highlight ist jedoch die Hakenkanone, mit der sich in alter Batman-Manier in Windeseile große Strecken zurücklegen lassen. Ein Beispiel: Einfach an den Fuß des Big Ben stellen, Taste drücken und schon zieht sich Ihr Alter Ego in wenigen Sekunden selbstständig bis ganz nach oben. Herrlich!

Was bei "Assassin's Creed 4: Black Flag" die Schiffe waren, sind in Syndicate die Kutschen. So wirklich mithalten können die englischen Droschken mit dem nautischen Flair auf hoher See aber bei weitem nicht. Doch es macht durchaus Spaß mit ihnen durch die engen Gassen zu preschen. Atmosphärisch blüht Syndicate dabei voll auf. Die Stadteile im viktorianischen London unterscheiden sich mitunter stark voneinander. Es macht Freude, sich auch einfach mal nur das bunte Treiben auf den Straßen oder der Themse anzuschauen. Nur grafisch hat sich nichts getan: Syndicate sieht schlechter aus als der Vorgänger Unity, aber immer noch ansehnlich genug, um mancherorts Eindruck zu schinden.

Fazit: Assassin’s Creed Syndicate ist ein rundum gelungenes Abenteuer mit gleich zwei sympathischen Assassinen, einer simplen aber gut inszenierten Story und angenehm vereinfachter Parkours-Mechanik. An das grandiose Black Flag kommt Syndicate nicht heran, dafür wagt es zu wenig Neues. Aber es darf sich definitiv zu den besten Teilen der Serie zählen.

Mehr Infos unter: www.assassinscreed.ubi.com

5 / 20 | In "Battlefield Hardline" von Electronic Arts geht's sehr infanterielastig zur Sache

Ego-Shooter: Battlefield Hardline

Für PC, PS4, Xbox One, PS3 und Xbox 360. Preis: um 35 Euro

Die Battlefield-Serie stand schon immer für große Schlachten mit fettem Kriegsgerät – zu Land, zu Wasser und in der Luft. In „Battlefield Hardline“ bricht Electronic Arts jedoch mit dieser Tradition und schickt Sie als Räuber oder Gendarm in eher infanterielastige Schlachten. Anstatt mit mächtigen Panzern, Jets und Kampfhubschraubern geht‘s vorzugsweise zu Fuß mit bestenfalls nur leicht gepanzerten Fahrzeugen ins Gefecht. Hin und wieder steht Ihnen auch ein Helikopter zur Verfügung, aber die dicken Kaboom-Brummer wie in den Vorgängern dürfen Sie nicht erwarten. Das würde im Polizei-Szenario von Battlefield Hardline auch ziemlich makaber sein.

Ba-Ba-Banküberfall!
Um dem stark abgespeckten Fuhrpark etwas entgegenzusetzen, gibt’s frische Spielmodi, die überwiegend großen Spaß machen. Besonders cool finden wir den Überfallmodus, in dem die Räuber den perfekten Banküberfall durchziehen müssen, während die Cops das verhindern wollen. Auch der sogenannte Hotwire-Modus macht irre Laune: Hier müssen die Verbrecher vorgegebene Autos stehlen und damit die Polizei in waghalsigen Manövern oder mit einer Dosis Blei in klassischen Verfolgungsjagden abschütteln. Sehr PS-stark, sehr turbulent.

Zu jedem Battlefield gehört mittlerweile auch eine Solo-Kampagne, die nie besonders lang ist, es dafür aber ordentlich krachen lässt. Traditionsgemäß dürfen Sie bei der Story keine großen Wow-Effekte erwarten, bei der Action hingegen schon. Unterm Strich ist die Kampagne aber nicht mehr als eine nette Dreingabe, um den Spieler auf das Szenario einzuschwören. Wer Battlefield spielt, will online andere Spieler aufmischen. Richtig?

Fazit: Battlefield Hardline bricht mit seiner Tradition. Das Polizei-Szenario und die infanterielastigen Karten sind so gar nicht typisch Battlefield und könnten für einige Fans der Konkurrenz wie „Counterstrike“ oder „Call of Duty“ zu sehr ähneln. Wer aber in den Vorgängern ohnehin immer leidenschaftlicher Infanterist war, wird mit Battlefield Hardline– wie gewohnt – seinen Spaß haben. Battlefield-Fans, die auf dickes Kriegsgerät nicht verzichten können, bleiben besser beim immer noch sehr populären Battlefield 4.

Mehr Infos unter: www.battlefield.de

6 / 20 | "Call of Duty: Black Ops 3" von Activision Blizzard bietet gleich zwei (Koop-)Kampagnen, die ungewöhnlich lang ausfallen

Ego-Shooter: Call of Duty: Black Ops 3

Für PC, PS4, Xbox One, PS3 und Xbox 360. Preis: 40 bis 70 Euro (je nach Plattform)

Bislang waren Ego-Shooter der Marke „Battlefield“, „Medal of Honor“ oder „Call of Duty“ nicht gerade bekannt für lange, einprägsame Story-Kampagnen. Meist wurden sie aus den üblichen Zutaten gestrickt:  eine Handvoll Patriotismus, mehrere tausend Explosionen und tonnenweise Blei, verrührt mit jeder Menge Schießbuden-Action – und fertig ist der Genre-Standard! Doch siehe da: „Call of Duty: Black Ops 3“ von Activision Blizzard hatte es leid, seine Fans nur nach Schema F zu bedienen und liefert nach vielen Jahren endlich wieder ein Call of Duty, das vieles erfrischend anders macht – und das auch noch stellenweise besonders umfangreich.

Das beste Beispiel ist die locker acht (!) Stunden andauernde Hauptstory, die nach dem Durchspielen eine zweite (Zombie-)Kampagne mit gleichen Missionen aber in anderer Reihenfolge und mit neuem Setting freischaltet, die ebenfalls etwa acht Stunden bespaßt. Ein fast schon biblisches Ausmaß für dieses Genre. Cool:  Beide Kampagnen lassen sich zu zweit per Splitscreen oder online mit bis zu vier Spielern durchzocken. Auch wieder mit dabei: ein bockschwerer Koop-Zombie-Modus, in dem Sie immer stärker werdende Zombiewellen abwehren müssen.

Ein Mix aus „Memento“ und „Source Code“
Wer sich fragt, ob die Hauptkampagne von Black Ops 3 überhaupt was taugt, dem sei gesagt: Ja, nur ist ihr Erzählstil nicht jedermanns Sache. Sie spielen im Jahr 2065 eine Art kybernetischen Supersoldaten, dem über eine Schnittstelle Daten direkt ins Hirn gespielt werden können. So ist es möglich, Sie in vergangene Ereignisse im Stil des Films „Source Code“ von Duncan Jones eintauchen zu lassen. Was an sich ziemlich cool ist, wird schnell zur Odyssee. Zum einen, weil Sie nie wirklich wissen, ob das Erlebte gerade tatsächlich oder nur in Ihrem Kopf stattfindet. Zum anderen, weil die Kampagne keine klare Zeitlinie verfolgt. Wie im Film „Memento“ von Christopher Nolan werden Story-Schnipsel wirr aneinandergereiht und müssen am Ende zu einem Aha-Effekt zusammengeführt werden. Ziemlich anstrengend, hier bis zum Ende den Überblick zu behalten, aber originell.

Robocop auf Steroide
An Action-Kost schleudert Black Ops 3 die gewohnte Ballerbuden-Mischung heraus. Überall rumst und kracht es, die Luft ist mit Blei gefüllt und an jeder Ecke kreischt irgendwer irgendetwas. Popcorn-Unterhaltung pur. Schön: Auf genreübliche Schlauch-Levels wurde größtenteils verzichtet. Meist findet das Geballer in größeren Arealen statt, in denen Sie sich nach Herzenslust austoben können. Dabei steht Ihnen eine Vielzahl an futuristischen Cyber-Fähigkeiten und -Verbesserungen zur Verfügung, die die Ballerei umso spaßiger werden lassen.

In Sachen Multiplayer liefert Black Ops 3 serientypisch hohes Niveau ab: Insgesamt stehen 13 Mehrspielerkarten und 11 Spielmodi zur Auswahl. Völlig neu ist der „Geleitschutz“-Modus, in dem die Verteidiger einem Roboter Geleitschutz geben müssen, während die Angreifer die Blechbüchse zu Schrott verarbeiten sollen. Nebenbei sammeln die Soldaten Erfahrungspunkte, mit denen etwa neue Waffen, Aufsätze oder Perks freigeschaltet werden können.

Fazit: Black Ops 3 ist eine umfangreiche und hochwertige Action-Packung mit reichlich Abwechslung. Vor allem Koop-Fans bekommen einiges geboten. Auch wenn die Wirrwarr-Story Marke „Ich hab keine Ahnung was hier eigentlich abgeht“ nicht jedem gefallen wird: Selten war ein Call of Duty so ungewöhnlich inszeniert und gut abgemischt.

7 / 20 | Eine durchweg gelungene Erweiterung für einen der besten Koop-Shooter für Konsolen: "Destiny: König der Besessenen" von Activision Blizzard

Multiplayer-Shooter: Destiny: König der Besessenen

Für PS4, Xbox One, PS3 und Xbox 360. Preis: ab 40 Euro

Als Ende 2014 „Destiny“ von Activision Blizzard auf den Markt kam, haben wir uns über die lahme Story und zu wenig Inhalte ausgelassen (siehe Test). Das Problem: Destiny macht – vor allem gemeinsam im Koop-Modus mit Freunden – irre viel Spaß, ist aber viel zu schnell durchgespielt. Nach nunmehr zwei DLCs („Dunkelheit lauert“ und „Haus der Wölfe“) kommt mit „König der Besessenen“ die erste große Erweiterung – und wir können sagen: (Fast) alles richtig gemacht! Endlich ist das Destiny-Erlebnis mit allen drei Erweiterungen so, wie es damals hätte sein sollen. Die Maximalstufe wurde auf 40 angehoben, jeder der drei Klassen ein neuer Fokus spendiert und die Story mächtig aufgepimpt. Auch der PvP-Modus ist besser denn je. Dazu gibt’s massenhaft neue Ausrüstung, Waffen und Nebenbeschäftigungen.

Such gefälligst selbst!
Ein rundes Ding, oder? Fast, denn an einer Sache stören wir uns seit jeher gewaltig: Während es für die meisten Instanzen (im Spiel sogenannte „Strikes“) und PvP-Arenen eine automatische Spielersuche gibt, müssen für die großartigen Raids mit bis zu 6 Spielern selbst genügend Hüter gesucht werden. Entweder haben Sie also 5 Freunde an der Hand, die ebenfalls Destiny spielen, genauso weit fortgeschritten wie Ihr Charakter sind und immer dann Zeit haben, wenn Sie sie haben. Oder Sie müssen umständlich über mehrere von der Community bereitgestellte „Suche nach Gruppe“-Webseiten nach genügend Mitspielern suchen. Ein Graus für jeden, der nach Feierabend einfach nur direkt loslegen will. Und völlig unverständlich, warum es Entwickler Bungie dem Großteil der Destiny-Spieler bei den mitunter besten Inhalten so unnötig schwer macht.

Fazit: „Destiny: König der Besessenen“ erweitert das Hauptspiel mitsamt den beiden DLCs endlich zu dem Erlebnis, das es vor einem Jahr hätte sein sollen. Spätestens jetzt sollten Sie unbedingt mitballern!

Mehr Infos unter: www.destinythegame.com/de

8 / 20 | Das Rennspiel "F1 2015" von Bandai Namco richtet sich an Formel 1-Fans, die es möglichst authentisch und realistisch mögen

Rennspiel: F1 2015

Für PC, PS4 und Xbox One. Preis: 45 bis 60 Euro (je nach Plattform)

Mit „F1 2015“ tauchen Sie – dank offizieller Lizenz – direkt in die laufende Formel 1-Saison ein – inklusive aller aktuellen Teams und Strecken. Wer einen der Vorgänger gespielt hat, wird wissen, dass sich das Rennspiel von Bandai Namco viel Mühe damit macht, möglichst authentisch zu sein, was auch diesmal recht gut gelingt. Im Vergleich zum Vorgänger hat F1 2015 an Atmosphäre gewonnen, vor allem durch die aufgebohrte Grafik, die fast schon fotorealistisch wirkt. Aber auch an der Fahrphysik-Schraube wurde gedreht, um ein möglichst echtes Formel 1-Feeling aufkommen zu lassen. Dazu kommen viele kleinere Detailverbesserungen.

So realistisch wie Sie mögen
Im Meisterschafts-Modus treten Sie gegen sehr glaubwürdige und fähige Fahrer an. Wem das noch nicht schwer genug ist, der kann im neuen „Pro Season“-Modus mit realistischen Formel 1-Einstellungen ohne jegliche Hilfen sein Können unter Beweis stellen. Sehr Schade: Der beliebte Karrieremodus fehlt diesmal unverständlicherweise komplett, das gilt auch für die kooperative Meisterschaft im Mehrspielermodus. Dadurch wirkt die Neuauflage ziemlich abgespeckt, trotz neuem Modus.

Fazit:
Für Motorsport- und Formel 1-Fans ist F1 2015 ein guter Wurf, allein schon wegen der aktuellen Lizenz und der hübscheren Grafik. Wer seine Rennspiel-Freude am liebsten im Karrieremodus schürt, muss sich jedoch zwangsweise woanders umschauen.

Mehr Infos unter: www.formula1-game.com

9 / 20 | Auch in diesem Jahr gibt's wieder einige Verbesserungen in "FIFA 16" von Electronic Arts

Sport-Simulation: FIFA 16

Für PC, PS4, Xbox One, PS3 und Xbox 360. Preis: um 55 Euro

Traditionsgemäß bringt Electronic Arts jedes Jahr einen neuen FIFA-Ableger mit dezenten Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger. Die großen Stärken der Reihe sind seit jeher das umfassende Lizenzpaket und eine tolle Atmosphäre – neben der stets erstklassigen Fußball-Simulation natürlich. Im neuen „FIFA 16“ fällt als erstes die leicht verbesserte Grafik auf. Aber es gibt noch mehr in EAs Fußball-Wundertüte:

Mehr Realismus
Lange Zeit hat es die FIFA-Reihe mit dem Realismus auf dem Platz nicht ganz so genau genommen. Doch seit einigen Jahren gibt sich EA hierbei redlich Mühe. Dem Realismus-König und Konkurrenten Pro Evolution Soccer (PES) kann FIFA 16 aber noch immer nicht das Wasser reichen. Immerhin: Hatte man im letzten FIFA häufig das Gefühl, dass der Ball zu leicht agiert, so verhält er sich jetzt nahezu perfekt. Die Flugkurve hat deutlich mehr von einem echten Ball als bislang gewohnt. Gut gemacht! Neben dem Ballgefühl wurde auch am Mittelfeld gearbeitet: Wer im Vorgänger alles rockte, wird sich in FIFA 16 erst einmal umgucken, denn nicht alle Pässe gelingen mehr so leicht wie früher. Mit dem neuen "No Touch Dribbling"-System können Sie zudem – ganz nach dem Vorbild von Lionel Messi – Ihre Gegner durch geschickte Körpertäuschung mal eben ziemlich alt aussehen lassen. Großartig, wenn das gegen den besten Kumpel gelingt!

Mehr Atmosphäre, neuer Kommentator
Neben Freistoßspray, Torlinientechnik und Abnutzung des Platzes wurde FIFA 16 auch ein neues Kommentatoren-Duo spendiert: Wolf-Christoph Fuss kommentiert nun gemeinsam mit Frank Buschmann das Spielgeschehen, natürlich nicht ganz ohne Aussetzer, aber unterm Strich durchaus stimmig.

Tolle Ergänzung: Erstmals in der FIFA-Reihe sind auch die Nationalmannschaften der Frauen spielbar – und das ziemlich authentisch. Vielleicht ein guter Ansatz, Ihre Liebste mal für eine Runde FIFA zu begeistern. Vor allem dann, wenn Hasi Ihnen entnervte Worte zuwirft, weil Sie sich mal wieder seit Stunden auf dem virtuellen Rasen austoben.

Fazit: Ganz klar: Wer Bundesliga zocken möchte, kommt um „FIFA 16“ nicht herum! Dazu hat EA im neuen Jahrgang an vielen Stellen an den richtigen Schrauben gedreht. Wer sich jedoch das Maximum an Realismus auf dem Platz wünscht, der greift auf Kosten von Atmosphäre und Inszenierung zu „PES 2016“.

Mehr Infos unter: www.easports.de/fifa

10 / 20 | Mehr Macht, mehr Ruhm, mehr Gold: "Grand Ages: Medieval" von Kalypso ist ein Fest für alle Wirtschaftsstrategen

Echtzeit-Strategie: Grand Ages: Medieval

Für PC und PS4. Preis: 35 bis 45 Euro (je nach Plattform)

Warum den ganzen Tag herumballern oder Autos tunen, wenn man seine Zeit zum Zocken auch für etwas Höheres nutzen kann: zum Beispiel Kaiser von Europa werden! Im Mittelalter-Handelsstrategiespiel „Grand Ages: Medieval“ von Kalypso starten Sie Ihre Karriere in einem kleinen Dorf irgendwo im Nirgendwo. Wie genau Sie nun zu kaiserlichem Ruhm, Macht und vor allem Reichtum gelangen, überlässt das Spiel Ihnen. Zur Wahl stehen etwa hinterhältige Intrigen, großes Verhandlungsgeschickt oder die bloße Waffengewalt. Doch egal welche Strategie Sie bevorzugen: mit leeren Kassen bewegt sich gar nichts. Also geht es in Grand Ages vorrangig darum, eine florierende Wirtschaft aufzubauen, neue Städte zu gründen, sein Reich zu vergrößern und das Geschaffene vor Neidern zu schützen.

Ein Fest für Wirtschaftsstrategen
Um die Kassen bis zur Oberkante zu füllen, stehen Ihnen insgesamt 20 Ressourcen zur Verfügung, die Sie möglichst gewinnbringen verkaufen sollten. Spätestens mit der zweiten Stadt wird dabei schnell klar, dass es nicht reicht, einfach einen Karren von A nach B zu schicken, denn den Gewinn maximieren Sie nur, wenn die zum Verkauf stehende Ware in der Stadt auch benötigt wird. Dabei haben Sie stets freie Hand, wie genau Sie die Städte versorgen und ihre Bewohner bei Brot und Laune halten, ob mit automatischen oder akribisch erdachten Handelsrouten. Mit wachsendem Imperium entwickelt sich das zu einer immer schwierigeren Aufgabe, die jeden Workaholic bis ins Mark befriedigen kann.

Es geht immer noch raffgieriger
Auch wenn die KI im Solo-Abenteuer erfreulich gut agiert und stets einen Plan hat, wie sie Ihnen auch noch das letzte Goldstück aus der Tasche zieht: Den größten Spaß macht Grand Ages bei einer Partie gegen bis zu sieben Freunde. Nur so lässt sich schließlich herausfinden, wer der wahre Boss über Europa ist. Umso launiger wird es, wenn im Hintergrund still und heimlich Bündnisse untereinander geschlossen werden, um beispielsweise gemeinsam die Kassen eines Gegners trocken zu legen. Tipp: Planen Sie unbedingt ein ganzen Wochenende dafür ein, denn Europa ist groß und die riesige Spielwelt hält allerlei Überraschungen parat.

Fazit: "Grand Ages: Medieval" ist ein Spaß für jede Krämerseele – und all jene, die es noch werden wollen. Das Spiel kann Handels-Veteranen wie auch blutige Anfänger begeistern, denn die Entscheidung, wie tief man ins Geschehen eintaucht, trifft stets der Spieler selbst. Wer ein facettenreiches Spiel für lange Herbstabende sucht, sollte zugreifen!

Mehr Infos unter: www.grandages.com

11 / 20 | Ziehen Sie in "Heroes of the Storm" von Activision Blizzard mit Helden aus über 20 Jahren Blizzard-Geschichte in die Schlacht

Echtzeit-Taktik: Heroes of the Storm

Für PC. Preis: kostenlos spielbar (Free2Play)

Wer sich bisweilen mit dem vergleichsweise jungen MOBA-Genre schwer getan hat, soll mit „Heroes of the Storm“ (kurz „HotS“) endlich auf den Geschmack kommen. So zumindest der Plan von Activision Blizzard, die den alteingesessenen Platzhirschen „Dota 2“ und „League of Legends“ den Rang ablaufen wollen. Ob das funktioniert? Ja, das tut es! Heroes of the Storm ist – im Gegensatz zur Konkurrenz – angenehm einsteigerfreundlich, nimmt den Spieler sofort an die Hand und führt ihn schrittweise ins Spielprinzip ein. Die ersten Partien (5 vs. 5) werden gegen den Computer ausgetragen, danach können Sie frei wählen, ob auch echte Spieler antreten dürfen. Dabei kümmert sich das Spiel automatisch darum, dass die Teams in etwa auf gleichem Niveau sind.

Ikonische Helden
Heroes of the Storm versprüht einen besonderen Charme, denn die spielbaren Helden stammen allesamt aus über 20 Jahren Blizzard-Geschichte und sind für Fans von Starcraft, Diablo oder Warcraft wohlbekannt. Das hat schon was, wenn sich plötzlich Diablo höchstpersönlich ein Scharmützel mit dem Lichkönig Arthas aus dem Warcraft-Universum liefert. Jede Woche sind sieben neue ikonische Helden gratis zur Auswahl. Wer dauerhaft Zugriff auf einen Charakter möchte, kauft ihn direkt mit Echtgeld oder spart die Ingame-Währung, die es immer mal wieder für Fortschritte oder erlediget Aufträge im Spiel gibt.

Einen weiteren Trumpf hält Heroes of the Storm mit seinen extrem abwechslungsreichen und spannenden Karten in der Hand. Auf jeder Map muss ein anderes Missionsziel erfüllt werden, um seinem Team einen kurzzeitigen Vorteil zu verschaffen. Dadurch werden die Kämpfe noch dynamischer und actionreicher als in anderen MOBAs. Ein Beispiel: Auf unserer Lieblingskarte Schwarzherzbucht sammeln Sie Goldmünzen, um damit Käpt’n Schwarzherz zu bewegen, mit seiner Schiffskanone die feindlichen Verteidigungsanlagen aufs Korn zu nehmen.

Komplexer als gedacht
Im Vergleich zur Konkurrenz setzt Heroes of the Storm zwar stark auf Vereinfachung, an genügend Tiefgang fehlt es dem Spiel jedoch nicht. Jeder Held hat drei einzigartige Grundfähigkeiten, die sich im Laufe einer Partie ausbauen und individualisieren lassen. Auf Stufe 10 kommt eine von zwei besonders starken Fähigkeiten hinzu. Unterm Strich bietet jeder Held eine einzigartige Spielerfahrung und eröffnet durch die Talentwahl wiederum die Möglichkeit zur Spezialisierung. Davon abgesehen vergeht viel Zeit, bis Sie alle der momentan 41 spielbaren Helden kennengelernt haben.

Fazit: Noch nie war der MOBA-Einstieg so leicht und gleichzeitig so unterhaltsam. Geben Sie dem Genre eine (zweite) Chance!

Mehr Infos unter: www.eu.battle.net

12 / 20 | Endlich können auch Gamer in das staubige und mürrische Leben von Mad Max eintauchen: mit "Mad Max" von Warner Bros.

Action-Adventure: Mad Max

Für PC, PS4 und Xbox One. Preis: um 50 Euro

"Mad Max" von Warner Bros. hat, bis auf den Helden, nichts mit den Filmen zu tun, fängt jedoch stilsicher deren Charme ein. Gleich zu Beginn wird Max von einer Horde Warboys überfallen, die ihm seinen heißgeliebten "V8 Interceptor" stibitzen und tragischerweise sofort ausschlachten. Max ist stinksauer. Immerhin konnte er dem Anführer und Oberbösewicht Lord Scrotus noch eine Kettensäge im Kopf als Andenken hinterlassen. Doch Scrotus lebt – und Badass Max sinnt nach Rache. In seiner Not trifft er auf den buckligen Mechaniker Chumbucket, der ein wenig an Gollum aus "Der Herr der Ringe" erinnert und mehr als nur eine Schraube locker hat. Herrlich! Dafür hat er Ahnung von Autos und hilft Max dabei, ein neues Auto zu bauen: den "Magnum Opus".

Das Nonplusultra: ein V8-Motor!
Von nun an geht es vor allem darum, die rostige Kiste zum mörderischen Kampf-Boliden aufzumotzen, um für den Feldzug gegen Scrotus gewappnet zu sein. Harpune, Flammenwerfer, Explosivlanzen: alles nette und vor allem tödliche Extras, die der moderne Ödland-Kämpfer eben braucht. Doch Max will mehr: Er sehnt sich melanchonisch nach einem wuchtigen V8-Motor, den es nur in Gastown zu holen gibt – und das liegt in der (fast) offenen Spielwelt natürlich am Arsch der Welt.

Ödnis im Ödland
Die Reise nach Gastown durch ingesamt fünf Zonen wird bereits nach der ersten größeren recht zäh. In jeder Zone herrscht ein Warlord, bei dem wir uns einschleimen müssen, indem wir feindliche Camps auseinandernehmen, Wachtürme einreißen und Konvois aufreiben, um so die Bedrohungsstufe in der Gegend zu senken. In der ersten Zone macht das noch großen Spaß. Doch dann offenart sich allmählig die Erkenntniss, dass wir das alles in jeder Zone wiederholen müssen, wenn wir gründlich vorgehen wollen. Puh ...

Warum Mad Max trotzdem rockt
Wer sich allzu sehr an die Nebenaufgaben fesselt, verliert sich schnell in staubiger Langeweile. Es kommt auf den richtigen Mix aus Missionen und Fleißarbeit an, dann werden Sie mit Mad Max auch Ihre grandiosen Momente haben. Denn Mad Max macht an sich richtig Laune. Die Kämpfe im Auto, vor allem gegen Konvois, spielen sich wie in den Filmen: Mal eben dem Gegner bei voller Fahrt mit der Harpune ein Rad wegreißen oder auf unseren Wagen springende Banditen mit einer Ladung Schrot wieder vom Dach pusten. Goßartig! Auch der Kampf zu Fuß könnte cooler kaum sein und ähnelt stark dem spektakulären "Freeflow"-Kampfsystem aus den Batman-Spielen. Dazu die bildhübsche und stimmige Endzeitkulisse, die trotz Massen an Sand und Staub stets genügend Abwechslung fürs Auge bietet.

Zwischen flau und wow
Bei der Missionsgestaltung tut sich Mad Max hingegen recht schwer. Die Hauptgeschichte will erst gegen Ende so richtig packend werden. Davor glänzen eher die Nebenaufträge der Warlords. Auf Dauer bleiben nur wenige Missionen im Gedächtnis. Etwa die, in der wir in völliger Finsternis durch einen halb versandeten Flughafenkomplex fahren, vorbei an unzähligen Geschäften und Fallen auf der Suche nach einer dämlichen Lichterkette für unseren Auftraggeber. Die Atmosphäre ist beklemmend, denn schnell wird klar, dass wir beobachtet werden. Der Flughafen ist in den Händen von Wüstenbanditen – und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie zuschlagen werden.

Mad Max könnte viel mehr solcher Momente gebrauchen, das Szenario bietet eigentlich auch genügend Spielraum dafür. Gleiches gilt für abgedrehte Charaktere, so wie in den Filmen. Zwar gibt es einige davon, allen voran Chumbucket, doch es hätten viel mehr sein müssen. Ein Großteil der Ödland-Bevölkerung ist seelenlos trist. Verschenktes Potential, wie wir finden.

Fazit: Selten haben wir uns in Sachen Motivation so sehr hin- und hergerissen gefühlt. Wer aber auf den richtigen Mix von Missionen und Fleißarbeit achtet, kann mit Mad Max irre viel Spaß haben, auch wenn das Spiel nicht ganz das ist, was es hätte sein können. Dennoch: Wer die Filme mag, muss zugreifen!

Mehr Infos unter: www.madmaxgame.com

13 / 20 | "Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain" von Konami ist der krönende Abschluss der Stealth-Shooter-Serie von Hideo Kojima

3rd-Person-Shooter: Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain

Für PC, PS4, Xbox One, PS3 und Xbox 360. Preis: um 55 Euro

Willkommen in Ihrem eigenen Action-Epos! Im letzten Teil der berühmten Schleichspielserie von Konami schlüpfen Sie erneut in die Rolle des Naked Snake und sollen nun endlich mit viel Kabumm zu Ende bringen, was im genialen Prologspiel „Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes“ begonnen hat: der Organisation „Cipher“ samt Anführer „Skull Face“ das Handwerk legen. Dabei haben Sie in den offenen Gebieten Afghanistan und Afrika, in denen „The Phantom Pain“ überwiegend spielt, alle Freiheiten, die eine rachsüchtige Schlange auf dem Kriegspfad eben so braucht. Was und wie Sie etwas tun, bleibt stets Ihnen überlassen. Sie entscheiden, ob Sie etwa in alter Rambo-Manier die halbe Feindbasis in Schutt und Asche legen, um Ihren Auftrag zu erfüllen, oder bei Nacht still und heimlich um die Häuser schleichen.

Gute Rache will vorbereitet sein
Bevor Sie die Jagd auf Skull Face und seine mächtige Organisation eröffnen, ist Vorbereitung angesagt: Ohne eigene Basis und eine kampfstarke Söldnertruppe kassiert Snake nur reichlich Backenfutter. Also heißt die Devise: gemeinsam statt einsam! Unterstützung gibt es dabei auch von alten und neuen Gefährten, etwa die sexy Schafschützin „Quiet“ oder der Hund „D-Dog“, der für Sie Feinde und Waffen aufspüren kann. Zwischen den Missionen geht’s immer wieder mal zurück zur „Mutter-Basis“, die sich umfangreich ausbauen lässt, um etwa an neue Waffen und Gadgets zu gelangen. Ein tragendes Element, das stark zur Atmosphäre beiträgt und zum Sammeln motiviert.

Von grandios bis albern
Die Story von The Phantom Pain spannt sich über 50 Hauptmissionen und wird mit hollywoodreifen Zwischensequenzen garniert. Dazu kommen satte 150 Nebenmissionen, die nicht einfach nur verzichtbare Fleißarbeit darstellen, sondern auch nützliche Features freischalten, optionale Story-Momente bieten oder sogar für den Hauptplot unabdingbar sind. Kurz um: Es gibt unfassbar viel zu tun! Auch wieder mit dabei: Die serientypischen Albernheiten, die die eigentlich sehr martialische, coole und actiongeladene Spielerfahrung immer wieder aufs Neue bewusst mit Slapstick-Unsinn kontern. So äpfelt Ihr Pferd D-Horse beispielsweise auf Kommando auf die Straße. Fährt dann etwa eine Jeep-Patrouille drüber, werden die Soldaten schnurstracks durch das verursachte Schleudertrauma außer Gefecht gesetzt. Herrlich!

Grafisch kann The Phantom Pain ebenfalls begeistern. Das Spiel sieht zu jeder Zeit gut aus, egal ob auf Konsole oder PC. Auch atmosphärisch hat MGS-Urvater Hideo Kojima dafür gesorgt, dass man sich in manchen Situationen krampfhaft ans Gamepad klammert. Zum Beispiel im Prolog, als wir uns in einem Krankenhaus völlig geschwächt zwischen Leichen verstecken, während vermummte Söldner auf der Suche nach uns das Gebäude durchkämmen und jeden umnieten, auf den sie treffen. Ein typischer Metal-Gear-Solid-Moment.

Fazit: Egal, ob Sie die Vorgänger bereits gespielt haben oder zum ersten Mal in die Rolle von Snake schlüpfen: „Metal Gear Solid V: The Phantom Pain“ bietet feinste Open-World Action, eine großartige Story, die Veteranen natürlich etwas mehr begeistern wird, und Grafikpracht auf der Höhe der Zeit. Ein erstklassiges Komplettpaket, an dem Sie sich locker mehrere Wochen erfreuen können.

Mehr Infos unter:  www.konami.jp/mgs5

14 / 20 | Lust als Unsterblicher zum Gott aufzusteigen? Dann lohnt sich ein Blick in "Skyforge" von my.com

Online-Rollenspiel: Skyforge

Für PC. Preis: kostenlos spielbar (Free2Play)

„Nicht noch ein Free2Play-Online-Rollenspiel“, würden eingefleischte Gamer jetzt sagen. Doch bei „Skyforge“ von my.com lohnt sich ein genauerer Blick, denn das Spiel geht in mancher Hinsicht ganz eigene Wege. Der Clou: Sie müssen sich nicht auf eine bestimmte Klasse festlegen und für mehr Abwechslung langwierig mehrere Charaktere der Reihe nach hochzüchten. Wer in Skyforge Abwechslung braucht, wechselt einfach fix per Klick die Klasse und spielt mit dieser weiter. Am Anfang stehen 3 Klassen zur Auswahl, bis zu 13 können im Laufe des Spiels freigeschaltet werden. Darunter der Kanonier, der sich seinen Gegnern mit einer Transformer-artigen Riesenwumme stellt, die sich – je nach Situation – in Minigun, Raketenwerfer oder Mortar verwandeln kann. Cool!

Unsterblich auf dem Weg zur Göttlichkeit
Im Prolog stellt Ihr Charakter, ein einfacher Soldat, schnell fest, dass er nicht sterben kann. Ganz schön praktisch – und wegen dieser Gabe werden Sie von den Bewohnern Aelions verehrt. Nach genügend guten Taten entwickelt sich daraus schnell Ihr eigener Orden, dessen Anhänger Sie auf lukrative Missionen schicken können. Im Laufe des Spiels bietet sich schließlich die Möglichkeit, zur Gottheit aufzusteigen.

Leicht zu lernen, schwer zu meistern
Vom Spielprinzip her ist Skyforge angenehm actionlastig. Immer wieder muss harten Angriffen ausgewichen werden. Sie stehen nicht einfach nur da und knüppeln Ihre Fähigkeiten raus. Generell sind die unterschiedlichen Klassen leicht zu lernen, aber schwer zu meistern, da häufig die Schüsse, Schläge und Zauber aufeinander aufbauen und ein umfangreiches Talent-System für weiteren Tiefgang sorgt. Ihre Spielfigur steigt übrigens nicht – wie üblich – im Level auf, sondern sammelt durch Fortschritte und bessere Ausrüstung Prestigepunkte, die praktisch die Stärke des Spielers darstellen. Je höher das Prestige, desto mehr Inhalte werden im Spiel freigeschaltet.

Skyforge ist kostenlos spielbar. Aber natürlich können Sie auch echtes Geld loswerden, das etwa in ein Premiumkonto und in sogenannte „Argents“ investiert werden kann. Beides beschleunigt den Spielfortschritt, der über ein wöchentlich gesetztes Limit jedoch eingegrenzt wird. Gelegenheitsspieler wird das kaum auffallen. Vielspieler werden hingegen ab einem gewissen Punkt praktisch zu einer Zwangspause genötigt, die zahlende Spieler durch die Fortschritts-Boni noch viel schneller erreichen. Ob diese Bemutterung auf Dauer Sinn macht, ist fraglich.

Fazit: Skyforge erfindet das Rad nicht neu, setzt mit seinem innovativen Klassenkonzept und dem actionlastigen Spielprinzip aber erfreulich frische Akzente – und sieht dabei auch noch richtig schick aus. Ob Sie mal reinschnuppern sollten? Definitiv!

Mehr Infos unter: www.sf.my.com

15 / 20 | Star Wars-Games gibt es unzählige, aber nur wenige, die die Atmosphäre aus den Filmen so gut einfangen wie "Star Wars: Battlefront" von Electronic Arts

Multiplayer-Shooter: Star Wars: Battlefront

Für PC, PS4, Xbox One. Preis: um 55 Euro

Oh mein Gott: Star Wars! Oh mein Gott: im AT-AT auf dem Eisplaneten Hoth die dreckigen Rebellen aufmischen, im X-Wing den imperialen Tie-Fightern die Flügel stutzen oder im Duell gegen Darth Vader gekonnt das Lichtschwert schwingen – alles wie in den Filmen! Wer jetzt ungeduldig wie ein kleines Kind auf seinem Stuhl auf und ab juckelt und sich fragt, ob „Star Wars: Battlefront“ von Electronic Arts auch was taugt, spitzt die Ohren wie Yoda: Ja, das tut es! Aber nicht unbedingt auf Dauer…

Bombastisches Effektgewitter
Ob in den dichten Wäldern von Endor oder in den langgezogenen Schützengräben auf Hoth: Star Wars: Battlefront ist grafisch ein absoluter Augenschmaus! Dazu tragen nicht nur die Schauplätze der einzelnen Karten bei, die direkt aus den Filmen herauskopiert sein könnten, sondern auch das cineastische Effektfeuerwerk, . Ständig zischen Blasterschüsse an uns vorbei, AT-ST Walker stürmen heran und ballern aus allen Rohren, während die fast schon majestätisch wirkenden AT-ATs langsam knarzend Schritt für Schritt übers Schlachtfeld stampfen und für die großen Explosionen sorgen. Kurz um: Das ist Star Wars-Atmosphäre pur, die in besonderem Maße auch über die grandiose Soundkulisse fantastisch in Szene gesetzt wird. Doch tolle Grafik und perfekter Sound machen noch keinen guten Multiplayer-Shooter aus. Das steht und fällt  – wie so häufig – über die gebotenen Spielmodi.

Nix für Solisten
Star Wars: Battlefront ist in erster Linie ein reinrassiges Multiplayer-Spiel mit viel Action, Geballer und Kabumm. Ganze neun Spielmodi werden geboten, von Klassikern wie „Capture the Flag“ (im Spiel „Fracht“ genannt) bis hin zu Eigenkreationen wie „Helden vs. Schurken“, in dem die besonders mächtigen Charaktere aus den Filmen gegeneinander antreten. Die coolen Star-Wars-Helden sind aber auch in anderen Modi spielbar. Am meisten Laune macht der Modus „Kampfläufer-Staffel“, weil hier auf einer riesigen Karte mit insgesamt 40 Spielern schlichtweg alles in den Star-Wars-Pott geworfen wird, was das Spiel zu bieten hat: Kampfjäger, Kampfläufer, Geschütztürme, Helden und jede Menge Blasterpower. Wer sich lieber auf kleinen Karten in schnellen Infanterie-Gefechten gegen andere Spieler misst, bekommt aber auch einiges geboten.

Einen Solo-Part gibt es im neuen Battlefront auch, ja, doch wirkt er aufgesetzt und dient vielmehr zum Kennenlernen der Steuerung und zur Vorbereitung auf die knallharten Kämpfe gegen echte Spieler. Der Kampf gegen die KI-Gegner kann auf den höheren Schwierigkeitsgraden aber durchaus eine Herausforderung sein. Eine halbwegs zusammenhängende Story wie in „Battlefield 4“ gibt’s übrigens nicht. Nett: Einige Missionen können auch im Koop-Modus bestritten werden.

Fazit: „Star Wars: Battlefront“ versprüht immer wieder das Gefühl, die großen Kämpfe aus den Filmen mit allem Drum und Dran selbst zu erleben – und diese Emotion macht das Spiel aus. Für Langzeitmotivation reicht das jedoch nicht aus, trotz der vielen Spielmodi und den filmreifen Kämpfen, denn hinter der Star Wars-Kulisse ist der Multiplayer-Shooter vergleichsweise simpel gestrickt. Wer gemeinsam mit Freunden spielt, zehrt länger davon. Was nach der ersten Euphorie jedoch bleibt ist ein Spiel, das Sie immer wieder gerne wegen der tollen Atmosphäre für ein paar Ründchen daddeln, mehr jedoch nicht. Daran werden auch die vier angekündigten DLCs für 2016 nichts ändern.

Mehr Infos unter: starwars.ea.com

16 / 20 | "Starcraft 2: Legacy of the Void" von Activision Blizzard ist das beste Echtzeit-Strategie-Abenteuer seit langem

Echtzeit-Strategie: Starcraft 2: Legacy of the Void

Für PC/Mac. Preis: 30 Euro

Die Geschichte um „Starcraft 2“ holt mit der zweiten und letzten Erweiterung „Legacy of the Void“ von Activision Blizzard zum finalen Schlag aus – und der hat es in sich! Im Schlussakt der Weltraum-Saga dreht sich diesmal alles um die Protoss, die ihre Heimatwelt Aiur zurückerobern und aus den Zerg Geschnetzeltes machen wollen. Doch schnell baut sich eine viel größere Sorge auf: Die dunkle Gottheit Amon will mit seiner gefürchteten Hybriden-Armee nicht weniger als die Apokalypse über die gesamte Galaxie bringen. Das riecht gewaltig nach Showdown – und so verwundert es nicht, dass Legacy of the Void von Anfang an ein Missionsdesign auffährt, das in Sachen Dramatik und Inszenierung die beiden bisherigen, sehr gelungenen Kampagnen sogar noch in den Schatten stellen kann.

Kreative Vielfalt
Selten gleicht dabei eine Mission der anderen. Mal überrollen wir das Schlachtfeld in einem Effektfeuerwerk mit einer gigantischen Protoss-Armee, mal verteidigen wir uns verzweifelnd gegen eine riesige Übermacht, mal befehligen wir nur eine Handvoll Helden über die Karte. Das erfordert fast immer eine individuelle Herangehensweise. Strategen, die sich am liebsten erst einbunkern, um schließlich mit einer in Ruhe hochgezüchteten Streitmacht alles über den Haufen zu ballern, werden in Legacy of the Void womöglich an einem Herzinfarkt sterben, da die meisten Missionen unter irgendeinen Zeitdruck gestellt sind. Aber richtig so, denn gerade dadurch wirkt die Kampagne spielerisch und erzählerisch so packend, dass man sie am liebsten an einem Stück durchsuchten mag.

Einen besonders coolen Kniff bietet unser Mutterschiff, die „Speer von Adun“, die uns auf dem Schlachtfeld als orbitale Kampfstation unterstützt und zwischen den Missionen frei konfigurierbar ist. So lässt sich unter anderem ein Bombenteppich oder Verstärkung aus dem All anfordern. Die Hilfe ist meistens auch bitter nötig, denn die Kampagne kann sehr schnell ziemlich knackig werden, insbesondere auf den beiden höchsten Schwierigkeitsgraden.

Koop als Sahnehäubchen
Neben der grandiosen Kampagne bietet Legacy of the Void auch frische Mehrspieler-Features wie zusätzliche Einheiten, neue Karten und Koop-Modi. Darunter der sogenannte Archon-Modus, in dem sich zwei Spieler gemeinsam die Kontrolle über eine Armee teilen. Ohne Kommunikation und genaue Absprache per Headset versinkt die Schlacht schnell im Chaos. Wer den Dreh aber erst einmal raushat, kann komplexere Strategien auffahren.

Legacy of the Void lässt sich unabhängig von den Vorgängern spielen. So wirklich Sinn macht das aber nicht, da Neueinsteiger am Ende dieser famosen Erweiterung mit Sicherheit auch zu den vorherigen Teilen greifen werden. Machen Sie es also gleich richtig und spielen Sie die Starcraft-Saga in der Reihenfolge, wie sie gedacht ist – wenn nicht schon getan. Zumal in Legacy of the Void viele Erzählstränge ihren finalen Abschluss finden, darunter die Geschichte von Jim Raynor (Hauptspiel „Wings of Liberty“) und Sarah Kerrigan (Erweiterung „Heart of the Swarm“).

Fazit: Legacy of the Void schließt die Trilogie wahrlich krönend ab und zeigt mit beeindruckender Raffinesse, wie großartig Echtzeit-Strategie sein kann. So eine hohe Qualität haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Bleibt zu hoffen, dass Blizzard sein Talent in diesem Genre schon bald wieder zum Einsatz bringt. Warcraft 4?!

17 / 20 | Als Geralt von Riva geht's in "The Witcher 3: Wild Hunt" von Namco Bandai wieder auf Bestjenjagd

Rollenspiel: The Witcher 3: Wild Hunt

Für PC, PS4 und Xbox One. Preis: 45 bis 60 Euro (je nach Plattform)

Hexer Geralt von Riva bestreitet sein drittes Abenteuer – und das ist noch länger, gewaltiger und facettenreicher als je zuvor. In „The Witcher 3: Wild Hunt“ von Namco Bandai fängt alles damit an, dass Bestienjäger Geralt auf der Suche nach seiner alten Liebe Yennefer und seiner Adoptivtochter Ciri ist – und das in einem vom Krieg gebeutelten Land. Da dauert es nicht lange, bis Geralt hier und dort – natürlich nur gegen Bares – aushelfen muss. Ob dabei die Klingen sprechen oder klug gewählte Worte reichen, können Sie in der offenen Spielwelt in aller Regel selbst bestimmen. Generell wird Ihnen viel Handlungsfreiheit zugesprochen. Hin und wieder wirken sich Ihre Entscheidungen auch direkt auf die Spielwelt oder den Verlauf der Geschichte aus.

Besser geht’s kaum
Die Inszenierung von The Witcher 3 ist extrem gut gelungen, egal wo es Sie hin verschlägt. Dafür sorgt zum einen die bombastisch gut aussehende, lebendige Spielwelt, die bis ins kleinste Detail mit viel Herzblut gestaltet wurde. Zum anderen lebt das Spiel von seiner Vielfalt. An jeder Ecke gibt es für Geralt was zu tun. Bestien jagen, Leute aufmischen, Frauen flachlegen, Detektivarbeit leisten, um nur einige der vielen Möglichkeiten zu nennen. Das Kämpfen macht dabei einen Großteil des Spiels aus und wird zu keiner Zeit langweilig, da Geralt für viele Gegner eine eigene Taktik anwenden muss.

Die größte Stärke des Spiels sind jedoch die Missionen. Selbst banal anmutende Aufträge entwickeln sich nicht selten zu einem einzigartigen Erlebnis. Wir haben aufgehört zu zählen, wie oft wir von The Witcher 3 mit großartigen Geschichten und Dialogen überrascht wurden. Selbst die Nebenmission sind oft cooler erzählt als in anderen Spielen die Hauptmissionen. Chapeau!

Fazit: Ganz einfach: Wer The Witcher 3 nicht spielt, verpasst ein wahres Meisterwerk – und definitiv eines der besten Spiele des Jahres, für das Sie unbedingt genügend Zeit einplanen sollten. Wer nichts auslassen möchte kommt schnell auf weit über 100 Spielstunden.

Mehr Infos unter: www.thewitcher.com

18 / 20 | Besser als jeder Teenie-Horrorfilm: "Until Dawn" von Sony Computer Entertainment

Action-Adventure: Until Dawn

Exklusiv für PS4. Preis: 65 Euro

Die Zutaten für einen klassischen Teenie-Slasher: 8 hübsche Teenager Mitte 20, eine einsame Blockhütte auf einem verfluchten Berg ohne Aussicht auf Hilfe und ein mysteriöser Psycho-Killer, der seine kranken Spielchen mit der Truppe treibt. Wer jetzt meint, das gab‘s so ähnlich schon zigmal im Kino zu sehen und das kann ja nichts werden, wird mit „Until Dawn“ von Sony Computer Entertainment (exklusiv für PS4) besonders viel Spaß haben. Zwar bedient sich der spielbare Horrorfilm sämtlicher Klischees aus Filmen wie „Scream“, „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ oder „Saw“, doch nur, um die schnell aufgebaute Erwartungshaltung immer wieder wie ein irrer Axtmörder zu zerstückeln. Kurz um: Wer glaubt, zu wissen, was als nächstes passieren wird, liegt in Until Dawn meistens falsch.

Der Tod lauert überall
In etwa 10 Stunden Spielzeit geht es vor allem darum, die Teenager bis zum Morgengrauen am Leben zu halten. Dabei spielt Until Dawn meisterlich mit angstgefüllten, actionreichen und verzwickten Momenten. Schon eine falsche Entscheidung, schon ein misslungenes Quick-Time-Ereignis kann den Tod eines Teenagers bedeuten. Auch kommt der sogenannte Butterfly-Effekt zum Einsatz: Jede Entscheidung beeinflusst den Verlauf der Geschichte. Das erhöht vor allem den Wiederspielwert. Wer mit dem Ende nicht zufrieden ist, probiert es einfach noch einmal.

Die Charaktere in Until Dawn wurden allesamt von echten Schauspielern per Motion Capture verkörpert. Selten sah das in einem Spiel so gut und realistisch aus wie hier. Vor allem die für gute Grusel-Momente so wichtige Mimik beeindruckt. Ein angstverzerrter Blick, ein abschätziges Mustern oder ein panischer Aufschrei: alles wunderbar animiert und klar erkennbar. Da dauert es nicht lange, bis uns die ein oder andere Figur tatsächlich ans Herz wächst. Bravo! Und umso tragischer, wenn sie plötzlich dran glauben muss.

Fazit: Until Dawn zählt nicht nur zu den schönsten PlayStation-4-Titeln, sondern auch zu den gruseligsten. Gut gezeichnete Charaktere, eine tolle Story und genügend überraschende Wendungen: So geht (Teenie-)Horror!

Mehr Infos unter: www.playstation.com

19 / 20 | In "Victor Vran" von EuroVideo geht's gegen haufenweise Dämonen in die Schlacht

Action-Rollenspiel: Victor Vran

Für PC. Preis: 20 Euro

Böse Zungen würden sagen, dass "Victor Vran" einfach nur ein netter Diablo-Abklatsch ist. Das würde dem Spiel von EuroVideo aber nicht gerecht werden. Ja, es ist ein klassischer Hack&Slay-Titel. Ja, es gibt einige Parallelen zu Diablo. Aber es sind auch genügend eigene Spielelemente zu finden, die Victor Vran diesen besonderen Charme einhauchen – allen voran die Spielmechanik. Ein Beispiel: Je nachdem, welche Waffe Sie anlegen, verändert sich der Spielstil grundliegend. Es gibt kein klassisches Skillsystem, in dem Sie sich für eine bestimmte Spielart festlegen. Das ist erfrischend abwechslungsreich. Nett: Viele der Hauptfiguren wurden von bekannten Sprechern vertont. So wird Victor etwa von Martin Keßler gesprochen, besser bekannt als die deutsche Stimme von Nicolas Cage oder Vin Diesel.

Die Story und ihre Inszenierung bleiben hingegen etwas auf der Strecke: Dämonenjäger Victor Vran reist in die verfluchte Stadt Zagoravia, um dort seinen Freund Adrian zu finden. Vor Ort muss er sich mit allerhand Dämonengesocks herumschlagen. Und dann ist da auch noch diese geheimnisvolle Stimme in seinem Kopf, die viele seiner Aktionen schelmisch kommentiert. Das unterhält. Schade: Überraschende Wendungen oder schicke Zwischensequenzen bleiben aus.

Fazit: Victor Vran bringt frischen Wind in das Hack&Slay-Genre. Auch der günstige Preis kann sich sehen lassen. Wer Diablo mochte und vom Monsterschnetzeln nicht genug bekommt, greift zu.

Mehr Infos unter: www.victorvran.com

20 / 20 | In "World of Warships" von Wargaming probieren Sie sich als erfolgreicher Kapitän

Action-Simulation: World of Warships

Für PC. Preis: kostenlos spielbar (Free2Play)

Die Macher von „World of Tanks“ haben es neuerdings mit Schlachtschiffen. „World of Warships“ von Wargaming verfolgt steif heruntergebrochen das Spielprinzip des erfolgreichen Panzerspiels. Mit vier unterschiedlichen Schiffsklassen (Zerstörer, Kreuzer, Schlachtschiff oder Flugzeugträger) aus aktuell zwei Nationen (USA und Japan) geht’s in schnelle Multiplayer-Gefechte, die nicht länger als 15 Minuten andauern. In den Schlachten verdienen Sie sich mit Ihrem ausgewählten Kahn Erfahrungspunkte und Credits, die in dessen Ausbau oder zur Freischaltung neuer Schiffe verwendet werden können.

Genügend Abwechslung
Die vier unterschiedlichen Schiffsklassen erfordern unterschiedliche Taktiken und Spielweisen. Zerstörer sind beispielsweise ideale Späher, können mit ihren Torpedosalven auch mal ein Großkampfschiff in Windeseile auf den Meeresgrund schicken, stecken dafür aber so gut wie keine Treffer weg. Die dicken Schlachtschiffe halten hingegen am meisten aus und haben mit ihren unzähligen Kanonen den größten Wumms, dafür sind sie jedoch der Inbegriff von Trägheit und lassen sich recht einfach ausmanövrieren. Bei Flugzeugträgern ähnelt das Gameplay wiederum einem Echtzeit-Strategiespiel, in dem Sie aus der Vogelperspektive Ihre Bomber, Jäger und Späher über die Karte dirigieren und je nach Situation ins Spielgeschehen eingreifen lassen.

„Nur noch eine Runde, Schatz“
World of Warships umgarnt uns vor allem zu Beginn mit schnellen Erfolgen und Freischaltungen, für die oft nur wenige Runden nötig sind. Da greift die bewährte Suchtspirale vom großen Panzer-Bruder. Bis zur zehnten Technik-Stufe werden diese Motivations-Leckerlies immer seltener, dann sollen die Kämpfe gegen erfahrene Spieler für den nötigen Ansporn sorgen. Spätestens hier wird klar, dass in World of Warships mehr Tiefgang steckt als es am Anfang vielleicht den Eindruck macht. Die Gefechte auf höheren Stufen werden immer mehr von guter Teamarbeit und vorausschauendem Taktieren entschieden.

Halbe Action voraus!
Die Schlachten sind unterhaltsam, keine Frage. Doch nach einer Weile wird der Wunsch nach mehr Geschwindigkeit immer größer. Zwar hat Wargaming die Pötte merklich schneller und agiler gemacht als in der Realität, doch reicht das nicht, um das Geschehen auf hoher See als dynamisch und flott zu empfinden. Hier geht alles ein wenig geruhsamer zu als in anderen Spielen. Das muss man mögen.

Am 17. September verlässt World of Warships die offene Betaphase. Für Oktober wurde bereits die deutsche Marine als dritte Nation angekündigt.

Fazit: World of Warships ist leicht zu lernen aber schwer zu meistern. Wer sich an der Trägheit der Gefechte nicht stört, der sollte seiner Karriere als Kapitän unbedingt eine Chance geben. Reinschnuppern kostet schließlich nichts.

Mehr Infos unter: www.worldofwarships.eu

 
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