Pflichtspiele: Die besten Games 2016

Die für uns beste Erweiterung bislang:
1 / 9 | Die für uns beste Erweiterung bislang: "World of Warcraft: Legion" von Activision Blizzard

Was hat das Jahr bisher an guten Games hervorgebracht? Wir haben für Sie fleißig getestet. Hier sind unsere aktuellen Spiele-Highlights 2016

Online-Rollenspiel: World of Warcraft: Legion

Für PC und Mac. Preis: 45 Euro

Lange mussten Fans darauf warten, nun geht World of Warcraft von Activision Blizzard mit der sechsten Erweiterung „Legion“ endlich in die nächste Runde. Frei nach dem Motto „nicht kleckern, sondern klotzen“, kommen auch diesmal wieder unzählige Neuerungen ins Spiel: etwa mächtige Artefakt-Waffen, mit denen Sie sich durch die Dämonenhorden schnetzelt können, eine Klassenhalle, die quasi die Garnison aus der Draenor-Erweiterung ersetzt, und endlich wieder eine neue Heldenklasse – den Dämonenjäger!

Dämonen vermöbeln bis zum Exzess
Azeroth wird von einer Welle der Zerstörung heimgesucht, denn die Dämonen der Brennenden Legion fallen über das Land her. Um der dunklen Brut Einhalt zu gebieten, verbünden sich Allianz und Horde und schließen einen Pakt mit den Illidari, den Anhängern von Illidan, der eigentlich in der zweiten Erweiterung „The Burning Crusade“ die Welt terrorisierte. Doch der gemeinsame Feind schweißt zusammen. Über diesen Kniff wird die mächtige Heldenklasse des Dämonenjägers ins Spiel eingeführt. Zu seinen coolsten Fähigkeiten zählt eine Art Laserstrahl, den er wie Superman aus den Augen strömen lässt. Darüber hinaus kann er sich für kurze Zeit in einen mächtigen Dämon verwandeln, der alles kurz und klein haut. Unterm Strich ist der Dämonenjäger die wohl agilste Klasse in World of Warcraft, welche vor allem Spielern gefallen wird, die möglichst viel Action auf dem Schlachtfeld wollen.

Hübsche Welt nach Maß
Zwar ist World of Warcraft – trotz einiger Schönheitskuren – grafisch wieder gut in die Jahre gekommen, mit Legion wird aber wieder eine ordentliche Schippe schicker Optik nachgeschüttet. Die neuen Gebiete gehören zu den hübschesten, die Blizzard bislang geschaffen hat. Überall gibt es etwas zu entdecken. Toll gemacht: Sie können nun frei entscheiden, in welcher Reihenfolge Sie die neuen Gebiete erkunden wollen, da sich die Zonen dem Level des Charakters automatisch anpassen. Auch können Freunde – trotz großer Stufenunterschiede – jederzeit gemeinsam questen, da sich selbst die Beute individuell an jeden Spieler angleicht. Apropos Belohnungen: Gleich zu Beginn des Spiels haben Sie die Möglichkeit aus einer von drei mächtigen Artefakt-Waffen zu wählen, die im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut werden können – bis hin zum ultimativen Dämonen-Schlächter.

Vereinfachter Einstieg
Damit Neueinsteiger und ehemalige Spieler die neuen Inhalte sofort erleben können, gibt's für alle eine Charakteraufwertung auf Stufe 100 inklusive. Alte Hasen, die bereits einen Stufe 70 Charakter haben, dürfen direkt mit dem Dämonenjäger (Level 98) einsteigen. Darüber hinaus wurde World of Warcraft in den letzten Jahren immer mehr auf Gelegenheitsspieler eingependelt. Sie brauchen also nicht mehr massig Zeit, um Fortschritte zu erzielen. Es gibt aber auch weiterhin Inhalte für Spieler, die gerne viel Zeit und Muße in das Spiel stecken. Kurz um: Legion hat für jeden Spielertyp etwas zu bieten.

Fazit: Machen wir es kurz: „World of Warcraft: Legion“ ist für uns die beste Erweiterung bislang. Wer die Zeit aufbringen kann, sollte das neue Abenteuer nicht verpassen!

Spielt sich wie ein bombastisches Schatzsucher-Abenteuer aus Hollywood:
2 / 9 | Spielt sich wie ein bombastisches Schatzsucher-Abenteuer aus Hollywood: "Uncharted 4: A Thief's End" von Sony Computer Entertainment

Action-Adventure: Uncharted 4: A Thief's End

Exklusiv für PS4. Preis: um 60 Euro

Eigentlich hat sich Nathan Drake fest geschworen, seine halsbrecherischen Indiana-Jones-Abenteuer endgültig an den Nagel zu hängen. Doch in „Uncharted 4: A Thief's End“ von Sony Computer Entertainment taucht plötzlich sein für tot geglaubter Bruder Sam wieder auf, der dringend Hilfe bei der Suche nach dem sagenumwobenen Schatz des Piraten-Kapitäns Henry Avery braucht. Da kribbelt die Versuchung natürlich wieder gewaltig in Nathans Fingern. Also spannt er noch fix seinen treuen Mentor Sully mit ein und schon heißt es willkommen im (angeblich) letzten und mit Abstand schönsten Uncharted-Abenteuer!

Die ersten zwei Spielstunden fangen verhältnismäßig seicht an, fast schon entspannt langweilig. Immer wieder blitzt der Gedanke durch: „Das kenn' ich doch schon so ähnlich aus den Vorgängern“ – und wer die Vorgänger nicht kennt, der hat drei ganz große Fehler in seinem Gamer-Leben gemacht. Doch in der Uncharted-Reihe hat genau das System. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, denn es dauert auch im neusten Teil nicht lange, da ziehen Action und Spannung plötzlich gewaltig an – und zack, schnappt die Uncharted-Suchtfalle für die restlichen 15 Spielstunden konsequent zu.

Hollywood-Kino zum Selberspielen
Uncharted 4 geizt nicht mit Spektakel. Seien es wilde Verfolgungsjagden, der dramatische Ausbruch aus einem Gefängnis oder über unseren Köpfen einstürzende Ruinen. Zwar fehlt im Vergleich zu den Vorgängern der große, erinnerungswürdige Moment – wie etwa aus Uncharted 2 das von einem Kampfhubschrauber zum Einsturz gebrachte Hochhaus, in dem wir uns natürlich befinden. Doch das ändert nichts daran, dass uns das Spiel regelmäßig mit aufgerissenen Augen, offenem Mund und schweißnassen Händen vor den Fernseher bannt. Vieles wirkt zudem enorm realistisch. Das liegt vor allem an den fantastischen Motion-Capturing-Animationen, den erstklassigen Sprechern und der beinahe fotorealistischen Grafik.

Besonders charmant sind die immer wieder eingestreuten, spielbaren Rückblicke, etwa in Nathans Kindheit, die meist das Verhältnis zwischen den beiden Brüdern beleuchten. Dazu gesellt sich der altbekannte Mix aus Klettereinlagen in oftmals schwindelerregender Höhe, hitzige Schießereien mit schwer bewaffneten Söldnern und das Lösen kleinerer Rätsel, die besonders gerne gemeinsam mit tödlichen Fallen vom alten Avery zur Geheimhaltung seiner legendären Piraten-Siedlung Libertalia hinterlassen wurden. So entsteht schnell eine immens dichte Abenteuer-Atmosphäre, die wie eine Achterbahnfahrt abgefeiert und einzig und allein von den herrlich frotzelnden Dialogen zwischen Nathan und seinen Begleitern etwas aufgelockert wird. Ein großartiges Zusammenspiel!

Fazit: Uncharted 4 ist ein großes Action-Abenteuer, das sich kein PS4-Besitzer entgehen lassen sollte. Wer die Vorgänger nicht kennt, sollte das unbedingt nachholen. Tipp: In der „Nathan Drake Collection“ hat Sony alle drei Vorgänger noch einmal für die PS4 aufbereitet. Zugreifen!

Mehr Infos unter: www.unchartedthegame.com

Macht vor allem als eingespieltes Team großen Spaß:
3 / 9 | Macht vor allem als eingespieltes Team großen Spaß: "Overwatch" von Activision Blizzard

Multiplayer-Shooter: Overwatch

Für PC, PS4 und Xbox One. Preis: ab 40 Euro (PC) bzw. 60 Euro (Konsole)

Moment mal: Kann Blizzard etwa auch Shooter? Kurze Antwort: Ja – und zwar richtig gut! Die Macher von „World of Warcraft“ und „Starcraft“ haben mit „Overwatch“ einen weiteren Hit-Knaller gezündet. Das einfache Spielkonzept: Zwei Teams aus je 6 Spielern treten auf wechselnden Karten und Modi gegeneinander an. Vor und während jeder Partie können Sie aus insgesamt 21 spannenden und herrlich abwechslungsreichen Helden wählen, die grob in vier Kategorien unterteilt sind: Angriff, Verteidigung, Tank und Unterstützer. Dabei ist es besonders wichtig, den perfekten Helden-Mix fürs Team zu finden.

Was Overwatch im Vergleich zu anderen Team-Shootern abhebt, sind vor allem die Charakteristiken der Helden, die allesamt durch ihre individuellen Fertigkeiten einen erfreulich eigenen Spielstil an den Tag legen. Kein Held spielt sich wie der andere. Jeder hat seine Stärken, die es richtig einzusetzen gilt – und seine Schwächen, die niemals außer Acht gelassen werden sollten. Auf dem Schlachtfeld funktioniert das ähnlich wie beim Schere-Stein-Papier-Prinzip. Ein Beispiel: Roboter „Bastion“ verwandelt sich auf Knopfdruck in ein extrem schlagkräftiges, jedoch stationäres Schnellfeuer-Geschütz, das viele Helden im Nu unter die Erde bringen kann. Gegen den Ninja „Genji“, der die Möglichkeit hat, Geschosse mit seinem Katana zu reflektieren, zieht er jedoch meist den Kürzeren. Und Genji ist nicht der einzige Held, der Bastion kontern kann.

Bei all der Heldenvielfalt ist es erstaunlich, dass Overwatch dennoch die Balance sehr gut im Griff hat. Alle Helden wirken harmonisch aufeinander abgestimmt, sofern deren ganzes Potential genutzt wird.

Für Teamplayer gemacht
Overwatch ist extrem zugänglich. Der Umgang mit jedem Helden ist blitzschnell gelernt, aber schwer zu meistern. Demnach kann es große Unterschiede bei den Fähigkeiten der Spieler geben. Das Matchmaking-System soll dem entgegenwirken und für ebenbürtige Teams sorgen, doch funktioniert das (bislang) nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Vor allem Solisten kann Overwatch schnell in den Frust treiben, da sie den Launen der fremden Kameraden völlig ausgeliefert sind. In einem Teamspiel, bei dem es um die Effektivität des Zusammenspiels geht, kann schon ein einziger Querdenker die Niederlage bedeuten. Und ist mal eine harmonierende Gruppe gefunden, wird sie derzeit äußerst gerne schon nach 1-2 Runden vom Matchmaking-System zerschossen oder gar komplett aufgelöst, obwohl niemand das Team verlassen hat. Kurz um: Overwatch spielen Sie am besten als eingespieltes, festes Team. Je mehr Freunde Sie mobilisieren, desto besser.

Warte: Da fehlt doch noch was!
An manchen Stellen macht Overwatch den Eindruck, noch nicht ganz komplett zu sein. So gibt es beispielsweise eine wirklich tolle Hintergrundstory, auch zu vielen Helden. Die Geschichten werden aber fernab des Spiels in Kurzfilmen, Comics und Artikeln erzählt, nicht im Spiel selbst. Da wäre doch eine – zumindest kleine – Kampagne perfekt gewesen! Und genau die vermissen wir. Darüber hinaus braucht Overwatch dringend mehr Vielfalt bei den Karten und den – derzeit nur drei – Spielmodi. Zumindest bei den Karten hat Blizzard bereits kostenlosen Nachschub angekündigt. Auch sollen weitere Helden hinzugefügt werden.

Fazit: Overwatch bietet bereits ab der ersten Minute ein grandioses, süchtig machendes Spielgefühl. Die Langzeitmotivation ist jedoch stark auf ein festes Team ausgelegt.

4 / 9 | Bietet erstklassigen Ballerei- und Splatter-Spaß: "Doom" von Bethesda

Ego-Shooter: Doom

Für PC, PS4 und Xbox One. Preis: um 50 Euro. Collectors Edition: 130 Euro

Das neue „Doom“, diesmal unter dem Banner von Bethesda, bringt eine ordentliche Schippe Oldschool-Charakter mit, denn es verpackt den Geist der alten Doom-Teile aus den 90er Jahren gekonnt in zeitgemäße Grafik. Wieder sind wir auf dem Mars, wieder wird ein Portal direkt zur Hölle geöffnet, wieder sollen wir als namenloser Marine der Dämonenbrut mit Raketenwerfer, Plasmagewehr und Kettensäge das Fürchten lehren. Dass die Neuauflage keine epische Geschichte erzählt, sollte niemanden stören. Doom steht seit jeher für ballern, ballern, ballern und brutale Splatter-Effekte. Genau das wird geboten – und zwar erstklassig.

Hinfort mit dem Grusel-Faktor, her mit dem Action-Flow!
Im Vergleich zu „Doom 3“ verzichtet der neueste Teil auf düstere Levels und gruselige Schock-Momente. Stattdessen geht es ganz klassisch um pure Action, Gemetzel und Tempo. Doom ist endlich wieder schnell geworden. Und mit etwas Übung findet man sich leicht in einer Art Baller-Flow wieder, der sich großartig inszeniert von einem „Glory Kill“ zum nächsten hangelt. Moment mal: Glory Kill? Ja, so heißen die Exekutionsanimationen, die unser Space-Marine bei stark angeschlagenen Höllenbestien ausführen kann. Dann wird der dunklen Brut mit bloßen Händen in alter Hau-drauf-Manier – ziemlich blutig – der Garaus gemacht.

Auf dem Weg bis in Luzifers Reich finden sich immer mächtigere Waffen, die darüber hinaus auch modifizieren werden können. Das wachsende Arsenal ist bitter nötig, denn je weiter Sie sich durch die engen Gänge der Mars-Station und durch die flammende Hölle schnetzeln, desto zahlreicher, größer und gefährlicher werden die Gegner. Das gilt vor allem für die kniffligen Bosskämpfe. Fernab der Ballerorgie wollen unzählige Collectables und Herausforderungen (sogenannte Runenprüfungen) gefunden werden. Das ist gar nicht so einfach, denn die Levels sind teilweise so verflixt verzweigt, dass das Hirn ab und zu doch mal angeknipst werden muss.

Taugt der Mehrspieler-Modus?
Der Multiplayer ist eine nette Ergänzung und lockt mit insgesamt 6 Spielmodi, darunter Team-Deathmatch und Vorherrschaft. Cool: Per Pick-up ist es möglich, sich in einen besonders starken Dämon zu verwandeln und damit den anderen Spielern besonders effektiv die Hölle heiß zu machen. Eine Weile lang macht der Mehrspieler-Modus durchaus Laune, irgendwann, wenn alles freigeschaltet ist, fehlen ihm jedoch die Highlights. Das Spaßigste an Doom bleibt die Kampagne.

Fazit: Hirn ausschalten und losballern – so einfach lässt sich der Spaß in Doom finden. Gewürzt mit einer ordentlichen Ladung Splatter, schicker Optik und einem tollen Spielfluss, ist das Revival bestens gelungen!

Übrigens: Für echte Fans der Reihe gibt’s Doom auch in einer limitierten Collector‘s Edition mit schicker Revenant-Statue.

Mehr Infos unter: www.doom.com

5 / 9 | Ein PlayStation-Duo, das Sie sich auf der PS4 nicht entgehen lassen sollten: "Ratchet & Clank" von Sony Computer Entertainment

Action: Ratchet & Clank

Exklusiv für PS4. Preis: 60 Euro

Erstmals ist ein Abenteuer von Ratchet & Clank exklusiv auf PS4 zu erleben. Genauer gesagt handelt es sich bei „Ratchet & Clank“ von Sony Computer Entertainment um ein Remake des PS2-Klassikers von 2002. Wobei Remake nicht ganz richtig ist: In der Neuauflage, die übrigens unglaublich gut aussieht, wird die Geschichte nämlich aus Sicht des Superhelden Captain Quark erzählt – und der verdreht die damaligen Geschehnisse gerne mal zu seinen Gunsten. Kurz um: Sie daddeln quasi seine Erzählung nach. Ein genialer Kniff, wie wir finden, denn so spielt sich das – zumindest für Fans bekannte – Abenteuer vom felligen Lombax Ratchet und seinem kleinen Roboter-Freund Clank durchaus eigen.

An sich bleibt die Story recht überschaubar: Bösewicht + planetenvernichtende Superwaffe = Gefahr, die beseitigt werden muss. Doch wie genau das passiert, ist großartig gemacht: Die stimmige Erzählung ist übersät mit bissigem Witz, dazu gibt’s ein Allerlei aus verschiedenen Gameplay-Elementen. Erst hüpfen wir in alter Jump&Run-Manier durch die Welt, dann ballern wir uns mit einem riesigen Arsenal an ziemlich schrägen Waffen durch Horden von Gegnern, um kurz darauf in unserem Raumschiff die Gegner vom Himmel zu holen. Es fällt schwer, Ratchet & Clank in irgendeine Genre-Schublade zu packen. Dafür wird in knapp 12 Spielstunden viel zu viel Abwechslung geboten.

Fazit: Selbst wenn Sie bislang noch keinen Teil von Ratchet & Clank gespielt haben: Spätestens jetzt sollten Sie dem sympathischen PlayStation-Duo eine Chance geben. Der Mix aus altbekannten und neuen Elementen ist perfekt.

Tipp: Wer von Ratchet & Clank nicht genug bekommt, kann die beiden ab dem 28. April auch im Kino sehen. Der Animationsfilm nimmt sich ebenfalls die Handlung des PS2-Klassikers als Vorlage.

Mehr Infos untert: www.playstation.com

6 / 9 | Macht besonders im Koop-Modus großen Spaß: "The Division" von Ubisoft

Online-Rollenspiel: The Division

Für PC, PS4 und Xbox One, Preis: um 60 Euro

New York City im Ausnahmezustand: Ein mysteriöser Virus hat binnen weniger Tage einen Großteil der Bevölkerung dahingerafft. Die Stadt versinkt im Chaos ohne Recht und Ordnung. Als Agent einer Spezialorganisation namens „The Division“ sollen Sie einen Teil Manhattans wieder unter Kontrolle bringen – und zwar mit massig Bleigespucke und vielen Explosionen. Dabei legt „The Division“ von Ubisoft großen Wert auf eine Koop-Erfahrung: Am besten führen Sie Ihren Krieg quer durch Manhattan gemeinsam mit bis zu drei Freunden, denn solo macht das Spiel nur halb so viel Spaß. Zumal die Gegner alles andere als Schießbudenfiguren sind. Sie agieren stets im Team, stürmen an, geben Unterdrückungsfeuer, flankieren, werfen Granaten oder setzen Scharfschützen ein. Umso nützlicher ist dann Verstärkung zum gemeinsamen Taktieren.

Die zweite große Stärke von Division ist das packende Szenario: Das verwüstete Manhattan sieht nicht nur verdammt gut aus, sondern klotzt auch mit Detailreichtum und viel Atmosphäre. Fast jede Ecke erzählt eine kleine Geschichte darüber, welche Tragödien in den ersten Tagen nach dem Ausbruch des Virus stattgefunden haben. Das ist so großartig gelungen, dass die Hauptstory um den Virus und seine Hintergründe schnell zur Nebensache wird. Wer dann noch genauer wissen möchte, wie es zu der tödlichen Pandemie kam, was dahintersteckt und welche tragischen Geschichten damit verbunden sind, muss mühsam in ganz Manhattan verstreute Info-Häppchen aufspüren und sich am Ende alles zusammenreimen. Puh …

Nach etwa 20 Spielstunden ist die Maximalstufe 30 erreicht, doch dann ist The Division noch lange nicht vorbei. Die Ausrüstung will verbessert, der Charakter perfektioniert werden. Ähnlich wie in „Destiny“ ist das notwendig, um stark genug für immer schwerere Einsätze zu sein – und um seine Überlebenschancen im PvP zu verbessern.

Nervenkitzel in der Dark Zone
Was nach Ausbruch der Pandemie als Quarantäne-Zone inmitten Manhattans eingerichtet wurde, ist in The Division quasi die PvP-Arena. In der sogenannten „Dark Zone“ gibt‘s einige der besten Ausrüstungsgegenstände abzugreifen, jedoch unter der ständigen Gefahr, dass man von anderen Spielern angegriffen und um seine wertvolle Beute gebracht werden kann. Diese beklemmende Situation tut seinen Dienst, die Dark Zone ist nichts für Weicheier und sollte am besten im Team erkundet werden.

Fazit: Trotz schwacher Hauptstory ist The Division ein besonderes Erlebnis, insbesondere im Koop-Modus mit Freunden. Schicke Grafik, tolles Gameplay und reichlich Action: passt! Vor allem aber hat es uns die Dark Zone angetan, die auch auf lange Sicht genügend Abwechslung bieten kann.

Mehr Infos unter: www.ubisoft.de

7 / 9 | Steinzeit-Abenteuer in einer offenen Welt: "Far Cry: Primal" von Ubisoft hat uns überzeugt

Action: Far Cry: Primal

Für PC, PS4 und Xbox One. Preis: um 50 Euro

Ubisoft traut sich in „Far Cry: Primal“ an ein völlig unverbrauchtes Szenario, das auch gleich die größte Stärke des Spiels ist. Die grundliegenden Spielmechaniken sind weitgehend bereits aus den Vorgängern bekannt. Wieder einmal will eine offene, bildhübsche und florierende Spielwelt frei erkundet werden. Es gibt allerhand zu kämpfen, zu jagen, zu sammeln und zu erledigen – nur eben in der Steinzeit.

Das klingt auf den ersten Eindruck eher langweilig, ist es aber nicht, denn die Welt 10.000 Jahre vor unserer Zeit macht den großen Unterschied. Statt mit Pistole, Raketenwerfer und Maschinengewehr braten wir unseren Feinden mit Keule, Speer und Steinschleuder eins über – natürlich selbst gebaut! Statt mit dem Motorrad oder Jeep bewegen wir uns auf dem Rücken eines Mammuts oder Tigers durch die Welt – natürlich selbst gezähmt! Ja, Far Cry Primal übernimmt vieles aus den Vorgängern, aber es spielt sich durch das Setting erfrischend anders.

Verschenktes Potential
Doch so gut das Setting auch gewählt ist, bei der Handlung und Charakterinszenierung schwächelt das Steinzeitabenteuer. Die Geschichte beginnt mit dem jungen Krieger Takkar, dessen Rolle Sie übernehmen, der nach einer missglückten Jagd im plötzlich auf sich alleine gestellt ist. Von nun an geht es im Prinzip nur noch darum, den im ganzen Oros-Tal versprengten Wenja-Stamm in einem neu gegründeten Dorf wieder zu vereinen, zu stärken und alle verfeindeten Stämme aus der Gegend zu vertreiben. Das war’s. Keine unerwarteten Wendungen, kaum Dramaturgie. Auch bleiben die meisten Charaktere, auf die Sie treffen, bis auf wenige Ausnahmen weitgehend subtil und blass. Einen genial-verrückten Bösewicht wie Vaas Montenegro (Far Cry 3) oder Pagan Min (Far Cry 4), der in bleibender Erinnerung bleibt, suchen Sie bei den Höhlenmenschen vergebens.

ABER, und das muss an dieser Stelle noch einmal betont werden: Far Cry Primal kommt auch sehr gut ohne verspielte Handlung und tiefschürfende Charakterzeichnungen aus. Die offene Spielwelt ist so großartig, dass sie allein begeistern kann. Hinter jeder Anhöhe spielt sich etwas Anderes vor unseren Augen ab. Ein absolutes Highlight ist auch die Möglichkeit, Tiere zu zähmen und im Kampf einzusetzen. Treffen wir beispielsweise auf ein feindliches Dorf, rufen wir erst einmal eine Eulenbegleiterin zum Ausspähen zur Hilfe. Von dort oben können wir Gefäßbomben gegen Feindgruppen abwerfen, einzelne Gegner per Sturzangriff ausschalten oder sogar unseren tierischen Begleiter am Boden befehligen. Ein gezähmter Jaguar hat beispielsweise die Fähigkeit, einem Gegner lautlos das Licht auszuknipsen. Mit etwas Geschick können wir ein Lager quasi nur mit Eule und Bestie erobern, ohne selbst auch nur einen Pfeil abgeschossen zu haben. Absolut spaßig!

Fazit: Obwohl Far Cry Primal so einiges an Potential verschenkt, ist es dennoch sehr fesselnd. Die offene Spielwelt und das unverbrauchte Szenario genügen, um in der Steinzeit mächtig Spaß zu haben, der vor allem davon abhängt, was man selbst im Oros-Tal alles anstellt.

Mehr Infos unter: www.ubisoft.de

8 / 9 | Extrem komplex und zeitaufwendig: "Black Desert Online" von Daum Communications

Online-Rollenspiel: Black Desert Online

Für PC. Preis: ab 30 Euro

Für „Black Desert Online“ von Daum Communications bauchen Sie vor allem eines: extrem viel Zeit. Denn im Vergleich zu vielen anderen MMOs wie etwa „World of Warcraft“ nimmt Sie die offene, schöne Fantasy-Spielwelt nur bedingt an die Hand. Zwar gibt es eine Einführung in Form eines Tutorials, durch das Sie ein mysteriöser Geist führt, dem Sie irgendetwas schulden (was genau bleibt vorerst ein Geheimnis). Doch bereits nach wenigen Spielstunden wird klar: Viele der aufkommenden Fragen bleiben offen und wollen lieber auf eigene Faust erforscht werden. Generell lässt sich sagen, dass Black Desert Online in vielen Dingen bewusst darauf abzielt, dass Sie möglichst viel Zeit in das Spiel investieren.

An sich keine schlimme Sache, denn Black Desert kann großen Spaß bereiten. Das liegt vor allem an der gebotenen Vielfalt. Das gelungene, actionreiche Kampfsystem sowie das Hochleveln des Charakters sind nur ein kleiner Part. Wer keine Lust auf Monsterkloppen hat, der kann sich auch einfach in andere Bereiche stürzen. Besonders umfangreich sind beispielsweise auch die Crafting-, Housing- und Handels-Elemente, die darüber hinaus auch noch stark ineinander verzahnt sind. Wie in einem Mini-Browserspiel stellen wir Arbeiter ein, mieten ihnen Platz zum Schlafen und Werkeln und lassen sie schließlich nützliche Ressourcen abbauen oder Güter produzieren, die gehandelt oder weiterverarbeitet werden können. Auch können wir selbst aktiv werden, indem wir zum Beispiel Fischen, Ackeranbau betreiben oder Pferde einfangen, trainieren und züchten.

Nerviges Grinden
Die Möglichkeiten, sich in Black Desert zu beschäftigen, sind extrem umfangreich. Genauso umfangreich verlangt Black Desert Online von uns aber auch, Dinge immer und immer wieder zu tun, um voranzukommen. Im MMO-Jargon spricht man hier vom „Grinden“ – und genau das ist die größte Spaßbremse des Spiels. Wer sich irgendwo professionalisieren möchte, muss nicht nur immer mehr Zeit dafür aufwenden, sondern auch besonders ausdauernd darin sein, stundenlang das Gleiche zu tun. Sei es Ressourcen abbauen, Monster verdreschen oder Waren von A nach B (und wieder zurück) zu transportieren. Da verwundert es nicht, dass Black Desert Online schnell mal als Arbeit und nicht als Vergnügen empfunden wird. Darauf muss man stehen.

Fazit: Black Desert Online ist definitiv kein Spiel für Gelegenheitsspieler. Dafür ist die Fantasy-Welt viel zu komplex und langwierig. Wer aber die Zeit aufbringen kann und Spaß daran findet, sich tief in eine Welt hineinzufuchsen und ordentlich Fleißarbeit zu leisten, sollte dem Sandbox-MMO unbedingt eine Chance geben.

Mehr Infos unter: www.blackdesertonline.com

9 / 9 | Für Rundenstrategie-Fans ein Muss und besser als der Vorgänger: "XCOM 2" von 2K Games

Rundenstrategie: XCOM 2

Für PC, Preis: um 45 Euro

Mit Fortsetzungen ist das so eine Sache: Wenn der Vorgänger schon genial war, und das war „XCOM: Enemy Unknown“, dann hat es der Nachkömmling ziemlich schwer. Der Fan will mehr von dem, was ihn damals so begeistern konnte, aber bitte keinen faden Aufguss. Im Prinzip eine Art Grätsche zwischen altbekannten und neuen Elementen – und genau das ist 2K Games in „XCOM 2“ gelungen. In der süchtig machenden Grundmechanik ist das Spiel gleich geblieben: Sie befehligen rundenbasiert bis zu sechs Soldaten über die Karte und ballern mit den Jungs haufenweise Aliens unter die Erde. Das funktioniert aber nur so einfach wie es klingt, wenn der Taktiker in Ihnen auch etwas drauf hat. XCOM 2 ist taktisch anspruchsvoller als der Vorgänger. Mit gewonnener Kampferfahrung lassen sich die Recken in insgesamt fünf Klassen nach und nach individuell spezialisieren. Dazwischen gibt’s etwas Basisausbau und die Erforschung neuer Ausrüstung für die Truppe.

So weit, so bekannt. Aber was ist neu?
Gleich zu Beginn der erste Schock: Dass Sie im Vorgänger die Aliens erfolgreich zurück ins All gepustet haben, tut nichts mehr zur Sache. XCOM 2 geht davon aus, dass die Menschheit den Kampf gegen die Aliens verloren hat und nun unter einer Besatzung leben muss. Ihre Mission: einen weltweiten Widerstand organisieren, der in Guerilla-Missionen die wahren Absichten der Aliens aufdeckt und aufs Neue probiert, diese glitschigen Mistviecher mit Waffengewalt und vielen Explosionen dorthin zu katapultieren, woher sie kommen. Vorteil: In den meisten Missionen starten wir verdeckt und können den Feind mit einem Hinterhalt überraschen. Nachteil: Oft wird uns ein Rundenlimit gesetzt, das ziemlich knapp ausfallen kann. Dieser Druck macht die Kämpfe nicht nur anspruchsvoller, sondern dient auch der Atmosphäre. Denn aus dem Untergrund heraus müssen Angriffe nun mal schnell und hart ausgeführt werden.

Richtig gut ist in XCOM 2 die neue Klassenauswahl gelungen: Neben altbekannten Klassen wie etwa den Scharfschützen und den schweren Soldaten (in „Grenadier“ unbenannt), die sich beide ähnlich wie im Vorgänger spielen, gibt es auch ganz neue Ansätze. Der „Spezialist“ bringt zum Beispiel eine Drohne mit, die sich quer übers Feld schicken und aufs Hacken oder Unterstützen spezialisieren lässt. Am besten hat uns aber der „Ranger“ gefallen, der sich – mit einem Schwert als Zweitwaffe – auf den Nahkampf spezialisieren und so zu einer Art Ninja ausbilden lässt, der sich auf dem Schlachtfeld der Reihe nach durch Glibber-Aliens schnetzeln kann. Herrlich! Kurz um: Durch die neuen Klassen-Ansätze und -Fähigkeiten werden die Kämpfe ordentlich aufgefrischt und machen insgesamt mehr Spaß als in den Vorgängern.

Fazit: Der Mix aus altbekannten und neuen Elementen ist bestens gelungen. XCOM 2 hat uns sogar noch eine Schippe mehr Spaß bereitet als der Vorgänger. So muss eine Fortsetzung gestrickt sein!

Mehr Infos unter: xcom.com/de

 
Seite 3 von 27
Anzeige
Sponsored SectionAnzeige