Gut & lecker einkaufen – so geht's: Die besten Lebensmittel

Vorrat im Kühlschrank
Satt, gesund, lecker: Mit unseren Tipps erkennen Sie Qualität bei Lebensmitteln

Wenn Sie nicht nur satt werden, sondern auch gut und lecker essen wollen, stellen sich bei jedem Einkauf zahlreiche Fragen. Wir geben die Antworten zu den besten Lebensmitteln

Schmecken Strauchtomaten besser? Saß die Mama vom Frühstücksei unschuldig im Gefängnis? Und welche Marmelade ist die fruchtigste von allen? Wir verraten Ihnen, wann und wo Sie zugreifen können.

Einkaufen ist die Pest, vor allem samstags. Ausschlafen, das gute Frühstück nach morgendlichem Sex – alles vergessen, wenn Ihnen zum dritten Mal ein Einkaufswagen in die Fersen geschoben wird. Früher haben Sie in den Korb geworfen, was satt macht – nur schnell raus aus dem Laden! Inzwischen sind Ihre Ansprüche gestiegen. Sie möchten Lebensmittel, die schmecken, die gesund und ihren Preis wert sind. Schwierig genug.

Wenn einem dann noch das Wohl von Tieren und Umwelt etwas bedeutet, kann man kaum den Überblick behalten. Auch wir brauchten die Hilfe von Profis: Carsten Direske von Foodwatch und Dr. Andreas Brügger, Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbandes, haben für Orientierung im Warendschungel gesorgt.

Die gesündesten Lebensmitteln für Männer
Auch Treibhaustomaten können lecker sein

Tomaten

Ob mit oder ohne Grünzeug dran: Wer Tomaten aus fernen Ländern kauft, kriegt oft Früchte, die unreif geerntet worden sind – anders würden sie den Transport nicht überstehen. Das gilt übrigens für alle weichen Früchte, also auch für Erdbeeren. „Es gibt zwar weniger empfindliche Sorten, aber das sind nicht unbedingt auch die geschmacklich besten“, sagt Carsten Direske. „Außerhalb der Saison bekommt man bei Dosentomaten am meisten Geschmack, weil die direkt vor Ort verarbeitet werden und darum am längsten reifen können.“

Alternative für Salate:
In den kleinen Cocktailtomaten ist das Aroma konzentrierter.

Obst und Gemüse enthalten wesentlich mehr Vitamine, wenn sie frisch sind
Ananas reisen erster Klasse

Flugobst wie Mango, Ananas & Co. 

Diese Früchte sind tatsächlich mit dem Flugzeug statt per Schiff gereist. Vorteil für den Verbraucher: längere Reifezeit, deshalb mehr Geschmack. Nachteil: deutlich höherer Preis. Zudem verursacht der Transport per Flugzeug viel größere Umweltschäden. Gilt auch für empfindliche Exoten wie Mangos und Papayas oder Beeren außerhalb der Saison.

Der Klassiker unter den gesunden Pausensnacks: der Apfel
Äpfel: Auch aus Neuseeland machmal sinnvoll

Äpfel

Die beste Güteklasse bei Äpfeln garantiert inzwischen langweilige Massenware. „Viele Sorten sind darauf optimiert, maschinell geerntet und verpackt zu werden – das geht oft zu Lasten des Geschmacks“, sagt Carsten Direske. Zudem müssen die Früchte optisch top sein, dürfen also keine Schorfstellen haben, obwohl die weder geschmacklich noch gesundheitlich ein Problem sind. Wer volles Aroma und möglichst viele Nährstoffe will, sieht in der Bio-Ecke nach, wo knubblige, ungewachste Äpfel liegen, die manchmal einige Stellen haben.

Sie kaufen regionale Ware? Eigentlich gut. Doch je länger unsere Apfelsaison vorbei ist, desto sinnvoller ist es, Sorten von der anderen Seite der Erdkugel zu kaufen. „Äpfel aus Neuseeland“: Klingt nach Umweltsauerei, doch „die Ware kommt per Schiff nach Europa, während heimische Äpfel aufwändig gelagert und gekühlt werden müssen“, sagt Andreas Brügger. „Vom Energieverbrauch her macht das keinen Unterschied.“

Zu den gesündesten Lebensmitteln für Männer gehören Zitronen
Obacht vor der Bezeichnung "unbehandelt"

Zitronen, Orangen und Bananen

Wer die Schale verwenden möchte, der sollte zu Bio-Ware greifen. „Die Bezeichnung ,unbehandelt‘ müsste korrekterweise ,nach der Ernte unbehandelt‘ lauten“, erklärt Carsten Direske. „Während der Reife wird durchaus gespritzt.“ Weil Fungizide, welche die Frucht nach dem Ernten vor Schimmel bewahren sollen, beim Schälen ans Fruchtfleisch und beim Auspressen auch in den Saft gelangen, sollten Sie Zitrusfrüchte vor der Verarbeitung immer heiß abwaschen und dann trocknen.

Unbehandelt? Denkste! Es liegen nur grüne Bananen im Obstregal? Egal, alle Bananen werden unreif geerntet. Und zwar nicht nur, damit sie den Transport nach Europa überleben. „Lässt man sie bis zur Reife am Baum, hat man Matsch“, sagt Brügger. In Costa Rica kann man die grünen Bananen auf sonnigen Fensterbänken nachreifen lassen, in Europa werden sie zu diesem Zweck mit Ethylen begast. Da Bananen den Stoff selbst verbreiten, können Sie die Reife etwas beschleunigen, indem Sie die Früchte in eine Tüte stecken. Wer selbst ein Grüner ist, der kauft Bio-Bananen, denn der konventionelle Anbau ist eine ziemliche Pestizid-Sauerei, inklusive Vergiftung der Erntehelfer.

Kann man Salat einfrieren? Lieber nicht!
Nicht alle Salate vertragen eine Schutzfolie

Salate

Wieso sind manche Gemüse in Folie eingeschweißt und andere nicht? Laut Experte Brügger soll dies in der Regel den Verkauf erleichtern und zusätzlichen Schutz bieten. Dass Eisbergsalat meist mit Folie verkauft wird, der empfindlichere Kopfsalat dagegen ohne, liegt lediglich daran, dass Letzterer beim Einschweißen zu sehr leiden würde.

Warum nicht gleich Tüten mit Fertigsalat? Eine heikle Sache. An den Schnittstellen vermehren sich Keime sehr schnell, vor allem bei nicht optimaler Kühlung. Um das Risiko klein zu halten, werden die Salate dreimal gewaschen – teilweise auch mit gechlortem Wasser, und das killt viele Vitamine. Wenn schon Fertigsalat, dann Ware, die mindestens drei Tage vom Haltbarkeitsdatum entfernt ist und am besten Feldsalat enthält, denn der behält Tests zufolge am meisten Vitamine.

Das perfekte Steak: Innen noch rosa und butterzart
Fleisch von Grünfutter fressenden Rindern liefert mehr Omega-3-Fettsäuren

Rinderbraten

Leere Versprechungen: Blumigen Aussagen wie „aus bäuerlicher Erzeugung“ oder „tierärztlich kontrolliert“ sind nicht geschützt – also wertlos. „Das gilt auch für das neue QS-Zeichen“, bedauert Carsten Direske. „Bisher sagt es kaum mehr aus, als dass sich die Erzeuger an die Gesetze halten.“ Fleisch garantiert ohne Tierquälerei bekommen Sie nur von anerkannten Bio-Verbänden.

Das haben Sie davon: Fleisch von Grünfutter fressenden Rindern mit Auslauf enthält mehr Omega-3-Fettsäuren und schmeckt leckerer. Auch bei anderen Tierarten erhöht langsamere Mast den Genuss und verringert die Gefahr von Medikamentenrückständen. Gutes Fleisch schwimmt nicht im eigenen Saft, ist nicht blass und auch nicht zu mager, sonst kann man es kaum noch schmackhaft zubereiten.

So frieren Sie Fisch richtig ein
Achten Sie beim Fisch auf das MSC-Siegel

Meeres- und Aquakulturfisch

Frischer Fisch hat klare Augen, fest anliegende Kiemen und Schuppen, riecht angenehm nach Meer und nicht fischig. Fragen Sie, an welchen Tagen Ihr Supermarkt mit Fisch beliefert wird. Eine gute Alternative ist Tiefkühlfisch (ohne Panade, darunter steckt oft Formfilet aus Resten), denn der wird gleich auf dem Kutter eingefroren.

Leider sind die Meere so überfischt, dass nur die Bestände von Hering und Makrele noch nicht akut gefährdet sind. Wollen Sie andere Arten essen, achten Sie aufs MSC-Siegel (Marine Stewardship Council). Das selten vergebene Prädikat ziert Produkte, wenn Fisch mit nachhaltigen Methoden gefangen wurde. 

Gesunde Alternative zur Kuhmilch
Milch von mit Grünfutter gefütterten Kühen liefert mehr konjugierte Linolsäure

Milch

Was Fleischrindern recht ist, mögen alle Kühe, die Qualität der Milch ist jedoch von den Haltungsbedingungen unabhängig. Einziger Unterschied: Mit Grünfutter (Bio immer, konventionell manchmal) enthält die Milch mehr konjugierte Linolsäure (CLA), der eine Krebs vorbeugende Wirkung zugeschrieben wird. Und Bio-Rinder kriegen kein gentechnisch verändertes Futter. Wenn Sie umweltbewusst denken, können Sie anhand des Stempels mit dem Code für Bundesland und Erzeugerbetrieb (etwa BW für Baden-Württemberg) Produkte aus der Region wählen.

Griechischer Joghurt ist wesentlich fettreicher als Naturjoghurt
Sorten, die ganz ohne Aroma auskommen, gibt es auch

Joghurt

Es muss deklariert werden, was in der „Fruchtzubereitung“ steckt, die aus Natur- einen Fruchtjogurt macht. Wird das Obst besonders herausgestellt, muss nach der QUID-Richtlinie der Anteil genau angegeben werden. Sechs Prozent Obst sind für Fruchtjogurt vorgeschrieben. „Bei einem 500-Gramm-Glas sind das etwa anderthalb Erdbeeren“, so Carsten Direske.

Den Geschmack zaubern Aromen, wobei „naturidentische“ aus dem Labor stammen, während „natürliche“ aus Rohstoffen gewonnen werden, welche in der Natur vorkommen – dazu zählen auch Holzspäne und Schimmelpilze. Wenn Sie mehr Frucht möchten: In Produkten, bei denen das Obst selbst eingerührt wird, ist der Gehalt in den meisten Fällen höher. Und Sorten, die ganz ohne Aroma auskommen, gibt es auch.

Was bedeutet i. Tr. auf der Käsepackung?
Bloß nicht light kaufen

Käse

Lassen Sie sich durch den Fettgehalt nicht zum Kauf von Light-Käse verleiten. Der wird bei Light-Käse nämlich absolut angegeben (meist 15 Prozent) statt wie sonst „i. Tr.“ (in Trockenmasse). Der Absolutwert beträgt etwa die Hälfte der Trockenmassezahl, bei Weichkäse etwas weniger, bei Hartkäse etwas mehr. Schon ist der Unterschied zwischen Light- und Lieblingskäse nicht mehr so groß.

Das macht Haferflocken so gesund
Die meisten Pops, Flakes und Müslis sind zu süß

Cerealien

Die meisten Pops, Flakes und Müslis sind viel zu süß. Das ist ungesund und maskiert lasches Eigenaroma. Der Zucker kann auch als Honig getarnt auftauchen (oft minderwertiger Backhonig) oder in Form übermäßig vieler Rosinen. Klingt toll (Früchte!), ist aber in Müslis eher ein billiger Füllstoff.

Fruchtsaft ist oft gepuncht und enthält mehr Aromen als Frucht
Direktsaft enthält nicht mehr Vitamine

Saft

Einer Studie zufolge enthält frisch gepresster Orangensaft (so genannter Direktsaft) nicht mehr Vitamine als solcher aus Konzentrat. Direktsaft schmeckt jedoch vielen Menschen einfach besser. Nehmen Sie aber unbedingt „Saft“, denn der enthält 100 Prozent Frucht, „Nektar“ nur die Hälfte.

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