Übernacht-Linsen: Comeback der Brille

Nach wenigen Nächten mit den OK-Linsen reicht die Sehschärfe bereits bis in den Abend. Der Optiker ist mit seiner Arbeit zufrieden, ich könnte es auch sein. Trotzdem bin ich aus ganz persönlichen Gründen nach einigen Wochen wieder zur Brille zurückgekehrt.

Zum einen war mir der gewonnene Komfort den Mehraufwand gegenüber der Brille nicht wert: Jeden Abend Linsen rein, jeden Morgen wieder raus, säubern, in die Aufbewahrungsflüssigkeit geben, alle drei Monate zur Kontrolle zum Optiker – das ist der zeitliche Aspekt.

250 Euro für die Erstanpassung und 50 Euro Service-Gebühr pro Monat, beides in der Regel für gesetzlich Versicherte nicht erstattungsfähig – das ist der monetäre Aspekt. Zum anderen störte mich die nachlassende Sehkraft am Abend, wo sich ja häufig die spannenderen Ereignisse eines Tages abspielen.

Der Korrektur-Effekt hält ungefähr 16 Stunden lang und fällt anschließend auch nicht schlagartig ab. Doch das allmähliche Abnehmen der Schärfe ist psychologisch ein Problem, denn man weiß, ab jetzt wird es kontinuierlich schlechter. Ob beim Golfspielen in der Dämmerung, beim Flirten auf Partys oder bei nächtlichen Autofahrten – mir fehlte oft das letzte Quäntchen Sicherheit.

In diesen Situationen hilft auch die Brille nichts, denn die ist ja für das gänzlich unverformte Auge gedacht. Der einzige, auf Golfplätzen, Partys und im engen Auto wenig empfehlenswerte Ausweg: die OK-Linsen wieder einsetzen.

Frank Hofmann

Bleibt überzeugter Brillenträger:
Autor Frank Hofmann

Orthokeratologische Kontaktlinsen sind eine praktische Alternative für alle Kontaktlinsenträger, deren Fehlsichtigkeit ganz bestimmte Bedingungen erfüllt und die die Risiken und/oder die bei einer Laser-Operation anfallenden Kosten scheuen. Überzeugte Brillenträger werden sich aber kaum zu OK-Linsen bekehren lassen.

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