Abnehmen durch Laufen: Erfolgsstory Steffen Wegerer (41)

Der Roggenburger halbierte sein Gewicht. Sein Motto: Fast Foot statt Fast Food
Steffen Wegerer lief seiner Wampe davon – und verlor ganze 80 Kilo, die Hälfte seines vorherigen Gewichts

Der Roggenburger Steffen Wegerer (41) hat in einem Jahr mehr als 80 Kilo verloren. Das Motto des Bürokaufmanns: Fast Foot statt Fast Food. So lief sein Fett-weg-Programm

Herr Wegerer, wie ist das so als halber Mensch?
Weil von 172 Kilo nur noch 90 übrig sind? Ich würde sagen, ich bin ein völlig anderer Mensch.

Was hat sich verändert?
Ich nehme wieder am Leben teil. Früher habe ich mich zurückgezogen, da gab’s nur das Essen. Als Befriedigung, als Rückzugspunkt, als Freund. Mein Burger hat mich immer verstanden.

Und Ihre Ehefrau nicht?
Die fragte mich eines Tages: Wollen wir noch mal eine Diät machen? Wir hatten damals  schon alles ausprobiert, von FDH über Fertigessen bis zur Weintraubendiät. Nichts half.

Was war diesmal anders?
Ich habe meine Ernährung umgestellt, nicht die Kalorienzufuhr reduziert. Kohlenhydrate sind rausgeflogen, Eiweiß spielt nun  die Hauptrolle in der Ernährung, und das sättigt. Ich musste nie hungern. Außerdem bin ich ins Laufen gekommen. Nachdem ich noch Anfang 2011 kaum die 100 Meter geschafft habe, bin ich im September erstmals bei einem 10-Kilometer-Lauf dabei gewesen. Den Zieleinlauf werde ich nie im Leben vergessen. Und das, wo Joggen für mich immer das Schlimmste war.

Warum hat es plötzlich bei ihnen Klick gemacht?
Weil ich es dieses Mal wirklich zu 100 Prozent wollte! Ich war es ganz einfach leid, nicht in die Stühle im Straßencafé hineinzupassen; Angst zu haben, anderen Dicken zu begegnen, die das Gleiche anhaben wie ich, denn bei diesen Kleidergrößen gibt es keine Auswahl mehr; mir nachts um 3 eine Pizza zu machen, weil mich der Heißhunger überkommt; mir eine neue Personenwaage kaufen zu müssen, weil die alte bei mehr als 150 Kilo nur noch "Error" anzeigte, und bei 180 Kilo wäre die nächste fällig gewesen.

Wie haben sie sich denn zwischendurch motiviert?
Ich habe mir geschworen: Jede nächstkleinere Hosengröße darf mir nie zu eng werden! So bin ich von meiner Monstergröße U35 – das ist kurz vorm Wohnzelt – eines Tages bei der normalen Bundweite 40 angekommen. Ich muss es so sagen: ein geiler Moment! Heute trage ich übrigens 34er-Hosenweite. Dann war da noch der Sport.  Um genug Motivation zu haben, habe ich mich mit einer Kollegin für einen Lauf angemeldet. Das hat mich beim Training enorm gepusht. Ich habe Freunden und Bekannten von meinem Vorhaben erzählt und meine Geschichte auch ins Internet gestellt. Denn eines ist klar: Wenn die ganze Welt erst einmal von meinem Plan weiß, gibt’s einfach kein Zurück mehr.

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