Quer durch den Dschungel: Die erste Fahrstunde wird zur Geduldsprobe

Die "Bulldozer" manövrieren durchs Gelände
Elefanten lassen sich auf ihrer täglichen Marschroute von niemandem aufhalten

Wie man mit 66 Kilogramm ganze 3 Tonnen lenken kann

Meine erste Fahrstunde. Um so einen Bulldozer durch unwegsames Gelände zu manövrieren, muss man 2 Dinge beherrschen. Erstens: Gang einlegen, und zwar verbal. „Huuuhh“, rufe ich, so laut es geht. Dann trete ich das Gaspedal, das liegt bei Elefanten irgendwo hinter den Ohren. Also bohre ich meine Zehen in die dicke Haut. Nützt das nichts, helfe ich mit einem Bambusrohr nach. Es soll Mahouts geben, die diese Riesen mit ihrem kleinen Zeh dirigieren. Das schaffe ich nicht, aber wenigstens setzt sich Kommung Richtung Camp in Bewegung, beginnt den Dschungel zu planieren.

„Das Viehzeug furzt täglich so viel Methangas, dass ein Auto damit 100 Kilometer weit fahren könnte“
Alle paar Meter hält sie an, um zu tanken, also zu fressen. Dann nietet sie Bambusbäume um und sucht sich die frischesten Triebe. Elefanten benötigen täglich 150 Kilo Nahrung – kein Wunder, bei 3 Tonnen Lebendgewicht. Hinter mir, Richtung Auspuff, knattert es. Abgase! „Das Viehzeug furzt täglich so viel Methangas, dass ein Auto damit 100 Kilometer weit fahren könnte“, sagt Bodo.

Ab und zu muss ich Ästen ausweichen von Bäumen, die Kommung niederwalzt, während sie sich den Weg bahnt – gnadenlos, bergauf, bergab. Ein Blick nach unten, wo es meterweit abwärts geht, erinnert mich daran, dass dieses Modell keine Sicherheitsgurte hat. Also gilt’s, die Schenkel kräftig zusammenzudrücken. Und nicht die Kommandos zu vergessen, sonst kommt Kommung ins Bummeln.

„Huuuuhhh“, brülle ich, bis meine Kehle rau ist wie Elefanten-Haut. Ein Fliegenschwarm bringt mich aus dem Takt. „Treib sie an!“, mahnt Bodo. „Wir wollen schließlich mal ankommen.“ Unmittelbar am Camp staut sich der Mae Wang, bevor er sich den Berg hinabstürzt. Das ist die Waschanlage für die Elefanten. Einmal pro Tag muss man die Tiere baden. Das ist die Aufgabe der Mahouts, also mein Job.

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