Männermacken: Die häufigsten Macken des männlichen Gehirns

Update für Ihr Hirn
Männer sind auf die linke Gehirnhälfte spezialisiert

Unsere Computerexperten haben aufgedeckt, wo bei der männlichen Software ein Update nötig ist

Nach 50000 Jahren laufen wir Männer immer noch mit der Gehirnversion 1.0 herum, die bekanntlich schwere Programmfehler aufweist. Wir geben ein partielles Update für die menschliche Festplatte. Ob es darum geht, dass Männer leichter belogen werden können, sie beim Verliebtsein total durcheinander kommen oder sowieso keine rationalen Entscheidungen treffen können. Wir decken auch die Programmierungsfehler auf, die zu dem Symptom Männer plus dicke Autos gleich Rüpel im Verkehr führen und warum Sie bei Prüfungen regelmäßig einen Blackout haben.

Programmfehler 1: Männer können leichter belogen werden
Ursache: Die Hirnhälften sind Spezialisten: Die linke ist analytisch, logisch, detailversessen, sprachbegabt und verarbeitet Faktenwissen; die rechte emotionaler, kreativer, hat den Überblick und kümmert sich um autobiografische Erinnerungen. Bei Frauen ist der Balken, über den die Hemisphären ständig Informationen austauschen, deutlich ausgeprägter. "Männer sind viel mehr auf die linke Gehirnhälfte spezialisiert", sagt Christian Elger, Professor für Epileptologie in Bonn. "Frauen nutzen beide Hirnhälften fast gleichwertig." Das ist der Grund, warum Frauen sich ihrer Emotionen und der Emotionen anderer mehr bewusst sind – und sich entsprechend nicht so einfach belügen lassen.

Abhilfe: Schwierig. Denn mit einem weiblichen oder männlichen Gehirn kommt man durch den Einfluss von Hormonen schon auf die Welt. Sie können aber Ihre Intuition stärken, indem Sie bewusst auf Ihre innere Stimme hören, anstatt sie zu unterdrücken.

Programmfehler 2: Verliebtsein bringt einen Mann total durcheinander
Ursache: Falls Sie schon mal richtig verknallt waren, können Sie sicher bestätigen, was am University College in London entdeckt wurde: Verliebtsein ist wie Drogen nehmen. Frisch Verliebten wurden Fotos ihrer Angebeteten vorgelegt, während die Forscher beobachteten, was im Gehirn vor sich ging. 3 Ergebnis: Der Anblick der geliebten Person führte sofort zu heftiger Aktivität – genau da, wo auch Drogen wirken. Der Stoff, der sexuelles Verlangen stimuliert, heißt DARPP-32. Das Protein reguliert den Haushalt des Dopamins im Gehirn, eines Neurotransmitters, der viele emotionale Reaktionen steuert.

Abhilfe: Die Pharmaindustrie hat sich bereits über die Entdeckung hergemacht. In fünf bis acht Jahren will sie eine Pille auf den Markt bringen, gegen die Viagra wie ein besseres Fisherman’s Friend wirken soll.

Programmfehler 3: Männer können keine rationalen Entscheidungen treffen
Ursache: "Nicht nur bei Frauen sind sämtliche Entscheidungen emotional gefärbt", sagt Elger. Emotionen entstehen im limbischen System ("Reptilienhirn"). Von hier kommen die ursprünglichsten Antriebskräfte, die Sie etwas tun oder vermeiden lassen: Angst, Lust, Ekel, Aggressivität. Wenig von dem, was dort vor sich geht, gelangt ins Bewusstsein – und heißt Gefühl. "Ein bisschen Firlefanz. Zuckerguss auf dem Kuchen", nennt es der Emotionsforscher John LeDoux. Zwar gibt es zwischen Hirnrinde und limbischem System regen Datenverkehr – aber meistens vom Emotions- zum Denkzentrum. Die Emotionen bestimmen, was läuft. Nur: Männer merken das nicht. Durch die Dominanz der linken Hälfte ahnen sie nicht mal, dass sie nur deshalb nicht studiert haben, um Vati eins auszuwischen.

Abhilfe: In der Hirn-Version 1.1 muss auf diese enge Verknüpfung verzichtet werden, meinen Sie? Das wurde bereits getestet. Elliot etwa verlor durch einen Tumor seine Fähigkeit, Gefühle zu empfinden. Kann er jetzt besser Entscheidungen fällen? Im Gegenteil. Trotz unveränderter intellektueller Fähigkeiten und intakten Gedächtnisses ist er dazu völlig unfähig. Der Neurologe Antonio Damasio fand heraus, wieso: Ohne Gefühle kann Elliot weder bewerten noch gewichten. So verrannte er sich in Nebensächlichkeiten, vertraute windigen Geschäftspartnern, verlor seinen Job und ging pleite. Bleiben Sie lieber, wie Sie sind.

Programmfehler 4: Männer plus dicke Autos gleich Rüpel im Verkehr
Ursache: Schon wieder das Reptilienhirn. Menschen werden wie Salamander von drei Instruktionen geleitet, wie der Psychologe Hans-Georg Häusel in seinem Buch "Think limbic!" schreibt. "Balance" ist das Streben nach Stabilität und Sicherheit, "Stimulanz" lässt nach neuen Reizen suchen, und "Dominanz" drängt zur Ausweitung des Territoriums und zum Ausstechen von Konkurrenten. Häusel: "Jede Persönlichkeit setzt sich aus diesen Komponenten zusammen." Bei Männern überwiegt oft die Dominanz. Das macht sie zu potenziellen Führungspersönlichkeiten – und unfähig zum Einkaufen. "Dominanz-orientierte Männer achten weniger auf Preis und Qualität", sagt Häusel. "Sie fallen auf Statussymbole herein, gerade bei Autos."Deshalb tauchen bestimmte Marken so oft bedrohlich groß im Rückspiegel auf: Starke Dominanz-Instruktion macht auch zum Verkehrsrowdy. "Zu langsam vorwärts zu kommen, wird als unerträgliche Einschränkung der Autonomie empfunden", erklärt Häusel. Deshalb wird gedrängelt und gehupt, auch wenn das letztlich überhaupt nichts bringt.

Abhilfe: Sport. Aber kultivieren Sie neben dem Siegeswillen das "Dabei sein ist alles".

Programmfehler 5: Bei Prüfungen haben Sie regelmäßig einen Blackout
Ursache: Das Gedächtnis funktioniert unter Stress um ein Drittel schlechter. Züricher Forscher entdeckten, dass das Stresshormon Cortisol nicht das Verankern, sondern das Herauskramen von Erinnerungen behindert.

Abhilfe: Talkshows. An 18-Jährigen wurde ermittelt: Das Gucken schlichter Sendungen vor einer Prüfung verbessert den IQ – mehr als Meditation oder anspruchsvolle Dokumentationen. Klassische Musik und Gespräche mit Freunden waren sogar schädlich. Am schlechtesten schnitt ab, wer vor der Prüfung noch gepaukt hatte. Aber Vorsicht: Allein mit Talkshows lässt sich der IQ nicht steigern.

Wenn Sie auch die anderen Programmfehler des Mannes kennen lernen wollen, dann schauen Sie in die November-Ausgabe von Men´s Health, Ihrem persönlichen Update für alle Männersachen.

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