Jeans-Geschichte: Alt und ewig jung

Raw, robust, richtig alt: Jeans wurden vor mehr als 160 Jahren erfunden
Raw, robust, richtig alt: Jeans wurden vor mehr als 160 Jahren erfunden

Früher gehörten Jeans ins Bergwerk, heute auf die Straße. Kein anderes Kleidungsstück prägte in den letzten 100 Jahren so sehr Mode und Kultur ohne an Aktualität zu verlieren. Ein Überblick über das Leben des Denim-Klassikers

Die Geschichte der Jeans

1850 Der fränkische Auswanderer Levi Strauss fertigt Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA für die Goldgräber robuste, mit Nieten verstärkte Arbeitshosen an. 1873 meldet er seine Idee zum Patent an – die Geburtsstunde der Blue Jeans.

Blue Jeans, White Shirt - James Dean prägte den Rebellenlook mit Denim-Klassiker
Blue Jeans, White Shirt - James Dean prägte den Rebellenlook mit Denim

1950 Rund 100 Jahre später avanciert die Nietenhose zum Kultobjekt amerikanischer Teenager. Sie wird zur Revolutionskleidung – als Protest gegen Eltern und Politik. Folge: Das Tragen von Jeans wird an US-Schulen verboten. Einige Jahre später tauchen Jeans verstärkt in Hollywood-Filmen auf. Stars wie James Dean, Marlon Brando und Marilyn Monroe machen sie salonfähig.

Die (wilden) 80er: Jeans kommen auf die Laufstege
Die (wilden) 80er: Jeans kommen auf die Laufstege

1960 Die Jeans wird Ausdrucksmittel eines neuen, selbstbewussten Frauentyps. Jackie Kennedy trägt in der Öffentlichkeit Jeans und sorgt für Aufsehen. In den späten 60ern demonstrieren Hippies in ausgestellten Jeans gegen den Vietnam-Krieg. Das Woodstock-Festival (1969) wirkt wie eine Werbeveranstaltung für Denim.

1970 Die Öko-Bewegung – und mit ihr die Jeans-Latzhose – erobert die Mode. Immer mehr Designer zeigen Jeans in ihren Kollektionen. Die Hose wird fortan nicht mehr nur von den Teenys getragen, sondern auch von deren Eltern. Ende des Jahrzehnts entsteht eine vom Punk beeinflusste Moderichtung. Jeans werden zerrissen und dreckig getragen.

1980 Joschka Fischer trägt am Tag seiner Vereidigung als Umweltminister Turnschuhe, Sakko und Jeans (1985). Popper bevorzugen dunkelblaue Karottenformen, alle anderen Röhren in Moon-Washed-Optik. Markenprodukte sind angesagt, allen voran die 501 von Levi’s.

1990 Amerikanische Hip-Hop-Größen machen den Baggy-Style bekannt: Jungs tragen Jeans nun in Übergrößen, ein Gürtel hält sie auf halber Gesäßhöhe. Bei zeigefreudigen Girls rutscht der Jeansbund bis weit unter den Hüftknochen.

2000 Die Jeans feiert ihr 150-jähriges Jubiläum und ist fest in der Mode etabliert. Die Auswahl an Marken, Schnitten und Waschungen ist riesig. Nach wie vor gilt: Die Jeanshose ist eines der wichtigsten Kleidungsstücke in jedem Schrank!

Kaputt wird Fashion - Männer und Frauen tragen Denim jetzt mit Löchern

2010 Ganz in Jeans – so lautet das Motto des 21. Jahrhundert. Sowohl Männer als auch Frauen tragen die Hose im Kombi mit Hemden oder Blusen aus dem blauen Stoff auch obenrum. Der Destroyed-Look ist kein NoGo mehr, sondern sogar auf den Runways der Metropolen zu sehen. Je kaputter die Hose, desto hipper der Träger!

2017 Die Farbe kehrt zurück: Ob Sand-Töne zum klassischen Blau oder feiner Strick zusammen mit Destroyed-Jeans, Vielfalt ist angesagt und alles ist möglich. Auch in Kombination mit anderen Denimteilen: Trend ist Denim allover – diesmal auch in Weiß und anderen Farben. Nie war die Vielfalt an Schnitten, Farben, Waschungen größer.

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