Weibliche Tugenden: Kopieren Sie die Job-Tricks der Frauen

Was tun gegen fiesen Kollegen?
Hätte er doch auf seine Frau gehört, dann gäbe es nicht so ein Gebrüll

Sie können nicht einparken, haben von Fußball keine Ahnung. Doch eines haben Frauen uns voraus: soziale Kompetenz. Und die zahlt sich im Job aus

Sie können zwar nicht im Stehen pinkeln, haben den Männern im Job jedoch einiges voraus: die lieben Kolleginnen. Lesen Sie auf diesen Seiten, welche kleinen, aber feinen Unterschiede im Berufsleben zwischen Männern und Frauen bestehen – und was Sie von den Strategien
Ihrer Schreibtisch-Nachbarin lernen können.

Ein Problem lösen

So machen Sie es (bisher) „Männer sprechen im Normalfall erst über ein Problem, wenn sie auch gleichzeitig die Lösung präsentieren können“, sagt Karriere-Berater Hans-Joachim von Malsen www.marsvenus.de. Denn um Hilfe oder Unterstützung zu bitten, ist in der männlichen Berufswelt gleichbedeutend mit: Ich bin überfordert, schaffe meinen Job nicht.

So macht es Ihre Kollegin Sie steht häufig mit ihren Kolleginnen auf dem Flur oder in der Gemeinschaftsküche und spricht über das Projekt, an dem sie gerade arbeitet. Sie spart auch nicht aus, auf welche Probleme sie dabei gestoßen ist. Ihre Arbeitskollegin fragt die anderen um Rat und diskutiert die besten Lösungsmöglichkeiten innerhalb der Gruppe.

Was Sie von ihr lernen können Ihre Kollegin ist eine echte Meisterin der Prävention. Denn frühzeitig über mögliche Risiken zu sprechen, bedeutet auch, diese im Vorfeld verhindern zu können. Zudem sieht Ihre Kollegin die Unterstützung anderer nicht als Infragestellung ihrer Kompetenz. Gleichzeitig trägt sie zu einer harmonischen Atmosphäre bei, denn durch ihre Gesprächsbereitschaft vermittelt sie: Deine Unterstützung ist mir wichtig, ich lege Wert auf dein Urteil. „Während Männer beruflich eher einen Tunnelblick haben, hat die Frau ein Weitwinkel-Objektiv. Damit kann sie auch kreative Lösungen sammeln, die nicht auf der Hauptstraße liegen, sondern auf kleinen Nebenwegen“, erklärt die Management-Trainerin Sabine Asgodom.

Ein weiterer wichtiger Punkt: „Obwohl die Männer im Beruf als sehr sachorientiert gelten, sind sie es bei Problemen oft nicht. Denn sie denken nicht in erster Linie über eine mögliche Lösung nach, sondern darüber, welche Auswirkungen die Schwierigkeiten auf ihre Position haben könnten. Deutsche Manager wenden laut einer Studie etwa 60 Prozent ihrer Arbeitszeit auf, um ihren Status zu erhalten“, sagt die Autorin des Buches „Arbeit macht das Leben süß“. Darüber hinaus kritisiert die Expertin das so genannte Teflon-Prinzip, das besonders männliche Führungskräfte verfolgen: „Sie investieren die meiste Energie dafür, dass von einem Problem nichts an ihnen haften bleibt.“

Die Job-Tricks der Frauen: Einen Standpunkt vertreten

Frauen gehen nicht mit dem Kopf durch die Wand sondern lassen Gefühle sprechen

So machen Sie es (bisher) Bei Verhandlungen vertreten Sie Ihre Meinung kurz und knapp. Auf Diskussionen lassen Sie sich gar nicht erst ein – schließlich würde das den anderen vermitteln: Er ist unsicher und beeinflussbar.

So macht es Ihre Kollegin Ihr weibliches Gegenüber vertritt wortreich ihre Ansichten und bezieht dabei ihre Gefühle in die Entscheidung ein. Selbst ein objektiv unrentabeles Projekt verteidigt sie leidenschaftlich, weil ihr Bauchgefühl der Sache einen Erfolg voraussagt.

Was Sie von ihr lernen können „Legen Sie Ihre Zack-Zack-Erklärungen ad acta, denn die sind nicht mehr zeitgemäß“, rät Experte von Malsen. „Kommunikationsfähigkeit ist ein wesentlicher Karriere-Faktor, genauso wie Begeisterung wecken zu können – und die lässt sich gewiss nicht durch drei Worte schüren.“ Scheuen Sie sich nicht, Raum für Diskussionen zu lassen. Autorin Isabel Nitzsche („Spielregeln im Job“) hat beobachtet, dass Frauen Mitarbeiter selbständiger arbeiten lassen als Männer. „Kooperieren statt Delegieren – das gilt für viele Männer nach wie vor als Führungsschwäche“, sagt die Karriere-Expertin.

Die Job-Tricks der Frauen: Jemandem helfen

Frauen sind die geborenen Teamplayer und helfen ohne die Führung zu übernehmen.

So machen Sie es (bisher) Ihr Kollege hat sich schon seine Luftmatratze mit in die Firma genommen? Selbst schuld! Denn Sie meinen, wer Hilfe braucht, der soll fragen. Schließlich würden Sie seine Fähigkeit anzweifeln, wenn Sie ihm ungefragt Ihre Hilfe anböten. Und Sie möchten auf gar keinen Fall den Eindruck erwecken, Sie selbst wären nicht ausgelastet.

So macht es Ihre Kollegin Sie fragt ihre Kollegen zwischendurch „Wie läuft dein Projekt?“, bietet Hilfe an, auch wenn sie selber viel zu tun hat, gibt keine Rat-, sondern Vorschläge.

Was Sie von ihr lernen können Häufig genügt schon ein Wort oder ein Gespräch, um anderen zu helfen. Denn wer völlig überarbeitet ist, der sieht oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Übernehmen Sie höflich und ohne erhobenen Zeigefinger die Aufgabe, Sträucher und Zweige beiseite zu schieben, um Ihrem Kollegen wieder einen klaren Blick zu verschaffen. Bieten Sie Ihre Unterstützung an – aber nie, ohne Ihre Motive zu erklären. Männliche Kollegen könnten sonst tatsächlich das Gefühl bekommen, Sie würden sich einmischen. Erklären Sie Ihrem Kollegen, dass Ihnen aufgefallen ist, wie viel Mehrarbeit ihm aufgebürdet wurde und dass Sie einen Auftrag kurzfristig verschieben könnten, um ihm zu helfen. Resultat: Wer freundlich und ehrlich Unterstützung anbietet, wird ein freundliches, dankbares Echo empfangen.

Die Job-Tricks der Frauen: Atmosphäre im Büro schaffen

Frauen sorgen dafür, dass sich alle wohl fühlen- Männer müssen lernen, wie das geht.

So machen Sie es (bisher) Ihr Beitrag zur Verbesserung der Büro-Atmosphäre? Sie lüften regelmäßig. Ansonsten trennen Sie strikt zwischen Arbeit und Privatleben. Als Ihr Kollege Ihnen schon nach vier Jahren das Du anbietet, fühlen Sie sich von ihm überrumpelt.

So macht es Ihre Kollegin Seltsam. Obwohl Ihre Kollegin mit Arbeit überschüttet wird, hat sie für jeden ein freundliches Wort über. Sie fragt Kollegen oder Kunden, wie denn der Kurztrip nach Neapel war, sie bringt häufiger mal und ohne einen bestimmten Grund Kuchen mit.

Was Sie von ihr lernen können „Es ist kein Geheimnis, dass Frauen das soziale Umfeld wichtiger ist als Männern“, sagt von Malsen. „Allerdings wird es in Zukunft auch für Männer immer entscheidender, eine positive Atmosphäre schaffen zu können.“ Denn diese ist das Fundament für ein motiviertes Team. Außerdem unterschätzen die Männer immer noch die Magie des Smalltalks. Was für den Kollegen nur seichtes Gewäsch ist, öffnet der Kollegin diverse Karriere-Türen. Denn sie macht sich als Mensch begreiflich und nicht nur als arbeitendes Rädchen im Getriebe des Unternehmens. Job-Expertin Asgodom: „Frauen sind außerdem sehr gute Frühwarnsysteme. Sie spüren schnell, wenn in der Firma etwas nicht so gut läuft. Denn sie hören stärker auf ihr Inneres. Frauen achten mehr auf ihren Energiehaushalt und gestehen sich auch Unzufriedenheit und Frust ein.“

Die Job-Tricks der Frauen: Selbstmarketing betreiben

Eigenlob stinkt- Frauen wissen, wie sie sich und andere gemeinsam in ein gutes Licht stellen.

So machen Sie es (bisher) Der Lieblingsspruch Ihres Vaters lautete: „Für Bescheidenheit gibt es keinen Preis.“ Finden Sie auch und halten mit Ihren Erfolgen deshalb auch nicht hinter dem Berg. Dass noch drei Ihrer Kollegen maßgeblich dazu beigetragen haben, das Projekt in Rekordzeit zu einem guten Ende zu führen, erwähnen Sie lieber gar nicht erst, das können die schließlich auch für sich selbst machen.

So macht es Ihre Kollegin Ihre Kollegin Anette hat ihren Namen verdient. Sie ist wirklich eine sehr Nette. Lobt die Zusammenarbeit und die Leistungen des Teams, setzt sich für die Beförderung ihres Kollegen ein. Ihren eigenen Beitrag streicht sie nicht gesondert heraus.

Was Sie von ihr lernen können „Männer bringen sich häufig selber um große Chancen, weil sie sich zu sehr in den Mittelpunkt stellen. Denn wer andere fördert, fördert auch sich selbst“, sagt Nitzsche. Experte von Malsen stellt in der Praxis ebenfalls immer wieder fest: „Viele männliche Führungskräfte schmücken sich mit fremden Federn und loben nicht. Sie wollen ihre Gefühle nicht preisgeben und befürchten einen Machtverlust.“ Doch genau dieses Verhalten wirkt extrem demotivierend auf die Team-Mitglieder. Sie fühlen sich lediglich als verlängerte Werkbank.

Die Job-Tricks der Frauen: Kritik üben

Rumbrüllen offenbart nur die eigene Hilflosigkeit- Frauen fordern und fördern

So machen Sie es (bisher) Dieser Müller macht Sie wahnsinnig. Zum dritten Mal hat er diese Woche schon vergessen, abends die Daten zu sichern. Kein Wunder, der Mann sieht ja auch total übermüdet aus. Heute werden Sie diese Schlafmütze verbal wecken, und zwar kräftig!

So macht es Ihre Kollegin Bei ihr dauern Kritik-Gespräche deutlich länger. Sie möchte nicht nur wissen, was schief gelaufen ist, sondern auch, warum dieses Problem aufgetreten ist.
Ihr klares Führungsmotto: „Wenn Sie wollen, aber nicht können, helfe ich Ihnen. Wenn Sie können, aber nicht wollen, werde ich sauer.“

Was Sie von ihr lernen können Wenn Sie einen Kollegen oder Mitarbeiter kritisieren müssen, vergessen Sie nicht den persönlichen Aspekt. Eventuell steckt er in einer privaten Krise oder hat andere Probleme. Ihr Interesse wird dann nicht als Neugier verstanden,
sondern als Anteilnahme. Erarbeiten Sie gemeinsam
ein Lösungskonzept.

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