Was Frauen wollen: Die nackte Wahrheit

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Endlich! Die Kolleginnen des Magazins „Woman“ beantworten unsere brennendsten Sex-Fragen. 11 Essays

Die nackte Wahrheit: "Heavenly Girls"

heißt der neue Schwarz-Weiß-Bildband, aus dem wir die Fotos für diese Strecke entnommen haben. Das 190-seitige Buch des belgischen Fotografen Pascal Baetens ist erschienen bei Edition Skylight (etwa 40 Euro)
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1. Frage: Gibt es wirklich Dinge, die ihr beim Sex niemals ausprobieren würdet?

Die Geschmäcker, sagt der Bäcker, sind verschieden, meine Lieben. Bei Folgendem sind viele Frauen aber doch eher zurückhaltend: Double Anal, Gangbang, Midget, Scat, Sex mit Baseballschlägern, Melonen oder Riesenradis, Gyno, Nadelung, Bukkake, Kaviar, Bodmod, Eyeshot, Noseshot, Strappado oder Dogging. Pegging ist meistens in Ordnung, wenn Mann nett drum bittet.

Über englisch und griechisch sollte man sich lieber vorher einigen. Französisch, spanisch, italienisch, russisch, mongolisch, albanisch sind üblicherweise im grünen Bereich. Immer gern genommen: persisch und à la suisse.

Ira Panic (43), „Woman“-Autorin

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Die nackte Wahrheit: 10. Frage: Hättet ihr wirklich gern Sex mit dem Prinzen auf dem weißen Pferd?

Früher lebte ich nach einem einfachen Plan: Tollen Körper suchen mit hoffentlich nettem Mann darin. Inzwischen habe ich gemerkt, dass ich mit einer zwar schönen, aber unzuverlässigen Fassade nicht zusammenleben kann. Ich möchte nicht nur die äußere Geborgenheit (Umarmung), sondern auch die Herzenswärme spüren.

Leidenschaft funktioniert bei mir erst über eine wunderschöne Persönlichkeit. Weil ich mich erst dann wirklich hingeben kann, wenn ich mich auch innerlich geborgen fühle. Schön und sexy ist nur das, was man mit dem liebenden Auge betrachtet. Genau das habe ich gefunden. Kühle Prinzen auf weißen Pferden können getrost in die emotionale Wüste reiten. Sie sind ohnehin out.

Narimaan Nickbakht (33), Redakteurin, Ressort Gesundheit

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Die nackte Wahrheit: 11. Frage: Ist Sex ohne Liebe besserer oder schlechterer Sex?

Es gibt Frauen, die finden Sex ohne Liebe sterbenslangweilig und unterirdisch ganz gleich, wie großartig ihr euch anstellt. Aber macht euch darum keinen Kopf. Wir gehen ja auch nicht alle ins Kino, wenn wir schon vorher ahnen, dass uns der Film weder anrühren noch vor Spannung zum Platzen bringen wird.

Aber so sind wir nicht alle. Natürlich gibt es genügend von uns, die
zwischendurch gerne mal ins Kino rennen, um sich ein wenig berieseln zu lassen. Weil es nichts Besseres zu tun gibt. Weil alles andere zu kompliziert wäre. Bloß nicht denken müssen! An solchen Tagen suchen wir uns dann meist eine romantische Komödie aus oder einen Zeichentrickfilm – Hauptsache etwas Leichtes.

Und genau so ist Sex ohne Liebe: leicht und unkompliziert. In manchem Moment das richtige Programm. Einen der besten Filme aller Zeiten jedoch, einen, an den man sich noch lange erinnert, den sieht man an solchen Abenden nicht. Das wissen und fühlen wir natürlich ganz genau.

Eva Lehnen (29), Autorin

2. Frage: Warum verlieren so viele Frauen ihre sexuelle Würde, wenn ein Mann mit Geld auftaucht?

Wie kommt ihr bloß darauf, dass ihr uns mit Kohle rumkriegt? Ich gebe zu, ich hatte schon mal einen Millionär. Aber mit dem war ich zusammen, weil der so lustig war. Er wohnte in einer WG, besaß kein Auto, und sein Fahrrad war rosa und ziemlich alt. Denn schwach werde ich bei Humor.

Oder bei Männern, die spontan kopfüber in den See springen und „Wasser ist mein Element“ rufen, bei Kerlen, die sexy sind, weil sie barfuß Auto fahren oder mich mit ihrem Intellekt beeindrucken. Es ist ja nicht so, dass ich keinen Luxus mag – Champagner zum Beispiel.

Aber der schmeckt mir am besten aus seinem Bauchnabel. Glatzköpfige im Porsche schau ich nicht an. Glatzkopf auf einem Rennrad: schon interessanter. Und wenn der Typ auch noch nachdenkt, mit Geist und Humor beeindruckt, dann schmelze ich dahin. So einfach ist das.

Stärke steckt niemals in PS. Mich und meine Freundinnen beeindruckt kein Typ Waschbrettbauch, der nur im Fitness-Studio herumhängt, auf Sonnenbänken reift und seine Statussymbole poliert.

Nein, wir wollen einen Kerl, der für uns da ist, wenn wir ihn brauchen, der lustige kleine Notizen hinterlässt, wenn er aus dem Haus geht, und der selbstbewusst auf seinem rosaroten Damenfahrrad durch das Leben cruised. So ist das.

Bettina Koch (42), Redakteurin, Ressort Beauty

Die nackte Wahrheit: 3. Frage: Wird der Sex besser, wenn ihr mit euren Freundinnen darüber redet?

1. Natürlich nicht! Bei schlechtem Sex hilft nur: den Kerl rauswerfen oder, in Fällen von schwerster Verliebtheit, ihm geduldig zu zeigen, wie es geht und was Spaß macht.

2. Verabschiedet euch endlich von dem Ammenmärchen, dass wir bei Mädelsabenden über nichts anderes reden als eure Qualitäten im Bett! Es gibt wichtigere Themen – Schuhe und Handtaschen zum Beispiel.

Mal ehrlich: Keine ernst zu nehmende Frau, die sich in einer glücklichen Beziehung befindet, redet über die Kamasutra-Kenntnisse ihres Freundes oder über Länge, Umfang und Beschaffenheit seines Schwanzes. Euch turnt vielleicht der Gedanke an, dass wir bei Prosecco und Nudeln über eure ach so geniale Stellung von gestern Nacht plaudern.

Tun wir aber nicht. Wie ihr im Bett seid, das kommt erst nach der Trennung aufs Tapet. Und dann wart ihr selbstverständlich schrecklich und hattet einen ganz Kleinen …

Kathrin Kellermann (34), Redakteurin, Ressort Szene

4. Frage: Welches ist der größte Lustkiller überhaupt?

Dummheit. Einfach deswegen, weil dumme Männer die wichtigen Dinge nicht begreifen, häufig nicht mal wahrnehmen können. Weil dumme Männer glauben, dass Geilheit wichtiger ist als Leidenschaft.

Weil dumme Männer nicht wissen, dass Frauen Männern mit einem dicken Auto nicht etwa Macht und Potenz, sondern einen Mikropenis unterstellen. Und weil dumme Männer keine Manieren haben. Einen dummen Mann im Bett zu haben ist schlimmer als einen, der stinkt.

Simone Buchholz (34), Autorin

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Die nackte Wahrheit: 5. Frage: Würdet ihr es einem Mann sagen, wenn sein Penis zu klein ist?

Gegenfrage: Was findet ihr denn zu klein? Einen Schniedel in der Größe einer Bio-Karotte, eines Make-up-Pinsel, eines Edding? Liebe Männer, die Größe allein ist nicht entscheidend. Unsere Vorlieben – ob klein, mittel, groß, kerzengerade oder krumm, sind ziemlich unterschiedlich. Es muss einfach passen. Das ist das Wichtigste.

Aber seid nicht so paranoid. Entspannt euch! Wenn euer Penis zu klein ist, werdet ihr es wahrscheinlich sowieso niemals erfahren. Jedenfalls nicht aus unserem Mund. Und übrigens: Denkt nicht sofort, euer Penis sei zu klein, wenn wir uns mal ein Spielgerät zulegen. Das kann nämlich auch andere Gründe haben. Ihr könnt uns ja fragen. Keine Angst!

Kerstin Möser (27), Redakteurin, Ressort Lifestyle

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Die nackte Wahrheit: 6. Frage: Wie soll ein Mann seinen Penis und eure Vagina nennen?

Grundsätzlich freut es uns, wenn ein Mann „Hallo“ sagt und sich zumindest namentlich vorstellt, bevor er ins Detail geht. Das gehört sich so, gilt allerdings keinesfalls für sein Geschlechtsteil. Insgeheim mag ein Mann seinen Penis manchmal auch ins Gespräch bringen wollen, insgeheim mag er ihn Ramses nennen oder Egmont – eine Frau wird nichts davon wissen wollen.

Sie will sich ja nicht mit dem Penis unterhalten (obwohl: Sie könnte es, aber wollt ihr das?). Nun zu uns. Sagt doch bitte Vagina oder Scheideneingang – dann wissen wir, wovon ihr sprecht! Und für alles Weitere gibt es tolle Bücher mit anatomischen Zeichnungen, die unser „da unten“ – also beispielsweise: Venushügel, Klitoris, große und kleine Labien – darstellen.

Zusammen heißt das dann (und wir reden hier vom äußeren weiblichen Genital) Vulva. Das hört sich alles sehr technisch an. Müsst ihr euch auch nicht unbedingt merken. Es reicht, wenn ihr im Kopf habt, welche Vulva zu welcher Frau gehört.

Dorthe Hansen (35), Redakteurin, Ressort Gefühle

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Die nackte Wahrheit: 7. Frage: Wie bekommt man eine Frau beim ersten Date ins Bett?

Es ist – wie meistens – ganz einfach: Grundsätzlich gibt’s keine Strategie, eine Frau dazu zu überreden. Ob sie gleich beim ersten Treffen Sex will, hängt einzig und allein davon ab, wie scharf sie den Typen bei diesem Date findet:

  • Sehr scharf: ab in die Kiste!
  • Mittelscharf: eher nächstes oder übernächstes Mal.

Denn die meisten Frauen glauben zumindest unterbewusst immer noch, dass Sie sich etwas vergeben, wenn Sie gleich beim ersten Mal mit einem Mann schlafen. Ist er aber übermenschlich heiß, ist ihnen das meist herzlich egal.

Kerstin Bode (35), Redakteurin, Ressort Reise

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Die nackte Wahrheit: 8. Frage: Wollt ihr nun Sex während der Menstruation oder nicht?

Zunächst einmal: Schön, dass ihr das Thema überhaupt ansprecht! Dann kann ich an dieser Stelle ja auch gleich erwähnen, dass es so etwas wie PMS gibt (Anmerkung: ein Bonuspunkt für alle unter euch, die wissen, dass das für prämenstruelles Syndrom steht) und in dieser Zeit Sprüche wie „Kriegst wohl deine Tage!“ oder „Mensch, bist du zickig!“ absolut fehl am Platz sind. Wir haben uns das schließlich nicht ausgesucht und können uns Besseres vorstellen, als uns alle drei Wochen wie ein Kleinkind abzudichten.

Hinzu kommt, dass einige von uns in diesen Tagen mit heftigen Schmerzen – die ganze Palette: Bauch, Rücken, Kopf – zu kämpfen haben. Womit wir beim Thema wären. Wenn die Frau sich krümmend auf dem Bett liegt, gibt es (fast) nichts Schlimmeres als einen sabbernden, geilen Heini, der rattenscharfen Sex erwartet. Ist nicht! Es sei denn, die Frau hat masochistische Neigungen. Ansonsten lässt sich eure Frage nicht pauschal beantworten.

Einige von uns ekeln sich selbst vor ihrem Blut, andere finden das total natürlich, genauso wie den Sex. Ihr wisst ja hoffentlich: Keine ist wie eine. Und bevor ihr hier große Töne spuckt: Wer von euch kein Blut sehen kann, der sollte in dieser Zeit sowieso lieber die Finger von seiner Frau lassen. Denn wir haben keine Lust, auch noch einen ohnmächtigen Typen zu versorgen. Da haben wir in dieser Zeit wirklich ganz andere Sorgen.

Nicole Maibaum (34), Redakteurin, Ressort Beruf

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Die nackte Wahrheit: 9. Frage: Warum lasst ihr euch so gerne lecken und stellt euch bei Fellatio so an?

Ob wir uns wirklich „so gerne lecken“ lassen? Kommt ganz drauf an. Vor allem auf das Wie. Die Zunge soll mächtiger sein als das Schwert. Aber das war ja nicht eure Frage. Warum eine gute Fellatio so schwer ist? Nun, zunächst einmal sitzen hinter unseren Lippen Zähne. Viel kritischer aber sind eure Zähne – und damit die Tatsache, dass ihr die meist nicht auseinander bekommt, um uns zu sagen, wie es sich gut für euch anfühlt.

Denn jeder Mann mag es anders, und um keinen 08/15-Blowjob zu bekommen, müsst ihr uns schon im Detail schildern, wie ihr es mögt. Mit ein wenig verspieltem Training kommen wir dann alle auf unsere Kosten. Kann ja auch anregend sein, darüber zu reden. Präzision bleibt der Schlüssel zum Höhepunkt. Und mit Technik kennt ihr euch doch aus, oder?

Stefanie Wilke (42), stellvertretende Chefredakteurin

 
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