Auch ein Elefant braucht Pflege: Abschluss-Prüfung zum Elefanten-Führer

Auch Elefanten als die größten noch lebenden Landtiere brauchen eine Abkühlung
Wer etwas wirklich Großes tun will, wäscht einfach einen Elefanten

Neben der Elefanten-Waschanlage folgt für Marco Krahl die letzte Prüfung im Dschungel-Abenteuer

Ich greife mir einen Schrubber und führe Kommung ins Wasser, auf Befehl geht sie in die Knie. Zum ersten Mal in meinem Leben verpasse ich einem Elefanten eine Abreibung. „Nicht so zimperlich“, ruft Bodo. Ich schrubbe vorn und hinten, dann legt sie sich auf die Seite, und ich krabbele auf ihren Bauch.

Es fühlt sich an, als würde ich auf einem Wasserbett Walzer tanzen. Kommung scheint es zu genießen, dreht sich noch ein wenig, bis ich das Gleichgewicht verliere und neben ihr im Wasser lande. An Land geht die Lackpflege weiter. Das Bad war wichtig, um ihre Haut danach genau unter die Lupe nehmen zu können, denn Verletzungen heilen nur schwer. Deshalb suche ich nach Rissen und Eiterbeulen, kontrolliere die Ohren, wo vielleicht Parasiten nisten, und stochere im Dung, auf der Suche nach Würmern. Arbeitselefanten müssen fit sein, sie sind ja nicht zum Spaß hier.

Vor rund 100 Jahren gab’s in Thailand noch etwa 100 000 Arbeitselefanten, die idealen Waldarbeiter. Sie rodeten Bäume, transportierten und stapelten sie, bis der König 1989 das Abholzen zu wirtschaftlichen Zwecken untersagte. Einige Tiere wechselten in den Tourismus, aber die meisten wurden arbeitslos. In Thailand leben heute nur noch zirka 3000 ausgebildete Arbeitselefanten. „Damit stirbt auch das Wissen der Mahouts aus“, sagt Bodo und legt Kommung das Arbeitsgeschirr um. „Ich hoffe, diese Kultur durch meine Arbeit ein wenig bewahren zu können.“

Endlich die Fahrprüfung
Ich hocke wieder obendrauf. Am anderen Ende des Geschirrs ist bereits ein Baumstamm befestigt. Auf mein Kommando setzt sich Kommung in Marsch, zieht den Stamm einen kleinen Hügel hinauf. Bis zu anderthalb Tonnen können Elefanten ziehen, allein mit dem Rüssel heben sie 200 Kilogramm. Ich treibe sie lautstark an, bis wir unser Ziel erreichen. Bodo strahlt: „Hätten wir noch ein paar Wochen, würde ich einen erstklassigen Mahout aus dir machen.“ Ich bin mir da nicht so sicher, doch ich glaube: Den Schein habe ich in der Tasche.

Sponsored SectionAnzeige