Online-Dating: Die richtige Frau aus dem Netz

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So viele Frauen und so wenig Zeit. Wie gut, dass es Dating-Portale gibt, da wird vorsortiert. Ein Online-Guide und Selbstversuch

Warum online nach der Liebe suchen

Bislang habe ich meine Freundinnen ganz traditionell kennengelernt: auf der Straße, beim Tanzen oder am Arbeitsplatz. Ich habe sie dort entdeckt und angesprochen, wir haben uns angelächelt, uns unterhalten und für den nächsten Tag verabredet. Warum also sollte man online nach der Liebe suchen, wenn einem das Glück vor der Nase herumläuft?

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Viele einfach zu schüchtern

Ganz einfach:

  1. weil viele Menschen auf dem Land wohnen und dort wenig Auswahl haben
  2. weil viele Menschen zu schüchtern sind, jemanden anzusprechen
  3. weil viele einfach zu viel arbeiten, um ihren Partner auf konventionelle Art kennenzulernen.
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Nur Romantiker träumen vom Schicksal

Dating im Netz hat sein Loser-Image abgestreift. Stattdessen ist es zum Volkssport geworden. Nur unverbesserliche Romantiker träumen heute noch von schicksalhaften Begegnungen. Die anderen loggen sich ein.

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Frauen stehen auf anonymes Kennenlernen

Gerade Frauen stehen Umfragen zufolge auf das anonyme Kennenlernen. Was bei näherer Betrachtung einleuchtet, denn wie beim Shopping haben Frauen auch beim Dating gerne den Überblick über die komplette Kollektion, bevor sie sich für ein Teil entscheiden. Darüber hinaus ist die Teilnahme für das schöne Geschlecht bei fast allen Single-Börsen selbstverständlich kostenlos. Mein Ehrgeiz ist geweckt. In den nächsten 3 Monaten werde ich zu ergründen versuchen, was Frauen in ihren digitalen Träumen beschäftigt. Und wenn es richtig gut läuft, finde ich in der Zeit meine Traumfrau.

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Mit welcher Identität am meisten Erfolg

An einem sonnigen Montagvormittag entscheide ich mich für 3 von ungefähr 3000 Single-Börsen, die mir Google auf meine Anfrage hin liefert. Und ich richte mir gleich in jedem dieser 3 Portale ein anderes Profil ein – schließlich habe ich nicht ewig Zeit und halte mich darüber hinaus für vielseitig. Außerdem bin ich gespannt, unter welcher Identität ich am meisten Erfolg haben werde.

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Event-Profi, Partyboy und Proll

Bei www.datingcafe.de, mehrfacher Testsieger unter den Single-Börsen, richte ich mich als Leonard32 gemütlich ein. Zahle 12 Euro für einen Premium-Account, stelle ein nettes Schwiegermuttertraum-Bild rein, gebe mich als Event-Manager aus und gehe dann mit einem ungefährlichen Text auf Brautschau, der wie folgt lautet:

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Besitzer einer alten schwarzen Katze

"Hallo, liebe Damen der Schöpfung! Ich bin 32 Jahre alt, arbeite im Event-Bereich in der schönen Hansestadt und möchte meine Traumfrau finden. Ich interessiere mich für Kino, Ausgehen, Sport und bin stolzer Besitzer einer alten, schwarzen Katze. Liebe Grüße und vielleicht bis bald, Leonard32"

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"Trägst du Körperschmuck?"

Bei www.neu.de bastle ich mir ein etwas forscheres Profil. Nachdem ich 23,95 Euro für den Premium-Zugang bezahlt und einen Fragebogen ausgefüllt habe („Welche Ernährungsgewohnheiten hast du?“, „Trägst du Körperschmuck?“), lade ich ein Porträtfoto hoch, das schon ein paar Jahre alt ist. Mein Vater meinte damals, ich sähe auf dem Bild aus wie ein Brunnenvergifter. Aber meinen Vater will ich ja auch nicht treffen. Und um gleich ein bisschen lässiger als beim ersten Profil rüberzukommen, nenne ich mich funandaction78 und schreibe diesen Text:

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Ich mag nicht: Besserwisser, Bausparer"

"Hallo Mädels, ich bin André und immer unterwegs. Ob Electro-Party, Rock-Jam oder House-Dancefloor – ich fühle mich überall wohl. Wer Lust hat, mich kennenzulernen, schreibt! Ich beiße nicht. Ich mag: lange schlafen, mich austauschen, Caipirinha. Ich mag nicht: Besserwisser, Bausparer"

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Kein Erfolg, trotz Premium-Status

Dann sehe mich bei neu.de ein bisschen um und werde bald fündig. Es ist wirklich nicht zu fassen, wie viele attraktive, junge Single-Frauen hier auf der Suche zu sein scheinen! Aber ich werde erst mal ein paar Tage warten und sehen, ob nicht vielleicht ich es bin, der angesprochen wird. Das hier ist schließlich das Internet, und im Internet ist alles möglich. Nicht möglich zu sein scheint es, mein Foto zu laden. Ich versuche es als eine Art Meditationsübung an jedem Recherchetag – ohne Erfolg, trotz Premium-Status. So surft funandaction78 also gesichtslos durchs Netz.

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Mein Proll-Profil

Meinen letzten Account richte ich mir bei www.parship.de ein. Dort muss ich mich erst mal durch einen Fragebogen klicken, um am Schluss psychologisch erfasst zu werden – das ist ein bisschen nervig, weil ich ja gerade da mein Proll-Profil ronhh79 einrichten will. Schließlich werde ich wie folgt beschrieben:

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"Freizeit, Sex, Sonne"

"Person: 27 Jahre, 185 cm, ledig. Beruf: Sag ich nicht. Aussehen: blond, ein paar Muskeln, aber nicht zu viele. Selbstbeschreibung: temperamentvoll, unabhängig, selbstbewusst. Freizeit: TV, Ausgehen, Freunde treffen. Hobbys: Musik, Sport, Auto. Was mir am wichtigsten ist: Freizeit, Sex, Sonne"

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71 Prozent Instinkt

Als Profilbild wähle ich ein Foto, das mich mit nacktem Oberkörper und Kuhblick vor einem Playboy-Poster stehend zeigt. Offensichtlich keine gute Idee: Das Bild wird von Parship.de nicht freigeschaltet. Zu eindeutig sexuell, heißt es. Ja, so ist er nun mal, unser ronhh79. Die Auswertung des Fragebogens ist trotzdem lustig: ronhh79 besteht danach zu 71 Prozent aus Instinkt, was von Parship.de kritisch gesehen wird: „Ihr Erlebnishunger verdrängt die beiden anderen wichtigen Bereiche: die Gefühlsebene und den Verstand.“ Ist ja auch irgendwie kein Wunder, wenn jemand nur auf Freizeit, Sex und Sonne steht.

14 / 41 | Kalender: puro – Alexander Paulin, Januar bis Dezember 2008 Verlag: Gessulat Medien GmbH. Preis: 19,99 EUR inklusive MwSt. zuzüglich Versand; Format (BxH): 30cm x 42cm.

Keine Chance gegen Schwiegermutterträume

Keine Antworten – es läuft nicht recht
Es war von Anfang an kein faires Duell: Proll mit Herz und Partyboy haben keine Chance gegen den smarten Schwiegermuttertraum mit festem Einkommen. Es kann natürlich auch an den Portalen liegen. Bei neu.de, wo meine Party-Identität steckt, erhalte ich trotz sportlicher 23,95 Euro als funandaction78 in 4 Wochen nur eine einzige Nachricht. Die hat es allerdings in sich: falter24 verweist auf ihr Profil bei www.In-ist-drin.de, wo ich sofort kostenlos Mitglied werde, um ihre heißen Bilder zu betrachten. Danach höre ich leider nichts mehr von falter24.

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Solariumbraune Playmate-Kandidatinnen

Dafür bekomme ich seitdem ständig „Sympathie-Klicks“ von solariumbraunen Playmate-Kandidatinnen. Zurückklicken oder -schreiben geht natürlich nur bei Abschluss einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft. Doch das lasse ich lieber.

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Innere Werte zählen

Meine sympathisch einfach gestrickte Proll-Identität ronhh79 ist bei Parship falsch aufgehoben. Dort bekommt man Profile von den Frauen zugeschickt, die laut Auswertung ihres Tests gut zu einem passen. Das Ganze läuft erst einmal ohne Fotos ab, die inneren Werte sind bei Parship wesentlich wichtiger. Weil ronhh79 aber laut Testauswertung zu 10 Prozent Mensch und zu 90 Prozent Boxer ist, meldet sich auch nur eine verschüchterte Adrian auf der Suche nach ihrem Rocky.

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Volltreffer dank schwarzer Katze

Dafür geht es bei Datingcafe richtig gut ab.
Als Leonard32 habe ich mehr oder weniger aus Versehen ganz viel richtig gemacht. Ohne damit anzugeben, habe ich anklingen lassen, dass ich beruflich ganz gut dastehe, was Frauen auf eine doch recht altmodische Art und Weise interessiert. Dazu noch ein bisschen Interesse an Musik, Literatur und ganz dezent auch an Philosophie. Das kommt an.

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Männer sind Hundemenschen

Absoluter Joker aber ist die alte, schwarze Katze, die angeblich mit mir die Wohnung teilt. Da knallen bei vielen hübschen Damen alle Sicherungen durch. Allein schon die Vorstellung: ein Mann allein mit Katze. Das ist ja so süß! Wo doch nach gängigen Klischees die Frauen eher Katzen-, Männer hingegen Hundemenschen sind. Mut zur Lücke, hat mir meine Mutter immer empfohlen. Jetzt bekomme ich jeden Tag mindestens 2 Nachrichten mit Gesprächsaufforderungen, die über meine alte, schwarze Katze einsteigen.

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Legen Sie sich eine Katze zu!

Im Ernst: Legen Sie sich eine Katze zu! Oder borgen Sie sich eine. Oder denken Sie sich eine aus und überlegen Sie sich schon einmal eine gute Erklärung, wieso die dann doch nicht da ist. Katze und Single-Mann – das ist eine unschlagbare Verbindung.

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Sinja ist ein süßes blondes Mäuschen

Sinja74 ist aus Köln und gleich ganz heiß auf mehr Kontakt: „… sooo weit weg wohnst Du … ach, Mensch, dabei mag ich dein Profil so gern. Und nun? :o) Schau dir doch mal meines an – vielleicht magst du es auch.“ Sinja ist ein süßes blondes Mäuschen, das auf den bürgerlichen Namen Susanne hört und nach zweimaligem Schreiben direkt ihre E-Mail-Adresse herausrückt, damit sie auch während der Arbeit mit mir chatten kann. Ich behaupte mal: Wäre ich vor 2 Wochen in einen Zug nach Köln gestiegen, ich wäre sicher als verheirateter Mann zurückgekehrt.

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Kein Platz für eine Frau

Als ich mich für ein paar Tage mit Jobs in Berlin entschuldige – Leonard32 ist immerhin Event-Manager –, ist sie auch gleich eingeschnappt: „Das hört sich so an, als hättest du nicht gerade viel Freizeit – und erst recht keinen Platz für eine Frau an deiner Seite.“

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Kecker Blick

Meine Favoritin ist allerdings desire82. Ein hübsches, dunkles Gesicht, schwarze Haare, kecker Blick und allem Anschein nach nicht auf den Kopf gefallen.

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Sprache tut dem Online-Flirt gut

Sie schreibt mir, dass sie es mag, wie ich ihr schreibe. Ich vermute, sie meint das Schopenhauer-Zitat. Frauen sind sprachlich nun mal viel feinstofflicher als Männer. Immerhin werden in Deutschland 80 Prozent aller Romane von Frauen gekauft. Und wenn man als Mann sprachlich nur ein bisschen mehr liefert als der Durchschnitt, dann tut das dem Online-Flirt gut.

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"Ey, du siehst aber geil aus!"

Deshalb mein Rat: Holen Sie sich zur Not Hilfe von einem rhetorisch versierten Freund, denn mit einer etwas gewitzteren Sprache fallen Sie sofort auf. Und genau das müssen Sie. Die Konkurrenz ist nämlich riesengroß: Ungefähr eine halbe Million Männer sind allein bei Datingcafe auf der Suche. Und um ein "Ey, du siehst aber geil aus!" zu hören, müssen Frauen nicht unbedingt ins Internet.

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Frauen lieben Details

Was darüber hinaus zählt, ist die gute Vor-
bereitung. Lesen Sie sich alle persönlichen Angaben der in Frage kommenden Kandidatin gut durch und beziehen Sie sich darauf. Vom Prinzip her ist es so wie mit der Katze, nur umgekehrt. Versetzen Sie sich in die Frau hinein, schreiben Sie, dass diese oder jene Kleinigkeit bei ihrem Profil Ihr Interesse geweckt hat. Frauen lieben Details – und Männer, die so tun, als ginge es ihnen genauso.

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Endlich der erste Live-Kontakt!

Es ist so weit: Heute Abend habe ich mein erstes Date. Mit sugarbabe84. Gut, der Name hat mich erst einmal abgeschreckt, aber das Foto dafür überzeugt: groß, blond, Top-Figur, nettes Lächeln. Wir haben uns in den letzten Wochen immer mal wieder geschrieben, und ganz im Gegensatz zu vielen anderen kam sie ohne Rechtschreibfehler aus. Ich versuche es sportlich, mit Polohemd, Jeans und teuren Schuhen.

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Traurige Nachtschattengewächse

Für das Treffen hat sie ein kleines italienisches Restaurant vorgeschlagen. Ich sage zu – falls sugarbabe84 mir nicht gefällt, dann vielleicht wenigstens die Pasta. Unnötig zu erwähnen, dass der gut gekämmte Schwiegersohn Leonard32 die guten Dates gekriegt hat. Proll und Partyboy zogen dagegen nur traurige Nachtschattengewächse an.

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Meine Traumfrau?

Seltsamerweise bin ich recht aufgeregt. Was, wenn sie tatsächlich meine Traumfrau ist? Ob ich ihr gefalle? Wann muss ich ihr beichten, dass sie eigentlich nur das Objekt meiner Recherche und nicht der Begierde ist?

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Der Online-Offline-Unterschied

Ich treffe eine Viertelstunde zu früh im Venta Romana ein. Ist das uncool? Soll ich vor der Tür warten? Ich nehme einen Tisch mit freier Sicht auf den Eingangsbereich, um ja ganz sicher zu gehen, sie nicht zu verpassen. Ich achte auf jede Bewegung an der Tür, aber bislang betreten nur Paare den Raum. Kommt sie zu spät? Ist das cool? Mutig sage ich dem Kellner, dass er noch ein zweites Gedeck auflegen soll, und bestelle einen Trebbiano.

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Atemberaubende Parfümwolke

Da sagt eine Stimme neben mir plötzlich: „Hallo, bist du Leonard?“ Wo und wann ist sie hereingekommen? Als ich den Wein bestellt habe, war ich eine Sekunde lang nicht aufmerksam. Eine Parfümwolke nimmt mir etwas den Atem: Poison von Dior – das trug meine Ex auch. Ich hauche „Ja“, sie lächelt und setzt sich. Das also ist sugarbabe84. Sie trägt ein tief ausgeschnittenes, rotes Kleid und ein schweres, goldenes Armband.

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Ich fühle mich hintergangen

Das Outfit ist gut, ihr Gesicht stark geschminkt. Sie hat eine süße Stupsnase und volle Lippen. Doch der Zeitpunkt, an dem ihre Profilbilder entstanden sind, muss lange zurückliegen. Oder ein Profi-Fotograf hat sie gemacht. Oder aber sie hat eine jüngere Schwester. Wofür steht denn bei dieser Frau die Zahl in sugarbabe84? Für die Oberweite? Fürs Geburtsjahr jedenfalls nicht. Ich fühle mich hintergangen.

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Schockgefrorenes Hirn

Gequält frage ich: „Na, was hast du heute Schönes gemacht?“ Okay, vielleicht nicht der perfekte Einstieg, aber mein schockgefrorenes Hirn lässt in diesem Moment nichts Einfallsreicheres zu. Der Kellner erlöst mich und bringt die Karte. Sie bestellt Salat. Ich bin mir sicher, wenn sie gerade kein Blind Date hat, isst sie Pommes rot-weiß. Mir ist der Appetit vergangen.

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Bestätigte Vorurteile

Den Abend verbringe ich auf Autopilot. Ich antworte, wenn ich gefragt werde, und zum Schluss helfe ich ihr in den Mantel. Enttäuscht schaut sie mir aus dem Taxi hinterher. Aber ich bin noch viel frustrierter als sie. Man hat ja eine Menge Vorurteile gegen das Online-Dating – hier und heute wurden die meisten davon eindrucksvoll bestätigt.

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Zweite Chance für das Schicksal

3 Tage später bin ich wieder voll auf Kurs. Laetitia will, dass wir uns um 20 Uhr treffen. Sie schreibt, dass sie Geschäftsfrau, viel unterwegs und für eine Woche in Hamburg ist, und ob wir uns nicht in der Lobby ihres Hotels auf einen Drink treffen wollen. Und sie schreibt, dass sie ungebunden ist, aber nicht auf der Suche nach der großen Liebe. Klingt ein wenig nach: „Alles kann, nichts muss.“

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Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Das Kempinski-Hotel Atlantic an der Alster ist ein 5-Sterne-Laden mit Patina. Teuer und mit ausgelatschten Teppichen. Aber die Lobby ist ein perfekter Ort, um sich zu treffen. Alte Ledersessel, diskreter Service, und niemand traut sich zu stören. Ich trage einen dunklen Anzug und bin 10 Minuten zu früh. Ich bestelle mir einen Sherry und bin lange nicht so nervös wie beim ersten Mal. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

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Sie ist witzig

Laetitia, die eigentlich Andrea heißt, ist pünktlich und super proportioniert: lange, dunkle Haare, der Look einer Business-Frau, ein tolles Lächeln und eine warme, weiche Stimme. Wir kommen sofort ins Gespräch. Sie ist geistreich, vor allem aber ist sie witzig, etwas, das Frauen für gewöhnlich abgeht.

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Nach einer Viertelstunde bete ich sie an

Wir lachen viel, und ihr Zimmerschlüssel liegt aufreizend und nur halb versteckt unter der Speisekarte. Ich fühle mich ein bisschen wie in einem Hollywood-Film, wie der junge Richard Gere. Wir reden über Erderwärmung, den hinter uns liegenden Festival-Sommer und die schönsten Urlaubsziele. Nach einer Viertelstunde bete ich Laetitia an! Sie nimmt es wahr, lächelt und lässt mich dabei immer wieder ihre perfekten Zähne bewundern.

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Die Online-Wahrheit ist die Lüge

Andrea ist ganz klar eine Frau für mehr. Eine, die ich meiner Mutter vorstellen würde, und ich höre schon ihre Stimme: „Sohn, die hat wirklich Klasse!“ Genau das ist das Problem: Diese Frau ist nichts für zwischendurch, und dass ich so einen anbetungswürdigen Engel über Datingcafe kennenlernen würde, ist schier unglaublich.

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Falsch gerechnet

Ungelogen: Ich habe seit Jahren keine Frau mehr getroffen, mit der ich mir ohne Weiteres eine Beziehung hätte vorstellen können. Noch ungewöhnlicher für mich ist, dass ich ihr diese Erkenntnis auch direkt ins Gesicht sage. Ich erkläre ihr, dass ich beim Online-Dating mit allem gerechnet habe, nur nicht mit einer Frau fürs Leben.

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Unglücklich, aber verheiratet

Was für ein unverzeihlicher Fehler beim Dating-Game! Man darf seine Karten nie zu früh auf den Tisch legen. Ich bereue sofort meine Offenheit, denn ihr Lächeln gefriert. „So habe ich mir das auch nicht vorgestellt“, sagt sie, und es klingt nicht nett. „Ich hatte dich auch anders eingeschätzt.“ Sie dankt mir noch ironisch für den abgebrochenen Abend und sagt, sie sei zwar unglücklich, aber doch sehr verheiratet. Dann ist sie weg.

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Alle lügen

Das also ist Online-Dating. Alle lügen. Die einen beim Gewicht, die anderen beim Alter, und wieder andere tun so, als seien sie gar nicht verheiratet. Zum Kennenlernen ist das gar nicht mal so schlecht, aber wenn’s darum geht, die neue Frau an meiner Seite zu finden, werde ich mich doch lieber wieder traditionell betätigen. Ich werde die Augen offen halten – auf der Straße, im Café, beim Einkaufen. Weil der Eindruck nicht lügt.

 
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