Bester Grip an warmen Tagen: Die richtige Zeit für Sommerreifen

So machen Sie ihr Auto fit für den Sommer
Reifenwechsel: Machen Sie Ihr Auto startklar für den Sommer

Von Oktober bis Ostern, das ist die Zeit für griffige Winterreifen. Die restliche Zeit des Jahres gehört den Sommerreifen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei der der Umrüstung Ihres Autos achten müssen

Zu Ostern kommt normalerweise der Frühling. Dann wird es Zeit für Sommerreifen, denn nur sie garantieren auch bei hohen Temperaturen besten Grip und damit Sicherheit. Überlässt man die Umrüstung den Reifenprofis aus der Werkstatt, sollte eigentlich sichergestellt sein, dass die eingelagerten Pneus aus der letzten Saison überprüft wurden und bei Bedarf zur Montage neuer Reifen geraten wird. Doch worauf sollte man achten, wenn man den Wechsel selbst erledigt und die Sommerreifen in der eigenen Garage überwintert haben?

Mindestens drei Millimeter Profil

Der erste Blick gilt dem Allgemeinzustand. Gibt es sichtbare Beschädigungen, Risse im Profil oder gar eingefahrene Nägel oder Schrauben, sollte der Weg direkt zum Reifenhändler führen. Wie alt sind die Pneus? Das zeigt die DOT-Nummer auf der Seitenwand, "1613" bedeutet etwa die 16. Woche 2013. Reifen altern und verlieren dadurch an Grip, weshalb man sie spätestens nach acht Jahren gegen neue tauschen sollte. Und das natürlich auch dann, wenn die Profiltiefe noch gut sein sollte. Der Gesetzgeber schreibt hier nur magere 1,6 Millimeter vor, ein Relikt aus vergangenen Tagen. Denn derart abgefahrene Reifen erhöhen drastisch das Aquaplaning-Risiko, zudem gerät der Bremsweg aus 80 km/h bis zum Stillstand bei Nässe fast doppelt so lang wie bei neuen Reifen mit etwa acht Millimetern Profil.

Das wurde von Continental bei Versuchen mit einem C-Klasse-Mercedes und Reifen der Dimension 205/55 R 16 V ermittelt. Weshalb man auf Nummer sicher gehen und die Pneus schon bei einer Profiltiefe von nur noch drei Millimetern ersetzen sollte. Ist bis hierhin alles in Ordnung, bleibt nur, den korrekten Luftdruck einzustellen. Den gibt der Fahrzeughersteller – angepasst an den jeweiligen Einsatzzweck – vor. Die Daten finden sich in der Bedienungsanleitung oder direkt am Fahrzeug, etwa in der Tankklappe oder im Türholm.

Winterreifen im Sommer? Besser nicht!

Die Versuchung ist groß, Winterreifen das ganze Jahr hindurch zu fahren. Schließlich hatte man damit im vergangenen Winter ja auch keine Probleme, zudem bieten die weichen Gummis einen angenehmen Komfort. Doch die Sache hat einen Haken, und der heißt: warme Außentemperaturen. Spätestens im Hochsommer werden die für kalte Tage ausgelegten Pneus weich, was nicht nur die Bremswege dramatisch verlängert und das präzise Handling - wichtig etwa bei plötzlichen Ausweichmanövern - beeinträchtigt, sondern auch den Rollwiderstand nach oben treibt. Der liegt dann um bis zu 15 Prozent über dem von Sommerreifen, mit entsprechenden Auswirkungen auf den Verbrauch. Last, but not least steigern die Sommertemperaturen auch den Verschleiß der Winterspezialisten drastisch. Auch wenn's Mühe macht: Winterreifen gehören nur im Winter ans Auto!

7 Todsünden für den Reifen

Wer diese Fehler vermeidet, schafft die Voraussetzungen für langes Reifenleben und optimale Sicherheit – auch in brenzligen Fahrsituationen.

  1. Niedriger Luftdruck
    Nur Reifen mit richtig eingestelltem Luftdruck bieten bestmögliche Sicherheit. Den vom Autohersteller empfohlenen Druck finden Sie meist am Türholm, im Tankdeckel oder in der Bedienungsanleitung Ihres Autos. Oft sind verschiedene Drücke für das leicht beladene und für das volle, etwa mit Urlaubsgepäck belastete Auto angegeben. Sind unterschiedliche Reifengrößen am Auto zulässig, sind die dazu passenden Luftdrücke auszuwählen. Der empfohlene Luftdruck sollte regelmäßig, am besten bei jedem Tanken, kontrolliert werden. Auch bei elektronischen Luftdruck-Überwachungssystemen schaden gelegentliche Checks nicht.
  2. Bordsteinkante
    Reifen sind zwar robust, aber bei unachtsamem Fahren über Bordsteine oder durch Schlaglöcher kann die Reifenseitenwand durchschlagen oder beschädigt werden. Die empfindliche Reifenflanke wird dabei zwischen Hindernis und Felge eingequetscht, wodurch die tragende Struktur des Reifens Schaden nimmt. Defekte in der Reifenseitenwand bedeuten das Aus für den Reifen, eine Reparatur ist hier aus technischen Gründen ausgeschlossen. Ist das Überfahren von Bordsteinen oder anderen Kanten unvermeidbar, sollten sie am besten kriechend langsam und möglichst nur in stumpfem Winkel überrollt werden.
  3. Hochdruckreiniger
    Hochdruckreiniger sind zur Fahrzeugwäsche sehr beliebt. Für den Reifen kann der scharfe, heiße Strahl jedoch tödlich sein. Beim Reinigen von Karosserie oder Unterboden mit Flachstrahldüse oder Dreckfräse sollte daher ein Mindestabstand von 20 Zentimetern eingehalten werden. Beim Reinigen von Felgen und Rädern empfiehlt es sich zudem, den Wasserstrahl nur im spitzen Winkel auf den Reifen auftreffen zu lassen. Auch sollte der Reifen nie mit Chemikalien, Öl oder Kraftstoff in Berührung kommen. Diese Substanzen können die Reifeneigenschaften nachhaltig verschlechtern und irreparable Schäden am Gummi verursachen.
  4. Überladung
    Die ab Werk montierten Räder und Reifen eines Autos sind meist auf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs abgestimmt. Über das zulässige Gesamtgewicht hinausgehende Überladung oder auch die Überschreitung der jeweils zulässigen Achslast an Vorder- oder Hinterachse (siehe Fahrzeugschein) kann gefährlich sein. Insbesondere dann, wenn wie etwa bei Urlaubsfahrten hohe Außentemperaturen, zu geringer Reifenluftdruck und möglicherweise hohes Tempo als Risikofaktoren hinzukommen. Ältere Reifen sind in solchen Fällen gefährdeter als frisches Reifengummi. Wie alt der Reifen ist, kann an der DOT-Nummer abgelesen werden.
  5. Fremdkörper
    Tick, tick, tick: Wer dieses Geräusch beim Vorbeifahren an Mauern durchs offene Seitenfenster hört, kann sich eines Fremdkörpers im Reifen leider ziemlich sicher sein. Oft sind es nur Steinchen, die im Profil festsitzen und leicht entfernt werden können; gelegentlich sind es aber auch fiese Hufnägel oder Schrauben, die sich bereits durch den Laufstreifen ins Reifeninnere gebohrt haben. Da sollten sie zunächst auch bleiben, denn mit geringem Luftverlust kann bei regelmäßiger Luftdruckkontrolle oft noch der nächste Reifenhändler erreicht werden, der die Leckstelle professionell und preisgünstig wieder abdichten kann.
  6. RDKS ausschalten
    Die bei vielen Neufahrzeugen serienmäßigen Reifendruck-Kontrollsysteme ersparen den regelmäßigen Luftdruck-Check an der Tankstelle. Das ist bequem – und bei Neufahrzeugen mittlerweile Pflicht. Doch bei vielen Systemen müssen die hochpräzisen Funksensoren alle sechs bis acht Jahre ausgetauscht werden, das kann teuer werden. Sparen sollte man sich das dennoch nicht, denn insbesondere mit den heute an vielen Fahrzeugen montierten selbsttragenden Runflat-Reifen kann ein möglicher Druckverlust von außen kaum erkannt und beim Fahren unter Umständen nur bedingt bemerkt werden.
  7. Pannenset vernachlässigt
    Der kleine Kompressor in der Reserveradmulde ist praktisch. Damit lassen sich Fahrradreifen, Fußbälle oder auch Luftmatratzen aufpumpen. Danach sollte er unbedingt wieder zurück in den Kofferraum. Sonst wird im Pannenfall aus einem simplen Reifenschaden schnell ein teurer Abschleppfall. Gleiches gilt für die Reifenreparaturflüssigkeit: Einmal benutzt, sollte sie schnellstmöglich ersetzt werden. Dabei muss es nicht zwingend die teure Originalflüssigkeit sein. Im Reifen- oder Autoersatzteilhandel ist der klebrige Latexsaft meist günstiger. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, rüstet sein Pannenset gleich mit einer zweiten Flasche auf.

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