Le Parkour: Die Stadt als urbaner Hindernislauf

Unsere Experte von Just Freerun geben einen Einblick in den Trendsport Parkour
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Lesen Sie, was hinter der Philosophie von Le Parkour steckt und wie auch Sie den urbanen es lernen können

Sie springen über Mauern, klettern an Hauswänden hoch, seilen sich von Treppengeländern ab: Parkour-Sportler sehen die Welt als Hindernis-Lauf. Bei ihnen steht das Interagieren mit der Umgebung im Vordergrund. Kleine Dächer oder herumliegende Steine werden als Hürde gesehen – jedes Objekt draußen wird zum Sportgerät.

 

Blick für Hindernisse

Traceure, wie sich die Parkour-Sportler nennen, benutzen die Umgebung wie andere einen Stadtplan: Einfach eine Linie von A nach B ziehen und auf dem kürzesten Weg ans Ziel kommen. "Man braucht einen Blick für Hindernisse, wenn man durch die Stadt geht", erzählt Hendrik Jakowlew von Parkour-Bremen. Der 28-Jährige ist zufällig zum Parkour gekommen: Im Internet sah er ein Video, das ihn begeisterte. Er schnappte sich einen Freund, probierte aus und analysierte Videos von Parkour-Läufern. Übers Internet schrieb er Traceure aus der Umgebung an. Mit Erfolg: Die Bremer fingen an, sich zweimal wöchentlich zu treffen und zusammen zu trainieren. Seit einem Jahr leitet Hendrik die etwa 20-köpfige Parkour-Gruppe in der Hansestadt: "Wir wollen unsere Begeisterung für diesen Sport anderen Leuten näher bringen."

 

Parkour-Läufern kommt es nicht auf spektakuläre Stunts an. Sie wollen, dass ihre Tricks möglichst flüssig in den Bewegungen aussehen. Sich kreativ und ungewöhnlich durch die Stadt bewegen, das ist ihr Ziel.

Nichts darf den Fluß bremsen

Etwa ein Dutzend Grundbewegungen zählen zum Standard-Repertoire der ungewöhnlichen Stadt-Sportart. Darunter sind Sprungtechniken, Lauf- und Klettermethoden. Mit denen kann man beispielsweise sieben Meter breite Spalten oder vier Meter hohe Wände überwinden. Zu jedem Move gibt es unendlich viele Variationen – weil Parkbank nicht gleich Parkbank und Parkhaus nicht gleich Parkhaus ist.

Parkour-Sportler scheinen förmlich zu schweben
Was aussieht wie ein halsbrecherischer Stunt, ist in Wirklichkeit die Sportart Parkour

Parkour als Lebensgefühl

Parkour-Läufer Nils nimmt Anlauf und springt mit angewinkelten Beinen über eine Mauer. Sicher landet er auf der anderen Seite. Der 23-Jährige gehört zur Gruppe der Bremer Traceure. Zusammen mit Hendrik trainiert er seit einem Jahr für Parkour. Warum gerade Parkour? "Der Sport ist sehr intensiv. Man lernt seinen Körper besser kennen und das ist ein tolles Gefühl", erklärt Hendrik. Nils ergänzt: "Ich hab seitdem viel mehr Selbstbewusstsein bekommen."

Für die beiden Traceure liegt der Reiz des Parkour-Sports darin, zu sehen, wozu der eigene Körper fähig ist und wo ihre Grenzen liegen. "Es ist echt der beste Ausgleich zum stressigen Job im Büro. So kommt man wenigstens noch raus nach der Arbeit", sind sich die gelernten Mediengestalter einig. Hendrik und Nils sind zwar ständig auf der Suche nach neuen Hindernisse und Herausforderungen, zum Einkaufen gehen Sie aber ganz normal. Außerhalb des Trainings wird man sie über keine Mauern springen sehen.

Eigentlich sind Traceure Einzelgänger. Das ist bei den beiden Bremern anders: Sie trainieren am liebsten in einer großen Gruppe. Denn dort entstehen auch am häufigsten die Ideen für neue Sprünge und Tricks. "Wem etwas einfällt, macht es vor und die anderen können Tipps geben. Zusammen schaut man dann, wie es am besten passt", erzählt Hendrik.

Traceur springt an einem Fenstervorsprung hoch
Beim Parkour werden große Höhen überwunden

So schaffen auch Sie den Sprung über die Mauer

"Jeder kann Parkour machen und lernen", sagt Hendrik. In der Gruppe finden sich immer Traceure, die Neueinsteigern Tipps geben können. Als Anfänger versuchen Sie sich am besten als erstes an einer Treppe. Dort können Sie schnell und einfach testen, welche Distanz Sie überwinden können. Springen Sie aus dem Stand so weit, wie Sie kommen. Zählen Sie, wieviele Treppenstufen Sie geschafft haben. Diese Weite können Sie dann auch bei Mauern und ähnlichen Hindernissen überwinden.

Wichtig für den Sport ist auch eine gewisse Kreativität: "Man muss einen Blick für die Umgebung haben. Seit ich Parkour mache, sehe ich die Natur ganz anders. Überall sehe ich Hindernisse: Jeder Stein, jede Mauer ist ein potentielles Sportgerät", erzählt Hendrik.

Traceure lernen nie aus. Selbst sehr geübte Parkour-Läufer bekommen immer wieder frische Inspirationen und sehen neue Tricks. Hendrik: "Der Schwierigkeitsgrad der Grundbewegungen ist sehr unterschiedlich." So hatte er schnell einen Move drauf, den man "Dash" nennt: Man springt mit den Füßen zuerst über die Mauer und stützt sich dann mit den Armen weiter ab. An der Grundbewegung "Monkey" hingegen feilt er heute noch. Es dauert etwa ein Jahr, um diesen Hocksprung zu beherrschen. Gerade deshalb versucht der Parkour-Sportler, den Hindernislauf so oft wie möglich in seinen Alltag zu integrieren. Er kann gar nicht anders. "Parkour ist nicht nur ein Sport. Es ist ein Lebensgefühl", erzählt er.

Ausrüstung: Auf jeden Fall gute Laufschuhe

Wer Parkour lernen möchte, der braucht auf jeden Fall gute Laufschuhe. Je griffiger das Profil, desto besser. Um sich ohne Probleme bewegen zu können, trägt man dabei locker sitzende Klamotten, zum Beispiel Baggy Jeans und ein Langarmshirt. Schweißbänder am Handgelenk verhindern Hautabschürfungen an den Unterarmen, wenn man sich beispielsweise an einer zerklüfteten Steinmauer entlanghangelt. Bei den ersten Schritten sind darüber hinaus Knie- und Ellenbogenschoner sinnvoll.
Grenzen überwinde
Eine einfache Mauer ist das Sportgerät der Traceure

Richtig trainieren: Fit für die Hindernisse

Hendrik stützt beide Hände auf ein Treppengeländer. Dann geht alles sehr schnell: Ein Überschlag und er landet mit beiden Füßen auf dem Asphalt. Besondere Voraussetzungen für Parkour gibt es nicht – eine durchschnittliche körperliche Fitness reicht aus. Aber: "Man muss zu 100 Prozent dabei sein, sonst steigt die Verletzungsgefahr erheblich", erzählt der Parkour-Sportler. Wie schnell das gehen kann, weiß der 28-jährige noch genau: "Ich hab' rumgealbert, war nicht bei der Sache und bin dann an einen Baum gesprungen. Der Ast war viel zu dick, natürlich bin ich runtergefallen. Aber eigentlich wusste ich das auch vorher." Ohne Folgen blieb das nicht: Der Parkour-Sportler zog sich einen Handgelenkbruch zu und war gute zwei Monate außer Gefecht gesetzt.

Traceure schauen sich ihre Hindernisse genau an. Vorher wagen sie keinen Sprung. Viel zu groß ist die Gefahr, dass beispielsweise Glasscherben rumliegen. Aber nicht nur die Umgebung spielt eine wichtige Rolle für die Moves. Fehlt die Konzentration, sollte man den Sprung lieber lassen. Hendrik: "Verletzungen bei Parkour-Läufer sind sehr selten. Sie können sich und ihren Körper ganz gut einschätzen und wissen, was sie sich für Sprünge zumuten können."

Die Bremer Gruppe trainiert zweimal die Woche in der Halle. Hier können neue Tricks erst einmal auf trockenem Boden ausprobiert werden. Das birgt nicht nur weniger Risiken, sondern auch Abstände können hier besser eingeschätzt werden.

Parkour-Anfänge: Rückblick

Der Startschuss für Parkour fiel bereits Anfang der 80er-Jahre: Als Begründer von Parkour gilt der Franzose David Belle. Der heute 32-Jährige lernte als Teenager von seinem Vater, einem Ex-Vietnam-Soldaten, wie man sich auf kürzestem Weg durch einen Wald schlägt. Er wendete die Technik auf den Großstadtdschungel an – und schon nahm die Parkour-Bewegung ihren Lauf. Über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt wurde Parkour im Jahr 2002, als Belle in einem Werbespot für die britische Rundfunkanstalt BBC über die Dächer Londons flog.

Traceure beim Krafttraining
Traceure bei einer Partnerübung

So vermeiden Sie Verletzungen

Um Zerrungen zu vermeiden, sollten Sie sich unbedingt vor dem Parkour mindestens eine halbe Stunde lang aufwärmen. Auch dafür nutzen die Traceure alles, was ihnen in der Umgebung zur Verfügung steht. Mauern und Treppengeländer werden zu Aufwärmgeräten. Auf der Treppe wird sich warm gelaufen, Arme und Beine an den Mauervorsprüngen gedehnt. Manchmal krabbeln die Parkour-Sportler sogar. Das hält möglichst viele Muskeln in Bewegung.

Zusätzlich ist Krafttraining zu empfehlen, da die Muskeln beim Parkour stark beansprucht werden. Aber auch hier kommen die Parkour-Sportler ganz ohne Geräte aus. Stattdessen greifen sie auf Partnerübungen zurück. Dabei legen zum Beispiel vier Traceure ihre Beine jeweils auf den Rücken des Partners und machen gleichzeitig Liegestütze (siehe Bild oben). "Wer braucht bei so vielen anderen Möglichkeiten schon ein Fitnessstudio?", lacht Hendrik. 

Interessierte sollten sich für das Training lockere Sachen und Sportschuhe einpacken. "Eigentlich reichen ganz normale Turnschuhe, aber die meisten gehen trotzdem schnell kaputt. Ich habe noch keine gesehen, die länger als vier Monate halten", weiß Hendrik.

Foren und Communities für Traceure

Wer Lust auf Parkour bekommen hat, findet am schnellsten übers Internet eine Gruppe in seiner Stadt. Dort gibt es viele Foren und Communities, denen Sie sich anschließen können. Vorteil: Die anderen in der Gruppe können wertvolle Tipps geben und Ihnen zeigen, mit welchen Einsteiger-Übungen Sie sich ins Parkour-Abenteuer stürzen können.

Auf parkour.de können Sie sich mit anderen Läufern zum Thema Parkour auszutauschen und sich verabreden. Die Seite parkour-oldenburg.de bietet Anfänger-Workshops an. 

Hendrik Jakowlew von Parkour-Bremen zeigt den Monkey-Sprung beim Parkour.
Sinan von Parkour-Bremen beim Move "Monkey"
Parkour ist ein Trendsport von Städtern
Parkour: Querfeldein durch den städtischen Dschungel laufen, springen, klettern

Urbaner Trendsport: So meistern Sie jede Parkour-Hürde

Von den ersten Schritten bis zum richtigen Move: Mit diesen vier Einsteiger-Tipps überwinden Sie die ersten Hindernisse

  • Trainingsplätze
    Beginnen Sie in einer Turnhalle. Kästen und Balken sind gute Hindernisse, Matten sichern ab. An Stränden, in Parks und Wäldern können Sie sich austoben, bevor Sie später in der Stadt auf harten Beton treffen.
  • Ausrüstung
    Ihr Parcouring-Outfit von oben nach unten: eng anliegendes Longsleeve, im Schritt weit geschnittene Hose mit Bündchen am Knöchel, leichte Schuhe mit griffiger, durchgehender Sohle.
  • Moves
    Um einen neuen Bewegungsablauf zu verinnerlichen, imitieren Sie ihn eine Weile in Zeitlupe, ohne Anlauf. Gehen Sie die Abfolge im Kopf mehrfach durch. Erst wenn Sie sicher sind, es zu packen, legen Sie los. Wichtig: nicht einfach stehen bleiben, die Bewegungsenergie, den Flow nutzen. Und: keine unnützen Salti, kein Firlefanz. Oberste Gesetze des Parcouring sind Eleganz und Ökonomie.
  • Übungen
    Drehen: geradeaus joggen, mit rechts abspringen, um die eigene Achse drehen, auf links landen, dann weiterlaufen. Springen: zwischen zwei parallel verlaufenden Linien (Abstand: 1 Meter) mit geschlossenen Beinen zehnmal hin- und herspringen. Arme einsetzen, auf den Fußballen landen!

6 Sprung-Techniken für Traceure

6 Bilder

Wer macht Parcour?

Mittlerweile zählen sich mehr als 10 000 zur Parkour-Szene. Nur etwa 1000 davon (20 im deutschsprachigen Raum) sind echte Traceure. „Denn nicht jeder, der über einen Poller hopst, macht Parkour“, erklärt Profi Andreas Kalteis aus dem österreichischen Hard. Er selbst ist jetzt seit fünf Jahren dabei und inzwischen einer der Besten. „Das Schwierigste ist, die Blockade im Kopf zu lösen“, sagt er. Ein Traceur muss sich klar machen: Von einer Sandkastenseite zur anderen zu hüpfen ist genauso schwer wie von einer 5-Meter-Mauer zur nächsten. Nur das Risiko ist größer. Natürlich kann ein Sprung ins Leere fatale Folgen haben. „Daher ist es wichtig sich langsam ranzutasten“, erklärt der Profi. „Man muss den Körper in- und auswendig kennen, damit man nie die Kontrolle über die Bewegung verliert.“

„Entscheidend ist, dass die Bewegung absolut flüssig abläuft“, sagt Kalteis. Im Klartext: Jeder Absprung, jede Drehung und jede Landung muss so sanft und geschmeidig wie möglich sein. Nichts darf den Flow bremsen, wie die Traceure sagen.

Eine leise Landung schont den Körper
„Beginnen sollte man zuerst mit maximal 50 Zentimeter breiten Hindernissen in Hüfthöhe“, erklärt der Experte. Also etwa mit einer kleinen Mauer, einer Parkbank oder einem Mülleimer. Am besten sucht man sich eine Stelle, wo man auf weichem Untergrund landen kann. Ideal ist Gras oder Kies, denn ein Sprung auf Beton ist natürlich keine Streicheleinheit für die Bänder und Gelenke. Dabei ist es wichtig, dynamisch zu landen, also den Schwung aus der Bewegung nicht abrupt zu bremsen. „Je leiser die Landung, desto schonender für den Körper“, sagt Kalteis. Bevor man einen Move wirklich beherrscht, muss man ihn mindestens 30-mal gemacht haben. „Manchmal braucht man aber auch 150 oder mehr Wiederholungen“, erklärt der Profi. Erst dann könne das passieren, was Traceure den Flow im Kopf nennen. Gemeint ist, dass der Körper auf neue Situationen automatisch richtig reagiert. Wie beim Kampfsportler, der auf einen Angriff unbewusst mit der passenden Abwehrtaktik kontert.

Traceure sind Einzelkämpfer.

Bei sich selbst hat Kalteis den mentalen Flow nach zwei Jahren Training gespürt. Kalteis wollte nur von einer Mauer springen und sich abrollen. „Aber dann griffen meine Hände plötzlich wie von selbst nach einem Geländer und schleuderten meinen Körper einfach darunter hindurch. Es ist schade, dass ich dieses Gefühl mit niemandem teilen konnte.“

Doch das liegt in der Natur von Parkour. Traceure sind Einzelkämpfer. Jeder von ihnen sucht sich seinen eigenen Weg. „Was für den einen schlüssig ist, kann für den anderen unsinnig sein“, so Kalteis. Darum sind Parkour-Läufer in der Regel auch alleine unterwegs. Nur zum Training treffen sie sich in Gruppen, um sich gegenseitig neue Tricks beizubringen.

Die kürzlich gegründete French Parkour Federation will bald Workshops anbieten, bei denen gezielt die Grundbewegungen vermittelt werden sollen. Da die Traceure zumeist weit verstreut leben, tauschen sie sich vor allem über das Internet aus – beispielsweise über die Plattform www.parkour.net. Dort diskutieren mehr als 5000 registrierte Mitglieder über gute Spots und komplexe Moves.

Dass Parkour nach wie vor eine Randsportart ist, kann Kalteis gar nicht verstehen. „Wenn ich etwa zur Bushaltestelle will, müsste ich eigentlich den Hausgang entlang-, die Treppe runter-, zur Tür hinaus-, über den Parkplatz und an einem Bretterzaun vorbeigehen.“ Parkour dagegen sieht so aus: Er springt vom Balkon, über eine Mauer und einen Zaun – und ist in weniger als der halben Zeit am Ziel. „Was würde es dann für einen Sinn ergeben, wenn ich außenherum gehe?“

Unbedingt beim Parcour beachten

Versuchen Sie niemals ein Hindernis zu bezwingen, bei dem Sie mehr als 60 Prozent Ihrer Maximalsprungweite überwinden müssen. So errechnen Sie Ihr Höchstmaß

  1. Messen Sie die Länge Ihrer Schuhe Ihre Treter sind quasi Ihr On-tour-Maßband. Denn mit deren Hilfe können Sie jederzeit die Distanz zwischen zwei Punkten berechnen.
  2. Suchen Sie eine strukturierte Fläche Ideal sind Fundamente mit Kacheln oder mit Platten, weil Sie sich da anhand der Fugen orientieren können. Setzen Sie einen Fuß vor den anderen, um den Abstand zwischen zwei Ritzen zu ermitteln.
  3. Springen Sie so weit, wie es geht Stellen Sie sich mit den Fußspitzen an eine Fuge. Gehen Sie in die Knie, beugen Sie den Oberkörper nach vorn. Wie beim Präzisionssprung schwingen Sie Ihre Arme erst nach hinten, beim Absprung nach vorn. Landen Sie auf den Fußballen und bleiben Sie stehen.
  4. Rechnen Sie nach Zählen Sie, wie viele Platten/Kacheln Sie übersprungen haben – ergibt mit der Schuhlänge multipliziert Ihre Maximalsprungweite.

Basiswissen für Traceure

Das sollten Sie über Parkour-Springen wissen:

Terminologie: Parkour ist vom französischen parcours abgeleitet. Es bedeutet übersetzt so viel wie Kurs oder Strecke. In England hat sich auch der Begriff freerunning durchgesetzt. Im Gegensatz zum klassischen Parkour werden damit aber auch Tricks bezeichnet, die vor allem spektakulär aussehen sollen. Bei Parkour gehe es aber nicht um waghalsige Aktionen, sondern um flüssige und effiziente Bewegungen, so die Erfinder.

Geschichte: Die Lauf- und Sprungtechniken haben sich seit den 80er-Jahren in dem Pariser Vorort Lisses entwickelt. Als geistiger Vater gilt der heute 32-jährige David Belle. Zusammen mit anderen Traceuren gründete er Anfang der 90er die Yamakasi-Truppe. Einige aus dieser Gruppe spielten 2001 in Luc Bessons Action-Film „Yamakasi – die Samurai der Moderne“ mit. Bekannt wurde Parkour jedoch vor allem durch den Werbefilm „Rush Hour“ der britischen Rundfunkanstalt BBC aus dem Jahr 2002. Darin springt David Belle über die Dächer Londons, um pünktlich zu seiner Lieblings-TV-Sendung zu Hause zu sein.

Organisation: Anfang 2005 hat David Belle die Parkour Worldwide Association gegründet (www.pawa.de). Die Vereinigung sieht sich vor allem als Vermittler von Infos über Parkour und veranstaltet Meetings für Traceure. Die neu gegründete French Parkour Federation will Seminare zu Techniken anbieten (Infos über www.le-parkour.at).

Rechtliches: Parkour findet in einer rechtlichen Grauzone statt. Klar ist: Selbst wenn Sie nur durch Nachbars Garten spurten, kann das Konsequenzen haben. Wenn Sie zudem fremdes Eigentum beschädigen, müssen Sie dafür geradestehen, denn Versicherungen haften zumeist nicht für die Luftsprünge.

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