Rolle von Eltern und Ärzten: Die ungenutzte Macht der Ärzte und Eltern beim Missbrauch

Ärzte verschreiben Ritalin auffällig oft
Die Verschreibungszahlen von Ritalin schossen in den letzten Jahren in die Höhe

Wir sagen Ihnen, was für eine Rolle Ärzte und Eltern in diesem Gefüge spielen

Ein sehr großes Problem liegt im Umgang der Ärzte mit Ritalin. Denn diese verschreiben es immer leichtfertiger. Laut dem Psychologen und Buchautor Richard DeGrandpre befindet sich Ritalin bereits auf einem der obersten Plätze der Liste der meistverkauften Psychopharmaka. DeGrandpre: “Es scheint so, als ob unsere Gesellschaft mit Langsamkeit nicht umgehen könne und sie deshalb versucht, Kinder künstlich leistungsfähiger zu machen“ (siehe auch „Die Ritalin-Gesellschaft- ADS: Eine Generation wird krankgeschrieben“ von R. DeGrandpre, 2005). Dass Ärzte immer mehr (vermeintlichen) ADS-Patienten Ritalin verschreiben, führt dazu, dass mehr Patienten über dieses Medikament verfügen als es notwendigerweise brauchen. Allein zwischen 1990 und 1999 ist die Verordnungsmenge laut DVR (Deutscher Verkehrsrat) um das 20-fache gestiegen, von 0,3 auf 8,4 Millionen Tagesdosierungen. Im Zeitraum von 1995 bis 2000 stieg der Absatz an Ritalin um das Zehnfache auf 13,5 Millionen Tagesdosierungen laut dem Magazin (Ausgabe Juli/ August 2001) der Krankenhausgesellschaft Sachsen. Allein 1999 hat sich die Menge im Vergleich zu 1998 verdoppelt.

Dieser enorme Anstieg von Ritalinverschreibungen ist auf den „medizinischen Fortschritt“ zurückzuführen und dass Ritalin seine hohe Wirksamkeit bewiesen hat so die kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH). Selbst Ärzte vermuten, dass oft ohne ausreichende Diagnostik verschrieben wird. Dank dieses toleranten Verschreibungsverhaltens wird es den Jugendlichen, die gar nicht zwingend auf dieses Medikament angewiesen sind, ermöglicht, es an Klassenkameraden als Droge zu verkaufen, anstatt es zu nehmen, und so Geld nebenbei zu verdienen.

Mutter und Tochter

Mit dem Kind wachsen auch die Probleme

Und es ist ein einträgliches Geschäft. Medizin-online.de informiert, dass eine Packung Ritalin mit 20 Pillen in Deutschland etwa 16,12 Euro kostet, eine Packung mit 40 Tabletten kostet etwa 26,30 Euro. Auf amerikanischen Schulhöfen wird pro Pille laut Internetforum www.ritalin-kritik.de ein Preis zwischen 1$ und 5$ verlangt. Im Vergleich zu anderen Drogen wie Heroin ist es also günstig und ein schöner Gewinn pro Packung, der allerdings zumindest moralisch ausgesprochen fragwürdig ist.

Mittlerweile gibt es nun in einschlägigen Foren sogar Beiträge, in denen Jugendliche sich darüber unterhalten, wie sich Methylphenidat HCL, also der Wirkstoff Ritalins, selber herstellen lässt.

Erschreckenderweise kommt es sogar dazu, dass Eltern ihren Kindern Ritalin verabreichen, wenn es andere nehmen, damit diese nicht sozial ausgeschlossen sind. So schreibt es die Nature-Studie von 2007, durchgeführt von Barbara Sahakian und Sharon Morein-Zamir. Es kommt sogar vor, dass Eltern beim Arzt vorgeben, ihr Kind leide unter ADS, um an ein Ritalin- Rezept zu kommen – und es dann für den Eigenverbrauch zu verwenden laut einer 2000 erstellten Studie von Terence Woodworth, Drogenbekämpfungsbehörde in Virginia/ USA.

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