Survival-Training: Die wichtigsten Tipps für die Wildnis

Wildnis: Extreme Herausforderung
Verzichten Sie in der Wildnis auf Rasierwasser und Deo – das lockt Bären an

Der nordamerikanische Regenwald gilt als Extrem-Herausforderung. Mit unseren Survival-Tipps überleben Sie auch dort

In der Wildnis Kanadas steht der Mensch nicht am Ende der Nahrungskette, sondern mittendrin. Großkatzen und Bären wollen Ihnen an den Kragen, während Sie fleißig den Waldboden nach etwas Essbarem für sich absuchen. Das bes­te Beispiel dafür ist die Insel Vancouver Island, mit der dich­tes­ten Puma-Population der Welt. Doch keine Angst. Einen Urlaub im Abenteuer-Paradies an der Pazifikküste können Sie trotzdem genießen. Mit diesen Tipps der erfahrensten Outdoor-Guides auf Vancouver Island werden Sie nicht nur über­leben – alle Raubtiere werden sich die Zähne an Ihnen ausbeißen, während Sie schlemmend durch den Regenwald streifen.

1.Bären ernähren sich zu 80 Prozent von Pflanzen und Wurzeln. Ihr Appetit wird jedoch durch fremde Gerüche stimuliert. Deswegen auf Rasierwasser und Deo verzichten. Im Zelt nicht kopulieren oder mens­truieren. Müll in einiger Entfernung in einen Baum hängen. Die großen Grizzlybären begegnen Ihnen auf Vancouver Island zum Glück nicht, denn sie leben nur auf dem Festland. Dafür gibt es aber reichlich kleine, hartnäckige Schwarzbären, sozu­sagen die Pitbulls unter den Bären.

2. Verspüren Sie Stuhldrang, dann schauen Sie sich die Äste von Douglasien (große Nadelbäume) genauer an. An ihnen wachsen Bartflechten – ein vorzügliches Toilettenpapier. Mit Wasser beträufeln, dann wischt die Flechte so gründlich wie Hakle Feucht.

3. Feinschmecker pflücken einen Seeigel vom Felsen. Die Schale mit dem Messer aufbrechen und frisches Sushi-Fleisch herauslöffeln.

4. Als Nachtisch gibt es Farn – Lakritzfarn. Pflücken Sie nur die saftige Wurzel. Diese schmeckt süßlich und erwartungsgemäß ein wenig nach Lakritz.

5.Lachs räuchern Sie mit dem Holz der Roten Zeder (Western Red Cedar). Filets zwischen dünne Holzlatten klemmen, ums Feuer herum aufbauen, mehrere Stunden räuchern.

6. Die Rote Zeder ist der Outdoor-Baum in Nordamerika schlecht­hin. Indianer nutzten ihre Rinde, um Kleidung zu flechten. Aus dem Stamm schnitzten sie ihre Kanus. Das Zedernöl vertreibt sehr effizient alle Arten von Schädlingen, daher eignet sich Zedernholz hervorragend für den Bau von Blockhütten sowie als Material für Dachschindeln

7. Das Holz der Roten Zeder ist außerdem ideal, um mit ihm ein Feuer zu machen – das enthaltene Öl brennt sofort. Sie be­nötigen kein Papier oder andere Zündhilfen. Vom Zedernholz bleibt nach sehr kurzer Brenndauer allerdings nur Asche übrig

8. Bevor Ihr Zedernholzfeuer erlischt, legen Sie ein paar Scheite der Douglasie nach. Sogar die Rinde dieses zweiten Baumriesen brennt so langsam, dass sie für mehr­stündige Grill-Sessions reicht

9. Wenn Sie das vermeintliche Brummen einer Hummel hören, handelt es sich oft um einen Zimtkolibri. Die Mini-Vögel sind zutraulich und leis­ten Ihnen gerne Gesellschaft. Zum Beispiel, wenn Sie Zu­cker­wasser, etwa in einer Plastik­blume, bereithalten

10. Aus Schwertfarn bereiten Sie sich eine leckere Zwi­schen­mahl­zeit zu. Eine Hand voll Triebe in der Mitte zwischen den Blättern lösen, Rinde abschaben und mit Olivenöl (vorher einkaufen) anbraten

11. Keine Sorge, wenn in der Wildnis Ihr Wasservorrat zur Neige geht. An Flüs­sig­keit mangelt’s in Kanadas Westen nicht. Trinkwasser brauchen Sie im Grunde nie mitzunehmen,
bedienen Sie sich stattdessen einfach aus Bächen und Seen, bevor Sie Ihre Morgentoilette verrichten

12.Kanus gehören auch heute noch zu den Hauptverkehrsmitteln auf Vancouver Island. Damit zu fahren, ist keine Kunst, solange Sie vermeiden umzukippen. Drei Grund­regeln helfen, schnell und sicher zu reisen: 1. Den Hintern seitlich an die Bordwand pressen. 2. Das Paddel mit einer Hand am Griff, mit der anderen Hand unten am Stiel festhalten. 3. Das Paddel eng am Boot durchs Wasser ziehen. Wenn Sie es richtig machen, dann hören Sie keine Gluckergeräusche und sehen keine Wasserspritzer

13. An leckeres Fleisch zu kommen, ist in der Wildnis nicht so leicht. Bescheidene Fleischesser werden dennoch schnell fündig. Denn in Kanadas Westen ist die zweitgrößte Nacktschnecke der Welt heimisch, die gelbgrüne, bisweilen schwarz gefleckte, 20 Zentimeter langeBananenschnecke. Sie sieht zwar fies aus, ist aber vollkommen ungiftig. Ihrem Schleim wird sogar eine Heilwirkung zugeschrieben, wenn die Schnecke auf frische Wunden gesetzt wird.

14. Schnecken-Rezept: Köcheln Sie einige Bananenschne­cken in mehrmals wechselndem Wasser, um die zähe Schleimschicht zu entfernen. Dann mit einer Pilz-Sahne-Sauce und gelben Veilchenblüten auf Sandwich-Brot servieren.

15. Schwarzbären begegnen Sie in British Columbia besonders häufig. Wenn sich dieser kompakte Bär (bis zu 150 Kilogramm schwer) durch Ihr plötzliches Auftauchen in seinem Revier überrumpelt fühlt, attackiert er meist. Deshalb lieber lautstark schwatzend nähern, dann verziehen sich die Teddys freiwillig. Sie sind alleine, etwa beim Gang auf die Toilette? In dem Fall am besten singen oder sonstwie Krach machen.

16. Steht Ihnen trotz reichlich Gesang ein Bär gegenüber, schauen Sie ihm nie in die Augen. Er würde dies als Provokation empfinden. Sehen Sie besser zu Boden und gehen Sie mit lang­samen Schritten vom Bären weg.

17. Im Spätsommer, wenn die Beeren reif sind, erkennen SieBärenkot ohne Probleme an seiner rötlichen Farbe (von pink bis violett). Zu allen anderen Jahreszeiten ist der Stuhl schwarz.

18. Nicht nur der Bär, sondern auch Sie sollten sich an Beeren reichlich laben, sobald sie reif sind. Auf Vancouver Island finden Sammler mehr als 20 verschiedene Sorten, von der sauren Mahonie (Oregon Grape) über Blaubeeren (Huckleberries) bis zur süßen Scheinbeere (Salal). Selbst Ihnen unbekannte Beeren können Sie ohne Bedenken genießen, denn es gibt keine einzige giftige Sorte auf der Insel.

19. Die dichteste Puma-Population der Welt finden Sie auf Vancouver Island. Trotzdem sieht man die Groß­katzen sehr selten. Treffen Sie eine, verhalten Sie sich anders als beim Schwarzbären – schauen Sie dem Puma genau in die Augen.

20. Versuchen Sie, größer zu wirken, indem Sie Ihre Jacke ausziehen und in die Höhe halten. Das beeindruckt den Puma. Von Angesicht zu Angesicht greift er nur kleine Menschen an. Und drehen Sie sich niemals von ihm weg, denn von hinten fällt er auch größeren Menschen ins Genick.

21. Nachts trauen sich Pumas etwas mehr zu. Gehen Sie in der Dunkelheit deswegen stets zu zweit, ansonsten betrachtet Sie der Puma als leichte Beute.

22. Der Handy-Empfang in der Wildnis ist oft schlecht, auf Anhöhen geht es jedoch besser. Wichtig: Besorgen Sie sich ein Triband-Handy – an­dere Geräte kommen in das kanadische Netz nicht hinein.

23. Schlafen Sie immer nur in der Zeltmitte. Denn Bä­ren und Wölfe, die etwas Ess­bares in Ihrer Unterkunft ver­muten, beißen sich gerne durch die Wand des Zeltes hindurch.

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