Killer-Schoten: Die 10 schärfsten Chilis

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Scharfe Gewürze regen die Durchblutung an und verbrennen jede Mange Kalorien. Wir zeigen Ihnen die schärfsten Chilis

Für die einen unverzichtbar, die anderen werfen sofort das Besteck beiseite. Wir fachen die Diskussion um feurige Zutaten und Gerichte neu an, denn scharfes Essen ist nicht nur Geschmackssache: Chilis & Co sind gesund und machen glücklich.

Der Grund, warum Chilischoten so scharf sind, liegt an der Substanz: Capsaicin. Capsaicin wird von Nervenenden verarbeitet, die eigentlich für Wärmereize zuständig sind. Deswegen kommt einem scharfes Essen niemals richtig kalt vor. Wie eine österreichische Studie mittlerweile herausfand, machen Chilis jedoch nicht nur gesund: ähnlich wie bei Schmerzimpulsen regt Schärfe im Mund die Ausschüttung von Endorphinen an. Und die machen bekanntlich glücklich.

In unserem Special haben wir Fakten rund um Chilis zusammen getragen und stellen Ihnen die Schärfe-Rangliste der bekanntesten Sorten vor. Sie müssen die feurigen Schoten nun nicht pur verschlingen, um an den wertvollen Inhalt zu kommen. Wir haben uns an einen Profi-Koch gewandt und ihm das Rezept für ein scharfes Menü entlockt.

Schärfen Sie Ihr Hintergrundwissen zu Chili, Cayenne & Co

  • Nach Europa gelangte die Paprika im 15. Jahrhundert durch spanische Seefahrer. Wegen ihres scharfen Geschmacks nannte Kolumbus die süd­amerikanische Chilipflanze „Spanischer Pfeffer“.
  • Die Schärfe von Chilis wird in Scoville gemessen (1912 von Wilbur Scoville eingeführt). Die Skala reicht bei den Früchten von 0 für Gemüse­paprika bis zu 300 000 für die schärfste Chili der Welt.
  • Reines Capsaicin hat einen Schärfegrad von 15 Millionen Scoville-Einheiten. Es gibt Soßen mit rund einer Million Scoville – aber das ist nur etwas für Masochisten.
  • Capsaicin ist das C im ABC-Pflaster (hinter Arnika und Belladonna). Der Cayennepfeffer-Extrakt aktiviert die Durchblutung und entfaltet so eine schmerzlindernde Wärmewirkung.
  • Die Azteken tranken Kakao mit Chilipulver als aphrodisierendes Getränk. Das scharfe Brennen auf der Zunge gaukelt dem Hirn realen Schmerz vor. Prompt werden jede Menge Glückshormone zur Linderung ausgeschüttet.
  • Noch heute versetzt der Mix aus Süße und Schärfe die Ge­schmacks­knospen in Ekstase. Chili-Schoko-Leckereien finden sie unter www.pepperworldhotshop.de
  • Alljährlich findet in der italienischen Kleinstadt Diamante ein Peperoncino-Wettessen statt. Aktuelle Höchstmenge bis zum Feuerspucken: 760 g in 30 Minuten.
  • Die Chili ist so scharf, damit sie nicht von allen möglichen Tieren gefuttert wird. Lediglich Vögel, die den Samen fliegend verbreiten, können die Schärfe ab
Was hilft bei Chili-Brand?
2 / 13 | Was hilft bei Chili-Brand?

Hilfe, SCHARF!!!

Es soll ja immer noch Menschen geben, die Chilischoten mit kleinen Paprikas verwechseln und beherzt zubeißen. Ein Spaß ist das nicht: Schon kleinere Mengen an Chili treiben die Tränen in die Augen. Auslöser für Zungenschmerzen und Hitzewallungen ist der Inhaltsstoff Capsaicin. Der spricht direkt die Rezeptoren an, die Ihnen bei heißen Speisen Gefahr vor Verbrennung signalisieren sollen.

Was hilft gegen die Schärfe?
Es ist der falsche Impuls, das Brennen durch zu scharfes Chili mit Wasser löschen zu wollen. Vor allem kohlensäurehaltige Getränke verstärken den Schmerz. Erfahrene Chili-Löscher greifen zu trockenem Brot – die Linderung stellt sich nahezu sofort ein.

Wann wird's gefährlich?
Gefahr droht durch Chili eigentlich nur bei der Eigenverarbeitung – zum Beispiel für die Schleimhäute (Augenreiben, Nasepulen). Bei einigen Sorten sorgt sogar der Hautkontakt für regelrechte Verbrennungen.

Und nun: die Top 10 der schärfsten Chilischoten. 

Habanero-Chili: Schärfegrad: 10 (von 10)
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Habanero-Chili: Platz 1

Habanero-Chili ist eine der schärfsten Chili-Sorten. Sie ist etwa 50-mal schärfer als Jalapeños, hat aber im Gegensatz zu den anderen Chilis einen besonderen tropisch-fruchtigen Geschmack. Sie werden gern in Hot-Sauce-Produkten verwendet. Frisch zubereiteten Salsas verleihen sie nicht nur Feuer sondern auch ein tropisches Flair. In gut sortierten Supermärkten findet man die Exoten meist in kleinen Plastikschälchen aus holländischer Produktion. Aber Achtung: Wer sie zuhause verarbeitet, sollte unbedingt Handschuhe tragen und das Geschirr anschließend gründlich waschen!

4 / 13 | Paprika: Schärfegrad: 0-1 (von 10)

Paprika: Platz 10

Die Paprika ist die mildeste Variante der Chilis. Auch sie enthält Capsaicin, dem Wirkstoff, der für die Schärfe in Chilis verantwortlich ist, jedoch nur eine geringe Menge. Die Gemüsepaprika wird seit den 50er Jahren gezüchtet und enthält bewusst nur eine geringe Menge Capsaicin, dem Wirkstoff, der für die Schärfe in Chilis verantwortlich ist. Je nach Züchtung kann die Schärfe der Paprika aber variiren.

5 / 13 | Chiltepin-Chili: Schärfegrad: 9 (von 10)

Chiltepin-Chili: Platz 2

Die extrem scharfen Chiltepin-Chilis werden frisch oder getrocknet für Salsas, Suppen oder Eintopfgerichte verwendet. Die Früchte sind rot und nur etwa so groß wie eine Erbse.

In Mexiko wird aus den Chiltepin-Chilis ein Mittel gegen Sodbrennen gewonnen.

6 / 13 | Thai-Chili: Schärfegrad: 7-9 (von 10)

Thai-Chili: Platz 3

Mit Thai-Chili ist die Sorte Chili gemeint, die bei uns häufig im Supermarkt auch frisch zu bekommen ist. Die spitzen dünnen Schoten sind etwa drei bis fünf Zentimeter lang und können sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden.

Wie für alle scharfen Chilis gilt: Nach dem Verarbeiten gründlich die Hände waschen oder am besten Handschuhe tragen!

7 / 13 | Reiner Cayennepfeffer: Schärfegrad: 7 (von 10)

Cayennepfeffer: Platz 4

Cayenne-Schoten haben sehr dünne Wände und werden deshalb meistens getrocknet und zu Pulver gemahlen. Neben der beißenden Schärfe ist für Cayennepfeffer ein leicht rauchiger, etwas bitterer Geschmack charakteristisch.
Chilis enthalten übrigens bis zu drei Mal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte!

8 / 13 | Jalapeño-Chili: Schärfegrad: 6-7 (von 10)

Jalapeño-Chilis: Platz 5

Jalapeños sind eine schon sehr scharfe Chili-Sorte. Sie werden vorallem in Texas und Mexiko häufig verwendet. In Deutschland findet man sie meistens nur in eingelegter und kleingeschnittener Form: In Kinos werden sie häufig zusammen mit Nacho-Chips verkauft.

9 / 13 | Tabasco: Schärfegrad: 5 (von 10)

Tabasco Sauce: Platz 6

Tabascosauce ist eine scharfe Chilisauce auf der Grundlage von Tabasco-Chilis, die seit 1868 von der Firma McIlhenny Co. hergestellt wird. Sie besteht ausschließlich aus den reifen Früchten, Essig und Salz. Die scharfe Sauce wird weltweit verwendet und bringt es auf der Schärfeskala auf Rang 5.

10 / 13 | Sambal Oelek: Schärfegrad: 4 (von 10)

Sambal Oelek: Platz 7

Sambals sind indonesische dickflüssige Chilipasten, die häufig als Würzbeilage zu Reis, Gemüse und Fleisch gereicht werden. Das bekannte Sambal Oelek wird ausschließlich aus rohen zerkleinerten roten Chilischoten, Salz und Essig hergestellt. Obwohl die Sauce typisch indonesisch ist, ist sie auch sehr beliebt in anderen asiatischen Küchen.

11 / 13 | Pasilla-Chili: Schärfegrad: 3-4 (von 10)

Pasilla-Chili: Platz 8

Übersetzt bedeute der Name „Rosinchen“ und beschriebt das Aroma und Aussehen der Chili-Frucht, die hauptsächlich in Mexiko angebaut wird. Sie ist ein wichtiger Faktor in der mexikanischen Küche und wird häufig für Saucen verwendet.

Peperoni: Platz 9

Die italienischen Peperoni werden unreif geerntet und oftmals sauer eingelegt. Häufig werden sie für Pizza und Salate verwendet und haben eine leichte Schärfe.

13 / 13 | Ganz schön scharf unsere Rezepte

Nichts anbrennen lassen: Scharfe Rezepte

Scharf macht scharf, sagt eine alte Weisheit. Liegt es an der gesteigerten Durchblutung des Körpers? Am feurigen Knistern im Mund, der ja auch ein Sexu­al­organ ist? Oder an den Exotik-Aromen, die die scharfen Kü­chen so typisch machen? Egal, Hauptsache, es funktioniert.

Damit es auch schmeckt, haben wir gemeinsam mit Profi-Köchen scharfe Rezepte entwickelt. Dabei herausgekommen sind drei asiatische Gerichte, die ein Inferno in Ihrem Mund entfachen und alle Sinne schärfen. Vorab noch etwas Basiswissen:

  • Sie bekommen alle Zutaten im Asialaden
  • Dosieren Sie die Würzpasten mit Obacht, sie sind geschmacksintensiv
  • Lassen Sie sich von der Fülle der Würzpas­ten und -saucen nicht abschrecken. Sie sind günstig, universell einsetzbar und halten sich ewig im Kühlschrank
  • Wichtig: Einige Zutaten tragen zwar einen bekan­n­­ten Namen wie Thai-Papaya oder Thai-Basilikum, diese haben jedoch nichts mit den europäischen Produkten gemein

Noch ein wenig Nach­hilfe: Pok Choey ist ein Blattgemüse, Garam Masala eine Gewürz­mischung, alles, was mit Sambal anfängt, eine Würzsauce oder -paste. Drachenfrüchte bekommen Sie in Feinkostläden. Wenn Sie Ihr Date mit einem der Gerichte entflammen wollen, halbieren Sie die Mengenangaben für Vorspeise, Hauptgangund Nachspeise (sonst für vier Personen).

Da Frauen bei Schar­fem oft empfindlicher sind, brauchen Sie reichlich Reis (nur Basmati). Mit ihm dosiert man die Schärfe der asiatischen Gerichte. Versuchen Sie nicht, mit Flüssigkeit zu löschen, das würde die scharfen Substanzen nur noch intensiver mit den Geschmacksnerven in Kontakt bringen.

VORSPEISE: Zitronengrassuppe

Zutaten

  • 2 El Öl
  • 40 g getrocknete Garnelen, zerstoßen
  • 20 g Cur­­­rypa­­ste Panäng
  • 10 g Ingwer, 1 Li­metten­blatt, 5 Zi­­­tro­nen­gras­hal­me
  • 300 ml Reiswein, 500 ml Fischfond, 300 ml Kokosmilch, Limettensaft, Salz

Zubereitung
Suppe: Öl er­hit­zen. Garnelen, Cur­ry­pas­te, Ing­wer, Li­met­ten­blatt, Zitronengras anschwitzen. Mit Reis­wein ablöschen. Fond, Kokosmilch zugeben. Mit Limettensaft und Salz abschme­cken. Köcheln (15 Minuten), fein passieren.

HAUPTGANG: Garnelen-Curry

Zutaten

  • 2 El Öl, 3 El Sesamöl, 400 g Reis, 2 TL Curry, 8 g Salz, 800 ml Wasser, 4 EL Pflan­zen­öl, 2 EL Palm­öl
  • 8 Garnelen, 4 Calamaretti, je ca. 70 g in Strei­fen
  • 8 Au­ber­gi­nen, längs halbiert, 120 g Zu­cker­scho­ten, geschnitten, 1 Prise Kreuzkümmel, 3 g Garam Ma­­sala, 4 rote Chilis, 4 Kno­blauchzehen
  • 1 EL Mi­so, 2 TL Garnelen-Chi­li-Pa­s­te, 1 TL Cur­rypaste Pa­näng, 2 EL Reis­essig, 3 EL So­­ja­sauce, 4 EL süße Chilisauce, 300 ml Fischfond, 80 g Cashew-Nüsse

Zubereitung
Öl im Topf er­hitzen, Reis an­schwit­zen. Erst Curry und Salz, dann Wasser zugeben. Im Ofen zugedeckt bei 190 Grad garen (15 Minuten). Pflanzen- und Palm­öl im Wok er­­hitzen, Garnelen und Calamaretti anbraten. Erst Au­ber­ginen und Zuckerschoten, dann Gewürze und Pasten zugeben. Mit Reis­essig ablöschen, danach die So­ja- und Chilisauce zu­geben und mit dem Fischfond aufgießen. Jetzt Curry­reis zugeben. Mit den Cashewnüssen garnieren.

NACHSPEISE: Pandanuss-Mangos

Zutaten

  • Reiscreme: 200 g schwarzer Reis, 80 g Rohrzu­cker, Saft 1 Orange, 2 Stern­anis, Bouquet aus 1 Zimt-, halber Va­nil­lestange, 2 Zitronengrashalmen, 1 Limettenblatt ­bin­den, 4 EL Sago, 200 g Jogurt
  • Teig: 80 g Stärke, 3 g Back­pul­ver, 2 Tropfen Pandanuss-Extrakt, 80 ml Eiswasser, 2 Eiweiß, 1 EL Puderzucker, 20 g Rohr­zucker, 2 Mangos
  • Sauce: 220 g Jogurt, 120 g Kokosnussextrakt, 2 cl Malibu, 4 cl Batida, 1 EL Tamarinden-Chili-Paste, 1 Chili, gehackt
  • Deko: Drachenfrucht

Zubereitung
Reiscreme: Reis in 1/3 l Was­ser ein­weichen (12 Stunden). Zu­cker karamelli­sieren und mit O-Saft ablöschen. Reis, Anis, Bouquet zugeben, köcheln (30 Minuten). Erst Sa­­go, dann Jogurt zugeben, unter Rüh­ren kö­cheln (je 10 Minuten). Gewürze raus.

Teig: Stärke, Backpulver und Extrakt in Eis­­was­ser an­rühren. Eiweiß steif schlagen, Zucker ein­­­streu­en, unter Nuss­masse he­ben. Man­gos schä­len, halbieren, mit Stärke bestreuen, durch den Teig ziehen. Beide Seiten aus­backen (jeweils 4 Minuten).

Sauce: Zutaten vermengen und mit Stabmixer aufschäumen.

 
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