Diese 6 Körpergerüche sollten Sie nicht ignorieren

Diese 6 Körpergerüche sollten Sie nicht ignorieren
Mundgeruch kann harmlos sein. Ein süßlicher Atem weißt allerdings auch auf Diabetes hin

Sie denken, Sie müffeln nur ein wenig? Klar, Mundgeruch oder Käsefüße können harmlos sein. Aber was, wenn nicht? Diese Krankheiten lassen sich anhand von Körpergerüchen erkennen

Ja, auch wir könnten eine ganze Liste von (durchaus guten) Gründen aufführen, weshalb man unangenehm riechen kann. Etwa, wenn man mal wieder 3 Stunden im Gym schweißtreibend durchtrainiert, oder zum Mittag die Knoblauch-Zwiebelpfanne verspeist hat. In solchen Fällen reicht oftmals ein kräftiger Schluck Mundwasser (gurgeln, nicht trinken), ein gutes Deo oder eine Dusche, um den Gestank loszuwerden. In anderen Fällen ist das leider nicht so einfach. Denn es gibt Krankheiten, die einen ganz bestimmten Geruch im Körper produzieren, behauptet eine schwedische Studie (“Der Duft der Krankheit”). Auf manche Düfte, die unser Körper ausdünstet, sollten Sie also besonders gut achten. Sie sind ein Frühwarnsystem und zeigen Ihnen, wie es um Ihre Gesundheit steht: Wir zeigen Ihnen, auf welche 6 Körpergerüche Sie unbedingt achten sollten und was Sie dagegen unternehmen können. Außerdem klären wir auf, wie und warum normaler Körpergeruch überhaupt entsteht. Plus: 10 Tricks, wie Sie es vermeiden können, mit Ihrem Eigengeruch das Büro vollzustinken.

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1. Körpergeruch: Süßlicher Mundgeruch bzw. fruchtiger Atem ist ein Symptom für Diabetes

Wenn Ihr Atmen nach überreifen Obst riecht und Sie vorher keinen vergorenen Obstschnaps getrunken haben, könnten Sie an Diabetes Typ 1 erkrankt sein. Ärzte führen diesen Eigenduft zurück auf Aceton. Das ist ein Stoffwechselprodukt, das zum Beispiel bei Insulinmangel entsteht. Um den täglichen Energiebedarf zu decken, benötigt der Körper Glukose. Beim Verbrennen hilft dem Körper dabei Insulin. Steht dem Körper aufgrund einer Störung nicht ausreichend Insulin zur Verfügung, bauen die Zellen stattdessen Fett ab. Das daraus entstehende Aceton kann das Blut übersäuern. Ärzte sprechen dann von einer Ketoazidose. Auch der Urin riecht dann süßlich. Weitere Anzeichen sind vermehrter Harndrang und Schwindelgefühle.

Was Sie tun sollten: Gehen Sie unverzüglich zum Arzt. Unbehandelt ist die Ketoazidose lebensbedrohlich.

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2. Körpergeruch: Käsefüße sind ein Symptom für Fußpilz

Schweißfüße sind schon an sich eine unangenehme Nummer – wohin Sie auch gehen, es müffelt. Aber jetzt kommt es noch dicker: Wer Käßefüsse hat, der neigt auch zu Fußpilz. Denn der Hautpilze mag besonders gerne warme und feuchte Orte, um sich zu vermehren. Männer sind besonders oft betroffen, weil sie mehr Schweißdrüsen an den Füßen haben als Frauen. Erste Anzeichen sind eine aufgeweichte Haut und Juckreiz. Zusammen mit Bakterien zerfressen die Pilze die Hautschichten und setzen so den typisch unangenehmen Geruch frei. Wenn Ihre Sneaker also bis zum Abwinken stinken, wechseln sie nicht einfach die Schuhe: Schauen Sie auch mal in Ihren Zehenzwischenräumen und den Fußsohlen nach – immerhin ist laut Schätzungen jeder Dritte von Fußpilz betroffen. 

Was Sie tun sollten: Fußpilz verschwindet nicht von alleine. Aber es gibt zum Glück ausreichend rezeptfreie Mittel, die gut helfen. Ignorieren sollten Sie die Anzeichen auf gar keinen Fall. Ein unbehandelter Fußpilz kann zu Wundinfektionen führen oder auf die Nägel übergreifen. Und Nagelpilz ist ziemlich unangenehm! 

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3. Körpergeruch: Faul riechender Stuhl ist ein Symptom für Laktoseintoleranz

Wessen Stuhl riecht schon nach Blumen? Aber falls Ihrer die Wohnung so vollmüffelt, das Ihnen selbst schlecht wird, könnten Sie an Lactose-Intoleranz leiden. Wenn der Körper das Enzym Lactase nicht ausreichend herstellt, kann er Lactose nicht verdauen – ein Zucker, der in Milchprodukten vorhanden ist. Statt den Milchzucker ins Blut abzugeben, sendet der Dünndarm die Lactose dann direkt in den Dickdarm. Dort wird sie unter starker Gasbildung fermentiert und führt unter anderem zu übel riechender Flatulenz, Durchfall, Bauchkrämpfen und Übelkeit – und sogar Depressionen.   

Was Sie tun sollten: Nicht die Nerven verlieren. Rund 65 bis 90 % der Weltbevölkerung kann Lactose nicht verdauen. Oftmals genügt es bereits lactosearm zu essen, ohne das größere Beschwerden auftreten, sagen Experten. Fragen Sie Ihren Arzt, wie viel für Sie persönlich noch verträglich ist. Ansonsten gilt: Zutatenliste von Lebensmitteln durchforsten oder auf die mittlerweile reichhaltigen Alternativen mit dem Beisatz "laktosefrei" achten.   

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4. Körpergeruch: Fischiger Schweißgeruch ist ein Symptom für eine Stoffwechselerkrankung 

Schweiß besteht zu 99 % aus Wasser und ist damit eigentlich geruchsneutral. Wenn Sie aber während eines harten Workout plötzlich anfangen nach Fisch müffeln, könnten Sie am TMAU-Syndrom leiden. Die Stoffwechselerkrankung Trimethylaminuria wird auch Fischgeruch-Syndrom genannt. Sie tritt auf, wenn der Körper das Enzym Flavin zu wenig produziert. Flavin ist dafür verantwortlich, das Gas Trimethylamin geruchlos in der Leber abzubauen. Der Grund für die Störung kann ein Gendefekt oder ein Nieren- und Leberleiden sein. Bei Frauen tritt die Krankheit öfter auf – schnüffeln Sie also ganz genau nach bei Ihrer Liebsten.

Was Sie tun sollten: Eine Heilung gibt es bisher nicht. Der unangenehme Geruch, den Betroffene auch über Atem und Urin ausscheiden, kann aber durch eine Ernährungsumstellung vermindert werden. Dazu sollten Sie auf Nahrung mit dem Nährstoff Cholin verzichten, rät die britische Gesundheitswebseite NHS Choices. No-Gos: Eier, Hülsenfrüchte, Fleisch und Fisch sowie Rosen- und Blumenkohl und Brokkoli. Eine spezielle Antibiotika-Therapie kann auch helfen.


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5. Körpergeruch: Mundgeruch ist ein Symptom für das Schlafapnoe-Syndrom

Ursachen für Mundgeruch gibt es reichhaltig: Nasennebenhöhlen-, Rachen- oder Mandelentzündungen, auch Probleme mit der Magenschleimhaut, und natürlich schlechtes Zahnfleisch und Karies. Im Falle des Schlafapnoe-Syndroms aber wird Mundgeruch indirekt ausgelöst durch Atemaussetzer während des nächtlichen Schlafes. Betroffene schnarchen besonders laut und unregelmäßig was vermehrt zur Mundatmung führt. Dadurch trocknen die Schleimhäute aus. Die Bakterien, die sich dann ansiedeln können, sind der Grund für den Mundgeruch. Ein weiterer Hinweis, dass Sie am Schlafapnoe-Syndrom leiden, ist eine starke Tagesmüdigkeit. Denn das Aussetzen des Atems führt dazu, dass Sie kurzzeitig aufwachen, um zu atmen, ohne dass Sie das jedoch bemerken. Der Körper kann sich nachts also nicht ausreichend ausruhen, so dass Sie sich tagsüber gereizt und müde fühlen, was bis zum Sekundenschlaf führen kann.  

Was Sie tun sollten: Suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt auf. Ein nicht diagnostiziertes Schlafapnoe-Syndrom kann zu Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 führen.

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6. Körpergeruch: Streng riechender Urin ist ein Symptom für eine Harnwegsinfektion 

Ähnlich wie Schweiß besteht auch Urin fast nur aus Wasser (95 %) und gibt normalerweise keinen zu strengen Geruch von sich (Spargelzeit ausgenommen). Stinkt Urin, ist der Grund dafür häufig eine Infektion mit E. coli Bakterien. Die siedeln sich im Harntrakt an und vermehren sich rasant in der Blase. Weil Frauen öfter von einer Blasenentzündung betroffen sind, tendieren Männer dazu, eigene Anzeichen zu ignorieren. Nach dem Motto: Was von alleine kommt, geht auch von alleine. Aber Experten raten dazu, das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn bei Männern der Urin stinkt, dann verstopft oftmals etwas den Harntrakt – E. coli Bakterien sind in dem Fall dann das kleinere Problem. Nierensteine oder eine vergrößerte Prostata könnten der Grund sein.   

Was Sie tun sollten: Gehen Sie zum Arzt. Dort bringt ein Urintest die eindeutige Diagnose. In seltenen Fällen kann übel riechender Urin auch Anzeichen eines Tumors sein.

Jeder kennt den Moment, in dem man merkt: Ich stinke!
Jeder kennt den Moment, in dem man merkt: Ich stinke!

Jeder kennt den Moment, in dem man merkt: Ich stinke! Und wenn ich mich rieche, werden es die anderen auch gleich können. Also, was tun gegen Körpergeruch? Auch wir können Sie nicht steril machen, aber mit diesen 10 Tricks gegen Körpergeruch haben Sie gute Voraussetzungen, den penetranten Achselschweiß und alle anderen Eigendüfte in Schach zu halten. 

10 Tricks gegen Körpergeruch

  1. Duschen hilft, na klar, gegen Körpergeruch. Stellen Sie sich einmal ab Tag kurz in die Nasszelle. Schweiß ist quasi geruchsneutral, aber wenn er in Kontakt mit den Baktieren kommt, die auf unserem Körper leben, vermehren sich die kleinen Biester ransant. Und dann fängt es an zu stinken.

  2. Beenden Sie die Dusche mit kalten Wasser. Das bringt nicht nur Ihren Kreislauf in Gang, was gut für Ihr Immunsystem ist. Durch das kalte Wasser ziehen sich auch die Poren der Schweißdrüsen zusammen.

  3. Keine Zeit zum Duschen? Angst vor der Wasserrechnung? Zu trockene Haut? Kein Problem, nehmen Sie einen feuchten Waschlappen und säubern sie jene Stellen, an denen Sie besonders schnell schwitzen, etwa unter den Achseln oder an den Füßen.
  4. Gehen Sie regelmäßig in die Sauna: Der Temperaturwechsel trainiert die Poren der Schweißdrüsen ebenfalls.

  5. Es gibt Menschen, bei denen reicht Wasser und parfümlose Kernseife gegen Körpergeruch. Alle andere können antiseptische Seife ausprobieren. Sie reduziert die Anzahl der Bakterien auf der Haut.

  6. Trocknen Sie sich gründlich ab. Besonders dort, wo Sie stark schwitzen. Ohne Feuchtigkeit haben es die Bakterien schwerer, sich zu vermehren und alles vollzumiefen.

  7. Tragen Sie luftdurchlässige Schuhe sowie Kleidung aus Baumwolle. Dadurch wird die Feuchtigkeit nach außen abtransportiert. Der Schweiß trocknet bevor ihn die Bakterien zersetzen können.

  8. Kürzen oder Rasieren Sie Ihre Achselhaare. Das reduziert die Gesamtfläche, an denen sich Bakterieren ausbreiten können.
  9. Achten Sie auf Ihr Gewicht: Wer zuviele Kilos mit sich rumschleppt, kommt schneller in Schwitzen

  10. Achten Sie auf Ihre Ernährung: Kaffee, Alkohol und Nikotin stimulieren durch ihre anregende Wirkung die Schweißproduktion.

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Warum verändert sich der Körpergeruch?

  • Ernährung: Wir dünsten aus, was wir essen. Heute zum leckeren indischen Restaurant, morgen riechen Sie (und andere) noch die Gewürzvielfalt von gestern. Das gilt auch, wenn wir eine spezielle Diät anfangen: Wer plötzlich von High Carb auf Low Carb umstellt, dessen Körpergeruch wird sich wahrscheinlich auch verändern.
  • Krankheiten: Stoffwechselerkrankungen oder andere Erkrankungen können den Körpergeruch beeinflussen.
  • Hormonelle Umstellung: Gerade Jugendliche in der Pubertät (auch Frauen in den Wechseljahren) trifft diese Umstellung. Denn dann stellt sich im Körper eine bestimmte Art von Schweißdrüsen um: die sogenannten apokrinen Schweißdrüsen. Sie sind für unseren sexuellen 'Urduft' zuständig. Sie entscheiden, ob ein Partner uns attraktiv findet, uns also "gut riechen" kann, oder nicht.  

Wodurch entsteht Körpergeruch überhaupt?

  • Schweiß ist die Hauptquelle des Elends. Aber er ist immens wichtig, weil wir über ihn unsere Körpertemperatur regulieren und Giftstoffe abtransportieren. 
  • Obwohl zu 99 % aus Wasser und 0,5 % Salz, sind es die verbleibenden 0,5 % im Schweiß, die einem das Leben schwer machen. Diese enthalten nämlich Harnstoff, Aminosäuren, Milchsäure, Eiweiß, Fett und Zucker, welche wiederum von den Millionen Baktieren auf unserer Haut zersetzt werden, was die Ursache des Körpergeruchs ist. Je besser die Voraussetzungen (Feuchtigkeit) für die Vermehrung der Bakterien, desto mehr Gestank.
  • Körperhygiene: Wer nur alle paar Wochen duscht, sollte sich nicht wundern, wenn der Körpergeruch überhand nimmt.

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