Woche 3: Dritte Trainingswoche - neue Trainingsmethoden

Mit einem Partner übt es sich am besten
Hoch das Knie! Kniehiebe sind eine Standardübung beim Thai-Boxen

Diese Woche streife ich etwas durch die Welt des Kampfsports und stelle mir die Frage, wo ich mit meinem Training hin will

Montag: 14. September: Meine erstes Mal - Thai-Boxen

Das Praktische an meiner Trainingsstätte (Kamsportschule Zanshin-Dojo): Hier werden zahlreiche Kurse angeboten. Ich kann aus einem umfassenden Angebot an Kampfsportarten auswählen. Kung Fu, Ju-Jutsu, Brazilian Jiu Jitsu, Jeet Kune Do, Kickboxen, Thai-Boxen, Boxen, Arnis, Kali, Eskrima, Capoeira, kaum eine Disziplin, die es hier nicht gibt.

Ich kann mir für meine Ausdauereinheiten also das herauspicken, auf was ich gerade Lust habe. Heute ist Thai-Boxen dran. Das wollte ich schon immer mal ausprobieren. Da ich seit jeher etwas schwach auf den Beinen war, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um dieses Defizit aus der Welt zu schaffen.

Der Trainingsablauf ähnelt sehr dem vom Boxen: Aufwärmen, Schattenboxen, Dehnen und dann Kombinationen üben. Immer zusammen mit einem Partner, der dicke Handpratzen (die so genannten Thaipads) trägt und die Kombinationen vorgibt. Zu den Hakenserien und Geraden aus dem Boxen kommen hier noch Ellbogen- und Kniehiebe sowie Kicks dazu. Koordination, Feinmotorik und Ausdauer sind gefragt, wenn man die Moves zur Zufriedenheit des Trainers ausführen will.

Die neuen Bewegungen machen tierisch Laune. Das Schwungholen für die Kicks ähnelt den Volleyschüssen beim Fußball. Wenn man das Thaipad so richtig trifft und ein fetzendes Geräusch ertönt, stellt sich sofort ein befriedigendes Glücksgefühl bei mir ein. Auch wenn meine Kicks und Ellbogenhiebe nicht so akkurat wie die unseres Trainers sind, nehme ich doch einiges neues Wissen und einen Endorphinschub aus dieser Stunde mit.

Bahnt sich hier etwa eine neue Liebe an?

Bis zum Mittwoch.

Euer Sascha

Shut up and squat! Kniebeuge gehören zu den Grundübungen im Kraftsport

Mittwoch: 16. September: Die Zielsetzung

Diese vier Fragen will ich für mich in den kommenden Wochen beantworten:

Was kann ich im Kraftsport erreichen?

Wie hole ich physisch das Letzte aus mir heraus?

Warum konnte ich bisher nicht aus dem Vollen schöpfen?

Wo liegen meine körperlichen Grenzen?

Um mich zu motivieren, empfahl mir mein Coach Stefan Geisler, im Netz nach einem seiner Schützlinge zu suchen, Hendrik Richter, dem deutschen Natural Bodybuilding-Meister 2007. Die eindrucksvollen Bilder dieses jungen Athleten zeigen, wie weit man körperlich kommen kann, wenn man den Willen und das Know-How hat. In diese sportlichen Sphären werde ich zwar nicht vorstoßen können, das hab ich auch gar nicht vor, als Motivation genügen mir die Bilder aber allemal. Ebenso wie Arnolds erster Filmauftritt in der Bodybuilding-Doku „Pumpin Iron“ den ich mir, wann immer es die Zeit zulässt, ansehe. Hier sieht man den jetzigen Gouverneur des US-Staates Kalifornien in seiner Wettkampfvorbereitung für den Mr. Olympia 1974, dem größten Wettbewerb der Bodybuilding-Szene und DEM Spektakel für Kraftsportler. Arnolds Ehrgeiz und seine akribische Vorbereitung weckt in mir einfach den Drang, es ihm gleich zu tun, das Machbare aus mir herauszuholen, um am Ende mit Stolz auf das Erreichte zu blicken.

Doch genug der Schwärmerei, ich bestreite meinen eigenen Wettkampf: den mit mir selbst. Und wir haben noch nicht einmal Halbzeit. Heute müssen meine Beine trainiert werden und dazu will ich mir das Motto einer weiteren Bodybuilding-Legende zu Herzen nehmen: Dem des achtfachen Mr. Olympia-Siegers Ronnie Coleman. Der pflegte vor der Übung Kniebeuge (zu Englisch Squat) zu sagen pflegte:

Shut up and squat!

Da brennt der Trizeps

Auch mit verdrehtem Finger kein Problem, Armstrecken hinter Kopf

Freitag: 18. September: Mein typisches Verletzungspech

Eine Lektion habe ich gelernt seitdem ich aktive Sport treibe: Verletzungen kommen zu den ungünstigsten Zeitpunkten. Immer dann, wenn man sich gerade auf einem Höhenflug oder, wie bei mir, in einer Vorbereitung befindet. Leider passiert mir das ziemlich oft, zu oft. Wie jetzt mit meiner rechten Hand.

Der Tathergang: Mittwoch, Kicken mit den Redaktionskollegen. Als mit Herzblut kämpfender Keeper ist mein Platz natürlich zwischen den Pfosten. Doch keine fünf Minuten auf dem Platz und ich werde Opfer meines eigenen Übermuts. Ich stürze auf meinen Mittelfinger und knicke böse um – Kapselriss. Aus Erfahrung weiß ich, dass mich so eine Verletzung monatelang verfolgen kann.

Trainingsausfall! Ich hasse dieses Wort. Alles bereits Erarbeitete scheint für die Katz. Doch für meine Challenge ist diese Verletzung zum Glück nicht ganz so tragisch. Denn so schlimm der Ausfall für unsere Fußballmannschaft die nächsten Wochen sein wird, Gewichteheben kann ich mit dem verdrehten Finger immer noch. Etwas anderes würden Redaktion, Trainer und ich auch nicht akzeptieren, oder was denkt ihr?

Für mich heißt es wieder: zurück an die Gewichte!

Euer Sascha

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