Abnehmstrategien: Dünn mit Kohlenhydraten

Mmh, Kuchen …
Von einer Kuchendiät hatte<br /> er schon lange geträumt …

Trend-Diäten raten zu viel Fett und Eiweiß und wenig Kohlenhydraten. Jetzt belegt eine Studie den Erfolg der umgekehrten Strategie. Freispruch für Pasta, Brot und Zucker?

Auch Diäten unterliegen den Gesetzen der Mode. Galt gestern noch Low-Fat, Light oder Trennkost als der letzte Schrei, stehen jetzt Kohlenhydrate aus Nudeln, Back- und Süßwaren auf dem Index. Dafür dürfen bei den derzeit populären GLYX-, Atkins- oder Sears-Diäten Steaks und Gemüse bis zum Abwinken auf den Teller – in unterschiedlichen Ausmaßen.

Jetzt starten US-Forscher den Versuch, die Ehre der Kohlenhydrate zu retten: Sie ließen eine Gruppe Übergewichtiger drei Monate lang viel Kohlenhydrate und wenig Fett essen. Dies führte im Durchschnitt zu einem Gewichtsverlust von 3,2 Kilos. Diejenigen, die ihre Diät mit moderatem Training unterstützten, verloren fünf Kilogramm.

Die erfolgreichsten Abnehmer der kleinen Studie mit insgesamt 34 Personen hungerten nicht, sie nahmen täglich rund 2500 Kalorien zu sich. Der Fettanteil ihrer Nahrung betrug jedoch nur 20 Prozent – bei "normaler" Ernährung liegt der Anteil nahezu doppelt so hoch. Dafür betrug der Anteil der Kohlenhydrate 60 Prozent, Eiweiß stand mit 20 Prozent der Kalorien auf dem Speiseplan.

Damit geht es munter weiter im Wirrwarr der Diätempfehlungen. Und schon die Behauptung der Forscher, die Gewichtsabnahme hätte ohne Kalorienreduktion geklappt, gibt anderen Fachleuten Anlass zur Skepsis. Dagegen führt Studienautor William Evans an, dass "Kalorien rein minus Kalorien raus nicht immer das Maß des Gewichtsverlustes bestimmen. Das liegt daran, dass wir Fette und Kohlenhydrate höchst unterschiedlich metabolisieren".

Da passt es fast ins Bild, dass – laut Time-Magazin – die Vertreiber der "Fett ohne Grenzen"-Atkins-Diät ihre Empfehlung auf maximal 60 Prozent der verzehrten Kalorien aus Fett reduzieren. Wobei künftig maximal ein Drittel der Fettkalorien aus gesättigten Fettsäuren bestehen dürfen, die u.a. in Fleisch enthalten sind.

Fazit von Time: "Put down that steak knife".

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