E-Reader: E-Reader im Test

E-Reader im Test
Eine ganze Bibliothek in der Hand. E-Reader mit einem Speichervolumen von 1 Gigybyte fassen rund 1000 Bücher

E-Reader sind im Vormarsch. Kein Wunder, denn die digitalen Bibliotheken sind extrem praktisch. Wir verraten, welcher E-Reader was kann, was man beim Kaufen beachten sollte und wo man E-Books herunterlädt

Was spricht für den Kauf eines E-Readers?
Die Vorteile liegen auf der Hand: ein E-Reader kann tausende Bücher speichern und wiegt weniger als ein Taschenbuch, sodass man auch unterwegs und im Urlaub nicht mehr viel schleppen muss. "Mit einem E-Reader ist man bei jedem Umzug klar im Vorteil. Wer also viel liest und trotzdem keinen Wert auf ein volles Bücherregal legt, der sollte sich einen E-Reader anschaffen", sagt Annika Demgen von dem Technik-Portal 'Netzwelt'

Mit einem E-Reader mit WLAN lassen sich Bücher auch unterwegs schnell und unkompliziert besorgen, ohne sich an die Öffnungszeiten der Buchhandlungen halten zu müssen. E-Books sind günstiger als gedruckte Bücher und viele, vor allem Klassiker, sind kostenlos, also spart man beim digitalen Lesen auch Geld. Die Auswahl dabei ist groß und der Markt entwickelt sich schnell. "E-Reader werden in den letzten Jahren immer günstiger, gleichzeitig gibt es aber auch mehr hochpreisige High-End-Geräte. Der Hersteller PocketBook hat bereits ein Modell mit Farbdisplay im Angebot. Davon wird es in nächster Zeit sicherlich noch mehr geben. Außerdem gibt es bereits Prototypen von biegbaren E-Ink-Displays", so die Expertin.

Lässt sich mit einem E-Reader komfortabel lesen?
Die E-Ink-Displays der digitalen Lesegeräte sorgen für ein scharfes und gut lesbares Schriftbild, sodass die Anzeige optisch einem gedruckten Buch gleichkommt und man auch in der Sonne lesen kann, ohne nervige Spiegelungen. Es gibt nützliche Funktionen wie Passagen markieren und mit Notizen versehen, Wörter nachschlagen und übersetzen lassen oder Anbindung an soziale Netzwerke. Mit beleuchteten Readern kann man im Dunkeln lesen, für unbeleuchtete gibt es ansteckbare Leuchten. Was außerdem für angenehmes Lesen sorgt, ist die Schriftvergrößerung, die es auf allen Lesegeräten gibt, sodass man den Text individuell anpassen kann.

Worauf sollte man beim Kauf eines E-Readers achten und wie wählt man einen passenden?
Annika Demgen von 'Netzwelt': "Den richtigen E-Reader wählt man, indem man sich zunächst über seine Vorlieben klar wird. Liest man gerne im Dunkeln, sollte es ein Gerät mit Beleuchtung sein. Stört man sich daran, E-Books über ein USB-Kabel auf das Gerät zu ziehen, sollte das Modell bestenfalls mit WLAN ausgestattet sein". Grundlegend ist auch die Frage nach dem Format der Bücher: Das gängigste E-Books-Format ist EPUB. Die meisten Lesegeräte unterstützen EPUB – mit der Ausnahme von Kindle: "Kauft man seine Bücher also hauptsächlich bei Amazon, sollte es ein Kindle sein, da der Online-Versand ein eigenes Dateiformat verwendet", rät die Expertin. Wenn die Bücher nicht kopiergeschützt sind, wie die Bücher, die 70 Jahre alt und älter sind, kann man sie auch mit der Freeware Calibre in andere Formate umwandeln. Aktuelle Bücher haben allerdings meistens einen Kopierschutz, den man nur schwer und illegal entfernen kann.

Außerdem wichtig: der Speicherplatz. Auf 1 Gigabyte Speicherplatz können rund 1000 Bücher gespeichert werden. Die meisten Geräte bieten 2 GB und besitzen ein Micro-SD-Kartenslot, womit sich der Speicherplatz auf 32 GB erweitern lässt oder bieten wie Amazon oder Tolino Shine einen Cloud-Dienst an, auf dem die Bücher gespeichert und jederzeit heruntergeladen werden können.

Auf welche Zusatzfunktionen sollte man achten?
"Ein WLAN- oder 3G-Modul ist nicht in jedem Gerät vorhanden", so die Expertin. Das ist wichtig, wenn man Bücher auch unterwegs kaufen möchte. "Wer nicht nur EPUB-Dateien, sondern auch PDFs lesen will, sollte darauf achten, dass sein E-Reader einen sogenannten Reflow-Modus besitzt", empfiehlt Annika Demgen. Generell: wer mit Texten arbeiten möchte oder diese gerne mit Notizen versieht, sollte schauen, dass entsprechende Funktionen vorhanden sind. Liest man gerne fremdsprachige Bücher, dürften E-Reader mit integrierten Wörterbüchern hilfreich sein. Manche Reader bieten zudem eine Audio-Funktion an, die MP3 oder Hörbücher wiedergeben kann.

Was ist praktischer: E-Reader oder Tablet?
"Tablets sind eher ein Multimedia-Kommunikations-Tool", erklärt Annika Demgen. "Einen E-Reader benutze ich, wenn ich mich einfach nur auf das Lesen konzentrieren will". Liest man gerne mehrere Stunden am Stück, ist ein E-Reader zweifellos die bessere Wahl, da das entspiegelte E-Ink-Display die Augen nicht überanstrengt. "Surfen lässt sich definitiv mit einem Tablet besser und auch die oft von Farbe lebenden Zeitschriften sind auf einem Flachrechner besser aufgehoben". Um kurz die Mails abzurufen oder etwas zu googlen, reicht auch ein E-Reader mit installiertem Webbrowser. Tablets verführen oft dazu, doch noch eine Mail zu schreiben, bei Facebook zu surfen oder ein Video zu schauen. Ein E-Reader hingegen ist wie ein Buch mit Extra-Funktionen, sodass nichts vom Lesen ablenkt.

Einen wesentlichen Unterschied macht der Akku aus: während ein Tablet jeden Tag aufgeladen werden muss, halten E-Reader wochenlang durch. Das Laden dauert dabei in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden, eine Akkuladung reicht in der Regel für einen Urlaub und man muss nicht einmal ein Ladekabel mitnehmen.

Und wo bekomme ich Bücher?
Buchhandlungen wie Thalia oder Weltbild bieten eine große Auswahl an E-Books. Der Reader Tolino Shine ist mit dem E-Book-Shop der Handelskette verbunden, bei der er gekauft wurde, also Thalia, Hugendubel, Weltbild oder Bertelsmann. Bei vielen Lesegeräten sind eigene E-Book-Stores vorinstalliert, man kann aber auch mit dem Webbrowser oder mit dem PC auf andere Quellen zugreifen. Außerdem kann man E-Books leihen, sowohl von Freunden (wenn das Format mit dem eigenen Reader kompatibel ist), als auch von örtlichen Bibliotheken mit dem Onleihe-Dienst oder mit dem Kindle von der Kindle-Leihbücherei. In Bibliotheken ist das Ausleihen der E-Books wie bei gedruckten Büchern kostenlos. Außerdem haben viele Verlage eigene E-Book-Angebote. Besonders kleine Verlage wie zum Beispiel binooki oder Das Beben verzichten oft auf den Kopierschutz (DRM), sodass man die Bücher in das passende Format umwandeln kann und sie sowohl mit dem Kindle, als auch mit anderen Geräten lesen kann.

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