Filmtipp "Drive": Einsamer Rächer im Sportwagen

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Drive"

In "Drive" fährt Ryan Gosling Fluchtwagen durchs düstere L.A.. Dabei verliert er kaum ein Wort. Wie wir: großartig!

Er spricht nicht viel, blinzelt nie und kaut auf einem Zahnstocher, wenn er hinter dem Steuer seines getunten Sportwagens sitzt. Der namenlose Fahrer (Ryan Gosling) im neuen Kinofilm von Regisseur Nicolas Winding Refn ist Stuntman, Mechaniker und Fluchtwagenfahrer. Stets cool, immer alles unter Kontrolle. Klingt nach Jason Statham und seinen Transporter-Filmen. Wer jetzt allerdings spektakuläre Verfolgungsjagden und jede Menge verbogenes Metall erwartet, ist schief gewickelt. Drive ist das totale Gegenteil vom schnell geschnittenen Action-Kino der letzten Jahre. In Drive geht’s ruhiger zur Sache: lange Kamerafahrten und Close-Ups, wortkarge Helden, ein Styling wie im Krimi-Kino der 80er-Jahre. Drive ist ein Action-Film in Zeitlupe, mit knallharten Typen, schnellen Knarren und noch schnelleren Karren. Genau: DER Männerfilm schlechthin.

Driver (Ryan Gosling) schlägt sich als Stuntman, Schrauber und Fluchtwagenfahrer durchs Leben

Darum geht’s: Driver (Ryan Gosling) ist Einzelgänger. Er schlägt sich als Hollywood-Stuntman, Schrauber und Fluchtwagenfahrer durchs Leben. Normalerweise läuft alles nach Plan, bis er sich in seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) verliebt. Das Problem: Ihr Ehemann Standard (Oscar Isaac) wird aus dem Gefängnis entlassen und soll einen Pfandleiher ausrauben, um seine Schulden bei einigen Gangstern zu begleichen. Falls Standard sich weigert, geht’s Irene und ihrem Sohn Benicio an den Kragen. Driver beschließt Standard zu helfen. Doch der Coup läuft schief und Driver gerät selbst in die Schusslinie.

Driver (Ryan Gosling) verliebt sich in seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan)
Driver (Ryan Gosling) verliebt sich in seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan)

Testosteron-Kino mit Sogwirkung
Das gemächliche Tempo von Drive ist zugleich seine Stärke: Die kontinuierliche Stille sorgt für eine bedrohliche Stimmung, die den Film bis zum Ende spannend hält. Sie werden von der ersten Minute an hineingesogen in Regisseur Refns finstere Film-Noir-Version von L.A., die an die Filme von Michael Mann (Heat, Miami Vice) und 80er-Thriller wie Leben und Sterben in L.A. erinnert. In Drive stimmt einfach alles: Kamera, Licht, Ausstattung und der coole Soundtrack sorgen für eine durchweg düstere Atmosphäre. Gosling spielt den undurchsichtigen Titelhelden mit einer bemerkenswerten Sicherheit. Der Rest ist pures Testosteron, für das man gegen Ende auch einen starken Magen braucht.

Fazit: cooler, düsterer Thriller, nicht nur für Film-Noir-Fans. Da müssen Sie rein!

Drive (USA 2011)

Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Hossein Amini, James Sallis (Romanvorlage)
Darsteller: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Oscar Isaac
Länge: 100 Minuten
Start: 26. Januar

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