Einzelgänger werden gemacht

Ihr Weg zum Traumjob

Einzelgänger sind meist nicht selbst an ihrer Außenseiterposition schuld. Sie werden erst durch gruppendynamische Prozesse ausgegrenzt und zu Egoisten.

Es gibt sie in jeder Gemeinschaft – im Büro, in Schulen, Unis und in allen sozialen Schichten: Die Einzelgänger. Und die meisten Menschen denken, dass diese Außenseiter sich ihre Isolation selbst zuzuschreiben haben.

Weit gefehlt, wie der US-Psychologe Roy Baumeister von der Case Western Reserve Universität in Cleveland meint: Einzelgänger werden nicht deshalb ausgeschlossen, weil sie unsozial sind. Vielmehr macht erst die Ausgrenzung sie aggressiv und egoistisch.

Nur das Team macht umgänglich
Zum Beweis ließ Baumeister Versuchspersonen zu einer Diskussion antreten. Am Schlus stellte er jedem die Aufgabe, zu entscheiden, mit wem er am liebsten zusammenarbeiten wolle. Einem Teil der Gruppe erzählte er dann, dass niemand mit ihnen arbeiten wollte.

Die Reaktion war drastisch: die so Ausgeschlossenen traten deutlich rücksichtsloser und egoistischer auf als die anderen. Dazu schnitten sie bei verschiedenen Tests deutlich schlechter ab und schummelten eher als die anderen Gruppenmitglieder.

Die Schlussfolgerung des Psychologen: Ein großer Teil des menschlichen Verhaltens ziele darauf ab, in der Gemeinschaft zu leben. Fehle dort die Akzeptanz, dann verliert der so Ausgeschlossene auch den Anreiz dafür, sich in die Gruppe einzuordnen.

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