Einsteiger-Tipps: Eishockey – so kommen Sie ins Match

Die Grundausrüstung: Damit liegen Puck und Schläger richtig
Körpereinsatz ist ein wichtiges Element im Eishockey

Hohes Tempo, extremer Körpereinsatz und knallharte Schüsse – Eishockey macht nicht nur beim Zuschauen Spaß! So wird Ihr Eisgang ein Volltreffer

Ein dumpfer Schlag, und die Plexiglasbande wackelt über die komplette Breite, immerhin 30 Meter. Dabei hat Patrick Köppchen für den Bodycheck an seinem Gegenspieler nur zwei Schritte Anlauf genommen. "Ein fairer Check", sagt Josef Schlickenrieder, Co-Trainer des Profi-Clubs Hamburg Freezers. "Eishockey ist hart, aber gerecht." Er und seine Cracks (so werden die Profis genannt) erklären hier, warum Sie unbedingt mit Eishockey anfangen müssen.

DER SCHNELLSTE SPORT

Keine andere Mannschaftssportart ist schneller. Die Eishockey-Cracks (pro Team fünf Feldspieler und ein Torwart) skaten in den 3x20 Minuten effektiver Spielzeit (die Uhr wird bei Spielunterbrechungen angehalten) mit etwa 30 bis 40 Kilometern pro Stunde über die 60x30 Meter große Eisfläche. "Bei der Jagd nach dem Puck muss man immer wieder von 0 auf 100 gehen – und umgekehrt", erklärt Peter Abstreiter, linker Außenstürmer im Team.

Aus vollem Lauf abbremsen, wieder loslaufen, mit dem Gegner fighten, nach Mitspielern Ausschau halten – auf dem Eis gibt es keine ruhige Sekunde. "Das schlaucht unheimlich." Wenn die Cracks bei einem harten Schlagschuss durchziehen, beschleunigt der Puck, eine 160 Gramm schwere Hartgummi-Scheibe, auf bis zu 200 Kilometer pro Stunde.

Schlenzen

1. Den Schläger etwa schulterbreit greifen; den Puck, der etwa eine Körperbreite neben dem hinteren (rechten) Fuß liegt, anvisieren

2. Mit der Schaufel die Scheibe aufnehmen

3. Beugen Sie beide Arme, sobald sich der Puck unter Ihrem Körper befindet. Den Blick haben Sie bereits auf das Ziel gerichtet

4. Verlagern Sie jetzt das Körpergewicht voll auf das vordere (also Ihr linkes) Bein

5. Strecken Sie Ihren rechten Arm voll durch, wenn Sie abschließend den Puck in Richtung Ziel (Tor, Mitspieler, Bande) schlenzen

GUT GERÜSTET

Körpereinsatz ist ein wichtiges Element im Eishockey. Deswegen sind die Spieler gut geschützt. Knapp 15 Minuten brauchen die Cracks, bis die 22-teilige Ausrüstung angelegt ist. "Wenn es brennt, geht es auch in zehn Minuten." Insgesamt bringen die Teile sechs bis sieben Kilo auf die Waage, bei den Torhütern kommen noch mal vier dazu. Ziemlich viel, doch im Spiel ist jeder um jedes Polster froh – besonders, wenn man vom Puck getroffen wird. "Den spürt man deutlich. Trifft die Scheibe oder der Schläger des Gegners auf die ungeschützten Stellen wie Wade oder Knöchel, können auch Knochen brechen", erklärt Defensiv-Mann Patrick Köppchen, der auch in der Nationalmannschaft spielt.

EISHOCKEY IST FAIR

Wer zum ersten Mal so ein Match sieht, wundert sich oft über die Schiedsrichter-Pfiffe. Harmloses Klammern wird mit zwei Minuten bestraft, aber nach einem knallharten Bodycheck mit spektakulärer Flugeinlage läuft das Match weiter.

Coach Schlickenrieder: "Prinzipiell ist Körpereinsatz nur gegen den puckführenden Spieler erlaubt. Bodychecks von hinten oder mit viel Anlauf werden selbstverständlich geahndet. Wenn jedoch der Stürmer auf den Verteidiger aufläuft und es dann kracht, bleibt der Schiedsrichter-Pfiff aus. Das sind die Regeln."

Strafzeiten (von zwei Minuten bis lebenslang) sind stets ein Nachteil für das betroffene Team, da es für diese Zeit auf dem Eis mit einem Akteur weniger auskommen muss. Die Chance der gegnerischen Mannschaft auf ein Tor steigt in dem Fall natürlich enorm.

POWER UND TEMPO

Der Coach benennt 22 Cracks für ein Spiel, 20 Feldspieler und zwei Torhüter. "Wir spielen mit vier Sturm- und drei Verteidigungsreihen", erklärt Schlickenrieder. "Eine Formation bleibt etwa eine gute halbe Minute auf dem Eis, danach wird fliegend gewechselt. So können wir über 60 Minuten Spieldauer ein sehr hohes Tempo gehen, ohne dass die Muskulatur der Spieler übersäuert. Nach zwei Minuten Pause sind sie wieder einsatzbereit."

30 bis 40 Sekunden, das klingt nicht nach viel. "Aber es reicht, um völlig ausgepumpt zu sein", sagt Patrick Köppchen. Im Spiel wird nämlich permanent attackiert und gerangelt. "Stellen Sie sich vor, Sie sprinten mit einem Lkw-Reifen im Schlepptau über die Laufbahn. Das kommt der Belastung auf dem Eis am nächsten", erklärt der Abwehrspieler.

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