Blutkörperchen-Grab: Eiter

Bedarf und Anwendung von Cremes sollten sich die Waage halten
Das kann ja Eiter weren: Besonders im Gesicht sollte man keinerlei große Eiter-Mengen zulassen

Eiter besteht aus neutrophilen Granulozyten, die bis zu 70 Prozent der weißen Blutkörperchen ausmachen. Hinzu kommen Zelltrümmer und Körperflüssigkeit

Wie entsteht Eiter? Während die eine Hälfte der neutrophilen Granulozyten im Blut umherschwimmt, hängt die andere an Wänden der Blutgefäße und lauert Eindringlingen auf. Bei entsprechendem Einsatzsignal lösen sie sich von den Wänden, schwimmen zum Einsatzort, vernichten die eindringenden Keime und nehmen deren Zelltrümmer auf. Die dann nicht mehr einsatzfähigen Neutrophilen werden zum Hauptbestandteil von Eiter.

Wie viel Eiter ist normal? Das hängt von der Größe der Wunde beziehungsweise der Menge der Krankheitserreger ab. In schlimmen Fällen trieft mehr als ein Liter heraus.

Was sollte man sonst noch wissen? Eiter kann alle Zustände von dünnflüssig bis dick annehmen und je nach Art der Erreger blassgelb, grün oder in manchen Fällen sogar blau sein. Auch Fremdkörper können eine Entzündung mit Eiterbildung auslösen. Eiter ist deshalb nicht automatisch ein Grund, um Antibiotika einzunehmen.

Wann läuft etwas schief? „Wo Eiter ist, entleere ihn!“ Dieser Leitsatz alter Medizinprofessoren ist im Gesichtsbereich von ganz besonderer Bedeutung. Durch die Verbindung der dortigen Venen mit denen des Gehirns besteht die Gefahr einer Verschleppung von Erregern und daraus resultierend einer Verschließung der Hirnvenen.

Was kann man gegen Eiter tun? Das Eitern ist eine kluge, gut funktionierende Verteidigungsstrategie des Körpers. Allerdings sollte die Wundheilung oder die Bekämpfung eines Infekts stetig Fortschritte machen. Eiternde Wunden, die sich vergrößern oder mit Fieber einhergehen, sind immer ein Fall für den Arzt.

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