Abspeck-Marathon, Monat 1: Endlich lästige Kilos loswerden

Matthias beim Leistungs- und Belastbarkeitscheck
Im ersten Monat nahm Matthias vom Wampe-weg-Team fast 5 Kilo ab

Matthias will beim Sport nie mehr Letzter sein – und 15 Kilo verlieren. Hier beschreibt er, wie sein erster Monat verlief

Die Idee abzuspecken spukte schon lange in meinem Kopf herum. Über die Jahre habe ich einige Anläufe genommen, aber meist nur kurzfristig was erreicht. Letzten Sommer hatte ich vom Übergewicht endgültig die Nase voll: Bei einer Alpen-Überquerung per Mountainbike mit Kumpels quälte ich mich über die Berge. Jedes überflüssige Pfund Fett an meinem rund 100 Kilo schweren Körper verfluchte ich, denn bergauf war ich jedes Mal Letzter. Letzter! Das geht gar nicht! Ein bisschen schlechter als der Erste vielleicht, aber Letzter? Pfui! Das bin ich so nicht gewohnt. Beim Tischtennis etwa oder beim Snowboarden bin ich gar nicht so schlecht. Aber bergab geht es mit reichlich Gewicht ja immer gut.

Leistungscheck und Belastbarkeit
Kurze Zeit später habe ich mich für diesen Wahnsinn beworben – Wahnsinn im positiven Sinn: in Form des Best-Bauch-Projektes von Men's Health. Los ging's da mit umfangreicher Leistungsdiagnostik. Dabei wurden unsere individuellen Belastungsbereiche wie Puls und Laktat ermittelt. Danach haben sie gecheckt, wie fit wir sind, etwa anhand der maximalen Sauerstoff-Aufnahmekapazität. Schließlich wurden wir gesundheitlich abgeklopft, ob für die Belastungen in den nächsten Monaten alles im grünen Bereich ist. Das ist absolut Pflicht, bevor man mit härterem Training beginnt. Ich hab zum Beispiel schon immer Bluthochdruck gehabt, das muss von einem Sportmediziner beobachtet werden.

Ausdauer-, Kraft- und Beweglichkeitstest
Dann kam vorab dieser fiese Fitness-Test mit unserem Coach Sascha Wingenfeld. Der bestätigte die Erfahrung meiner Alpen-Tour: Kraft, Ausdauer, alles weg. Bitter! 4:40 Minuten habe ich beispielsweise beim 1000-MeterLauf gebraucht. Doch ich bin ein Kämpfertyp. 15 Kilo sollen runter, dafür tue ich alles. Ohne Kampf gibt's kein Mampf mehr! Dazu gehört, so Coach Sascha, die Ernährungsumstellung, reichlich Ausdauer-, aber auch Krafttraining. Der harte Hund zieht das Training von Anfang an gnadenlos durch! Aber wir haben es auch nicht anders verdient. Kommt der doch in der ersten Woche gleich mit so 'nem komischen Gebändsel an: einem Springseil. Oh, was für Mädchen, dachte ich. Aber nein: Seilspringen kann ein ganz brutaler Sport sein – da sieht man in kürzester Zeit, was man (nicht) taugt. Schlimm, schlimm! Aber von dem Training mit dem Zeugs berichte ich ein anderes Mal.

Dem Nachtisch widerstehen!
Nun soll’s erst mal um die wichtigste Säule der Speck-Sprengung gehen: vernünftig essen. Da kam es gleich am ersten Wochenende fast zum Super-GAU. Samstagabend war Big Party. Mit Mineralwasser zu feiern war kein Problem für mich. Aber der Nachtisch beim Büfett! Ich hätte ein Foto machen sollen, was für Leckereien es gab. Wer da nicht schwach wird, der ist krank. Oder macht einen Men's-Health-Selbstversuch. Jedenfalls bewegten sich meine Finger schon in Richtung Schoko-Mousse. Aber dann hatte ich plötzlich wieder die Worte von unserer Ernährungsberaterin Heike Lemberger (die coacht auch Sportprofis und arbeitet viel nach dieser LOGI-Methode) im Ohr – von wegen Kohlenhydrate weglassen und so. Hab mich also zusammengerissen und über eiweißhaltiges Gyros mit Zaziki hergemacht. Ging gut!

Matthias beim Leistungs- und Belastbarkeitscheck
Bevor es mit dem Training losgehen konnte, wurde ein ausführlicher Leistungstest gemacht

Essensfehler wieder ausbügeln
Am folgenden Wochenende gab's einen Geburtstagsschmaus bei einem Kumpel – und ich habe gelumpt! Da war diese riesengroße Wurstplatte mit einem Riesenberg Schweine-marmelade (manche nennen es auch Hackfleisch oder Mett). Aber mein größtes Vergehen: 3 weiße Brötchen. Schande über mich! Die habe ich quasi eingeatmet. (Hier geht es zu den besten Strategien, um schnell satt zu werden) Es gab keine gesünderen Brötchen, Ehrenwort! Trotzdem: schlimme Geschichte – wieder böse Kohlenhydrate. Mein schlechtes Gewissen hinkte an dem Tag ein wenig hinterher, aber zum Glück hat es mich beim Nachschlag am Büfett eingeholt. So habe ich durch ein dezentes Spargel-Schinken-Röllchen wieder Bodenhaftung bekommen. Dann bin ich an die Deko gegangen: ein Salatblatt auf den Teller, eine Scheibe Jagdwurst und eine Käsescheibe drauf, fertig war der zweite Snack. Auch lecker. Das Ganze noch mal, dann war Schluss. Die Leute drum herum haben komisch geguckt und ihren Senf dazugegeben. Aber egal, ich hab die Situation gerettet und war mit mir wieder im Reinen.

Nach 2 Wochen 2 Kilo leichter
Coach Sascha schickte mich noch am selben Abend auf eine Bike-Tour. Stoffwechsel ankurbeln, Kalorien verbrennen. Damit kriegt er mich immer – ich liebe Mountainbiken! Also hab ich mein 900 Lumen-Flutlicht am Lenker angeworfen, und ab ging es ins Gelände. Ein bisschen genervt war ich dann aber schon: Es regnete. Und als wäre das nicht Strafe genug, hatte ich noch einen Platten. Okay, ich hab's ja verstanden – ich esse nie wieder 3 weiße Brötchen! Das schlechte Gewissen fährt eben immer mit. Aber hey, abends auf der Waage waren schon 2 Kilo weg! Nach 2 Wochen!

Abends auf Brot, Nudeln oder Kartoffeln verzichten
Unter der Woche komme ich schon ganz gut klar mit der neuen Ernährung. Das liegt vor allem an dem sagenhaften Briefing, was wir von Ernährungscoach Heike bekommen haben. Und an der tollen Unterstützung meiner Freundin Nicole. Damit ich meinen Bauch formen kann, hält sie mir den Rücken frei. Sie geht mit mir joggen und kocht auch mal für mich. Zum Beispiel hat sie mir letztens den leckeren Tunfischsalat mit Schafskäse gemacht, auf den ich mich immer richtig freue. So komme ich abends recht gut ohne Brot, Nudeln oder Kartoffeln aus. Wenn da nicht immer die Wochenend-Verlockungen wären! Letzten Sonntag wieder dasselbe Spiel: Diesmal war es Muttern, die lauter Leckereien an der Kaffeetafel kredenzte. Wer kann da schon nein sagen? Was ich mir an diesem Sonntagnachmittag einverleibt habe, bleibt mein Geheimnis. Immerhin habe ich es geschafft, am Abend nichts mehr zu essen. So viel Selbstdisziplin war vor Wochen noch undenkbar.

Fazit nach dem 1. Monat: mehr Kraft, Ausdauer und Koordination
Letzten Freitag wollte ich beim Italiener so richtig feiern, zum Abschluss des ersten Monats. Vorab gab es Bresaola, einen eiweißreichen, luftgetrockneten Rinderschinken, garniert mit Parmesan, Rucola und gedünsteten Champignons, das Ganze mit etwas Öl und Balsamico di crema beträufelt. Danach freute ich mich auf meine Hauptspeise: gemischten Salat mit Tunfisch und Schafskäse. Und was war? Mir wurde speiübel. Wieso? Weil die neue Bedienung mir das falsche Dressing untergejubelt hat! So einen Mayonnaise-Verschnitt. Ich hab die Hälfte runtergekriegt, dann dehnte sich der Kram in meinem Magen aus – der war halt so fettiges Zeug nicht mehr gewöhnt. Jetzt sagt Ihr sicher: Selbst schuld, wieso lässt er sich keinen neuen Salat bringen? Aber ich hätte doch niemals gedacht, dass ein falsches Dressing mich so umhauen kann! Na, ich war auf jeden Fall bedient. Also, bis zum nächsten Mal, dann hoffentlich ohne Bauchweh. Und mit guter Laune – die habe ich jetzt schon, wenn ich bedenke, wie ich mich in 4 Wochen verbessert habe.
Einige Beispiele: Ich bin über 1000 Meter jetzt 16 Sekunden schneller, packe 39 statt 28 Liegestütze und immerhin 190 statt 175 Seilsprünge. So darf's ruhig weitergehen!

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