Statuswahn: Erfolge machen männlich

Siege pushen die Männlichkeit
Kräftemessen beim Wettrennen: Für Männer hängt ihre Männlichkeit von Erfolgen ab

Männer müssen sich erst in ihrer Welt profilieren, bevor sie das Prädikat "männlich" bekommen

Männlichkeit ist offenbar kein biologisches Phänomen, sondern sie hängt von der Wahrung der Ehre und Erfolgen ab, so eine US-Studie. Männern sei es wichtig vor anderen gut da zu stehen und als stark und furchtlos gelten, erklären die Studienleiter Jennifer K. Bosson und Joseph A. Vandello von der University of South Florida.

Männlichkeit sei ein sozialer Status, den man sich schwer verdienen müsse und leicht wieder verlieren könne, so die Psychologen. Ein gedemütigter Mann beispielsweise, reagiere mit Aggression, um vor seinen Geschlechtsgenossen keine Schwäche zu zeigen. Die Forscher bezeichnen männliche Aggressionen als "Männlichkeitswiederherstellungs-Taktik".

Dafür ließen die Forscher eine Gruppe Männer Zöpfe flechten, eine andere weiterhin in der "Männerwelt" leben. Als die Versuchsmänner anschließend auf einen Sandsack einschlagen sollten, schlugen die Zöpfeflechter härter zu.

In einem weiteren Test lag den Probanden gefälschte Polizeiberichte vor. Den Testpersonen gaukelten die Wissenschaftler dabei vor, dass es nach einer Beleidigung zu einer Prügelei gekommen sei. Waren die prügelnden Protagonisten Frauen, so taten die Testpersonen den Kampf als Unreife ab. Bei einem Kampf zwischen Männern betrachteten die Testpersonen ihn hingegen als Auseinandersetzung um die Ehre.

"Nach Ansicht der Testpersonen, musste sich die beleidigte Person wehren und ihre Männlichkeit verteidigen", schreibt Psychologin Bosson im Fachmagazin Current Directions in Psychological Science.

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