Küssen, bis sie kommt

0701 Sex geküsst
Sie wollte geküsst werden, dabei wollte er doch nur den BH aufbekommen

Ihre Lippen können weitaus mehr, als hübschen Frauen hinterherzupfeifen. Ihre Zunge ist nicht ausschließlich zum Ansprechen da. Die besten Kuss-Strategien, mit denen Sie fast jede Frau zum Orgasmus bringen.

Lernfähig sind wir ja. Ohne zu küssen geht fast nichts, mit Küssen fast alles. Okay. Wir sind ja auch bereit, zu küssen. Nicht gerade, dass wir Männer das nun unbedingt bräuchten, um uns richtig in Stimmung zu bringen. Aber es bringt uns auch nicht um. Also küssen wir brav – und geben uns dabei sogar redlich Mühe.
„Vergebliche Liebesmüh“, sagt jetzt plötzlich die Wissenschaft, „zumindest in drei von vier Fällen.“ Denn es komme gar nicht darauf an, ob wir küssen. Sondern nur, wie wir küssen – die Technik macht’s also. Vier weibliche Kuss-Typen gibt es, und jeder einzelne Typ will individuell versorgt werden.
Wer zum Beispiel die Offensiv-Küsserin zu sanft liebkost, kann gleich ganz aufs Küssen verzichten. Einen zu zaghaften Liebhaber lehnt sie nämlich rundweg ab – und belegt ihn mit dem Etikett unmännlich. Wer die verkopfte Sensitiv-Küsserin oral verwöhnen will, hat eher schlechte Karten, denn so kommt sie garantiert nicht zum Orgasmus. Lange Rede, kurzer Sinn: Stellen Sie sich einfach auf den Kuss-Typ Ihrer Partnerin ein und machen Sie es ihr so, wie sie es braucht. Men’s Health hat intime Geständnisse von vier verschiedenen Frauen zusammengetragen, die zu jeweils einem Kuss-Typ gehören. Sie verraten, ob sie hart, weich, verwöhnend oder fordernd geküsst werden wollen und wie man ihre Erregung mit den Lippen zum Orgasmus treibt.

Die Intensiv-Küsserin
Die Passiv-Küsserin
Die Offensiv-Küsserin
Die Sensitiv-Küsserin
Warum küssen wir überhaupt?
Virtuelle Küsse geben...

Die Intensiv-Küsserin
Sie ist oft über dreißig, harmoniebedürftig, sehr offen und sinnlich. Sie wuchs in der Regel in einer Familie mit mehreren Geschwistern auf und hatte von Jugend an eine befriedigende Sexualität. So etwa Greta Linke (37), Krankenschwester aus Köln:
„Es gibt für mich keinen Sex ohne Küsse. Und es gibt für mich keinen Sex ohne Orgasmus. Ich gehöre nämlich – zum Glück – zu den Frauen, die bei jedem Mal einen Höhepunkt erleben. Und deshalb sage ich ganz klar: Ja, man kann mich zum Orgasmus küssen. Weil Sex bei mir mit dem Küssen beginnt und mit einem Orgasmus aufhört.

Küssen ist nicht gleich küssen
Aber küssen ist nicht gleich küssen. Ich unterscheide da zwischen zwei Arten. Die eine, das ist der zufällige, liebevolle Kuss. Im Vorbeigehen oder natürlich auch, wenn ein Mann mich mal kurz in den Arm nimmt, um mich zu küssen. Dieser Kuss ist nur selten ein Zungenkuss, meist ist er nur gehaucht, mal auch kräftig geschmatzt. Ich brauche diese Art Küsse sehr, denn sie sind der schnellste Liebesbeweis, den ich kenne – und sie sind für mich häufig der Anfang von Sex. Denn diese kleinen Küsse sind es, die mich manchmal ganz plötzlich erregen. Da fliegt mir dann ein Blitz in den Kopf und dann in den Bauch, und ich denke: wow! Mit diesem Mann möchte ich Sex haben – sofort. Das ist ein einzigartiges Gefühl.

Wenn´s feucht hergeht
In diesen Momenten entstehen dann die Küsse der anderen Art. Sie sind völlig zielgerichtet und scharf. Sie sollen verführen, mutig machen, erregen, mich feucht machen. Es sind immer sehr intensive Küsse, und sie werden auf dem ganzen Körper verteilt. Meist beginnen sie am Kopf, am Mund oder am Hals, bevor sie dann über die Brüste, die Brustwarzen und den Bauch zur Scham vordringen. Na ja, und das ist natürlich der heißeste Kuss: Wenn dann die feuchten, weichen Lippen eines Mannes meine feuchten, weichen Schamlippen berühren. Am Anfang ganz sanft und ein bisschen zaghaft, etwas später dann genau zwischen die Schamlippen auf meine Klitoris und mit dem vollen Einsatz der Zunge, die von rechts nach links und wieder zurückfährt und immer mal wieder in meine Vagina eindringt. Wenn’s erst mal so weit gekommen ist, bin ich so heiß, weich, gespannt und sexuell aufgeladen, dass ich es nicht mehr aushalte: Ich komme in wenigen Sekunden zum Orgasmus. Das ist das Größte, deshalb sollte der Mann an meiner Seite natürlich beide Kussarten perfekt beherrschen.“

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Die Passiv-Küsserin
Jung, unerfahren, ein bisschen verträumt. Die Passiv-Küsserin steht noch am Anfang der Geschichte ihrer Sexualität. Sie ist einerseits neugierig und probiert gerne Neues aus. Andererseits wird sie dabei durch eine große Vorsichtshaltung gebremst. Sie ist nicht mutig, oft noch nicht im Einklang mit ihrem Körper – das kann sich aber später ändern Der Orgasmus ist für sie eine Herzensangelegenheit, jedoch beileibe nicht alltäglich. So etwa auch bei Beatrix Stappelberg (21), Azubi aus Braunschweig:

Küssen und Sex sind wie Essen und Trinken
„Küssen und Sex sind wie Essen und Trinken. Es wird zwar häufig zusammen gemacht, man kann aber auch beides einzeln genießen. Und das finde ich so schön daran. Mein allererster Freund – das ist jetzt vier oder fünf Jahre her – war ein total verrückter Küsser. Wir haben manchmal stundenlang bei ihm auf dem Sofa gelegen und nur geknutscht. Wohlgemerkt: ohne dass es dabei oder danach unbedingt zum Sex kommen musste. Leider habe ich seitdem keinen Mann mehr kennen gelernt, der auch so gerne knutschte. Die meisten Kerle werden beim Küssen so schnell heiß, dass sie unbedingt auch gleich Sex wollen – das ist ein bisschen schade, weil man das Küssen selbst gar nicht genießen kann. Oder sie wollen erst gar nicht küssen.

Das Lippenspiel auf der Rückseite
Beim Sex geküsst zu werden, ist für mich das Normalste der Welt, obwohl es auch mal ohne geht. Ich mag es besonders, wenn der Mann meine Brüste und meinen Rücken küsst. Am Rücken ist es so schön, weil man dort so selten liebkost wird. Ich liege dabei auf dem Bauch und bin entspannt, kann mich voll auf das Lippenspiel an meiner Rückseite konzentrieren. Ich glaube, ich fühle mich in keiner Position verwöhnter als so. Beim Küssen der Brüste liegt der Thrill darin, dass ich rund um den Brustwarzenhof total empfindlich bin.

Eindringliche Küsse
Wenn ich mit einem Mann Sex habe, ich meine jetzt so, dass er schon eine Weile in mich eingedrungen ist, und er dann noch mal aus mir rausgeht und sich mit seinen Lippen nur um meine Brüste kümmert, dann kann es schon passieren, dass ich allein davon einen Höhepunkt bekomme. Wenn nicht, helfe ich eben ein bisschen nach und streichle mich. Wenn ein Mann herausfindet, wie empfindsam meine Brüste sind, hat er gewonnen. Küssen bedeutet für mich, verwöhnt zu werden. Der Mann an meiner Seite muss auch küssen können, ohne Sex zu fordern.“

zurück nach obenDie Offensiv-Küsserin
Kein anderer Frauentyp geht so offensiv mit seiner Lust um wie diese Frau. Sie ist häufig sehr erfahren und promisk. Sie masturbiert regelmäßig und hat so ziemlich alles schon mal ausprobiert. Sex hat für sie viel mit Macht zu tun, sie liebt das Spiel aus Geben, Nehmen und Genommenwerden. Treusein fällt ihr schwer. Zum Beispiel Julia Lohr (29), Lehrerin aus Hamburg:

Gleich ran – ohne Küssen
„Für mich gibt es auch Sex ohne Küssen. Das ist okay für mich. Wenn man jemanden nicht gut kennt und nur mit ihm vögeln will, geht es auch ohne Kuss. Umgekehrt gilt das natürlich auch: Küssen ohne Folgen. Aber eigentlich ist die Kombination von beidem am schönsten.
Wie mich ein Mann küssen soll, hängt von ihm selbst ab, von seinem Typ. Es muss sich auf jeden Fall männlich anfühlen, also nicht zu schlabberig oder zu weich. Ich mag es auch nicht, wenn mir ein Mann die Zunge ganz tief in den Mund steckt. Auf jeden Fall dazu gehören für mich zärtliche Bisse: an Zunge, Lippen, Ohren und am Hals.

Die Sache zu Ende bringen
Vom Küssen allein bekomme ich keinen Orgasmus, höchstens einen ausgedachten Kopf-Orgasmus, wenn ich mich gedanklich total reinsteigere. Aber das ist selbstverständlich nicht dasselbe. Wenn ich vom Küssen so richtig heiß bin, brauche ich auch richtigen Sex. Ich unterscheide da zwischen fummeln und vögeln. Wenn ein Mann mich nur leckt – egal, ob ich zum Orgasmus komme oder nicht – heißt das für mich noch nicht, dass ich auch mit ihm geschlafen habe. Dazu muss er in mich eindringen. Vom Lecken bekomme ich meistens einen Orgasmus. Wenn er nicht vorher aufhört, weil er meint, langsam, aber sicher in mich eindringen zu müssen. Das machen leider ziemlich viele Männer. Ich mag es, wenn man sich beim Sex für eine Sache Zeit nimmt und sie auch zu Ende bringt. Männer sollten da lernen, sich festzulegen. Entweder lecken oder vögeln. Und wenn er mich leckt, dann bitte bis zum Schluss. Wie er das machen soll, hängt immer von der Situation ab. Mal mag ich es weich und sanft, mal fest und mit Bartstoppeln. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn er langsam anfängt. Wenn er das Ganze selbst nicht genießt, dann kann er es auch gleich bleiben lassen.
Der Mann an meiner Seite muss beim Küssen Kondition beweisen, vorher aufhören gilt nicht. Er muss sich entspannen können, wenn ich ihn verwöhne.“

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Die Sensitiv-Küsserin
Es gibt sie in allen Altersstufen, denn sie küsst aus Überzeugung, nicht weil es in eine Phase ihres Lebens passt. Sie denkt viel nach über sich und alles, was ihr passiert, und sie ist sehr empfindsam. Manchmal steht sie sich selbst im Weg dabei. Sie ist eine Frau, die mit sich und ihrem Körper nur schwer ins Reine kommt, die sich deshalb mit ihrer Fantasie hilft. Sex ist für sie Kino im Kopf und sehr zerbrechlich. Sie ist eher passiv und nicht besonders experimentierfreudig. Treue ist selbstverständlich und ein Selbstzweck, denn nur ein Mann, der sie wirklich gut kennt, kann sie auch befriedigen. Zum Beispiel Bella Latzen (28), Optikerin aus Dresden:

Und die Fetischisten?
„Ich glaube, ich bin so etwas wie eine Kuss-Fetischistin. Sex ohne zu küssen, das kann ich mir einfach überhaupt nicht vorstellen. Es sei denn, man macht es gerade von hinten. Aber man fängt ja nicht von hinten an, und deshalb brauche ich immer Küssen vor dem Sex. Und dieses Küssen sollte wild sein und leidenschaftlich. Er muss mich voller Hingabe küssen, mit dem ganzen Körper. Am besten finde ich es, wenn man sich dabei herumwälzt. Ich lasse auch total gerne meinen BH dabei an, weil ich es mag, wenn der Mann sich seinen Weg unter das Stoffteil erst suchen muss und die Trägerchen über meinen Schultern hängen.

Der Anfang und das Ende
Das Küssen darf nie monoton sein. Es ist für mich am wichtigsten, wenn es um die Erregung geht. Und es hört für mich auch nicht im Gesicht auf. Besonders schön ist es am Busen. Da bin ich extrem empfindlich. Wenn er da saugt, leckt und ganz, ganz zart beißt, dann werde ich superscharf. Das ist für mich fast ebenso schön wie das Eindringen. Zum Orgasmus komme ich so aber nicht. Weder durch das Küssen noch beim Verkehr. Das geht bei mir halt nicht, und ich will mich auch nicht beschweren. Es ist halt so. Und weil das so ist, will ich auch nicht geleckt werden. Weil ich dann immer denke, das hat ja sowieso keinen Sinn. Ich entspanne dabei einfach nicht, also soll er es lassen.
Der Mann an meiner Seite muss nun einmal damit leben können, dass das Küssen für mich der Anfang und zugleich auch schon wieder das Ende von allem ist.“

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