Allergische Reaktionen: Erste Hilfe bei Lebensmittelunverträglichkeiten

Bei Laktoseintoleranz verträgt man keine Milch
Bei Laktoseintoleranz steht man mit Milch auf Kriegsfuß

Wer an einer Nahrungsmittelallergie oder -intoleranz leidet, der sollte für den Notfall wissen, was zu tun ist

  • Was ist bei allergischen Reaktionen zu tun?
    Wenn Sie wissen, gegen welche Lebensmittel Ihr Körper rebelliert, dann gilt: Finger weg! Allerdings kann es immer man passieren, dass man unbemerkt ein unverträgliches Lebensmittel zu sich nimmt. Bei einigen Untertypen von Allergien müsse man das Allergen nicht mal durch das Essen aufnehmen, so Professor Maximilian Ledochowski, Facharzt für Ernährungsmedizin in Innsbruck. Eine allergische Reaktion könne demnach beispielsweise bei einer aggressiven Erdnussallergie schon ausgelöst werden, wenn jemand im Flugzeug, drei Reihen weiter vorne, ein Erdnusstütchen öffnet. Tritt eine allergische Reaktion allerdings zum ersten Mal auf, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen.

     

    Erste Hilfe: "Ein auf die Allergie abgestimmtes Notfallset sollte deshalb immer in Reichweite sein", so Ledochowski. Je nach Stärke der allergischen Reaktion reichen die Gegenmittel von Antihistaminika über Cortison bis hin zu Adrenalin – für den schwersten Notfall. Diese Notfallsets und eine entsprechende Schulung zu den Mediakmenten bekommt man meist nach der Diagnose durch einen Arzt. Ledochowski: "Man muss in der Lage sein, sich selbst rasch helfen zu können."

  • Wie kann man Magenschmerzen, Durchfall oder auch Kopfschmerzen lindern?
    Lebensmittel- und nährstoffintoleranten Menschen fehlt meist ein bestimmtes Enzym, das den unverträglichen Nährstoff abbauen sollte. Deshalb leiden zum Beispiel laktoseintolerante Menschen oftmals an Bauchkrämpfen, Durchfall oder auch Kopfschmerzen.

     

    Erste-Hilfe: "Hier haben Sie lediglich die Möglichkeit, die Symptome zu therapieren", so der Innsbrucker Spezialist. Spasmolytika, also krampflösende Mittel wie Kopf- oder bauchschmerzmedikamente, können da eine erste Hilfe sein. Aber auch hier gilt: Treten die Symptome häufiger auf, sollten Sie Ihrem Arzt einen Besuch abstatten.

  • Kann man den Hersteller irreführend ausgezeichneter Lebensmitteln rechtlich belangen?
    "Heben Sie die Verpackungen auf, wenn Sie nach dem Verzehr eines Nahrungsmittels an den Symptomen leiden", rät Ledochowski. "Nicht nur für den Arzt liefern die Inhaltsangaben auf den Verpackungen Hinweise auf die möglichen Auslöser, sondern der geschädigte Verbraucher kann beim Hersteller eine Beweislastumkehr veranlassen. Kann man nachweisen, dass man auf Grund dieses Produkts unter den Unverträglichkeitserscheinungen zu leiden hatte, dann muss der Hersteller beweisen, dass das Produkt nicht dafür verantwortlich ist."

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