Ernährungslexikon: Ettikettenschwindel aufdecken

Es ist nicht immer das, wonach es aussieht
Es ist nicht immer das, wonach es aussieht

Täglicher Etikettenschwindel im Supermarkt: Lebensmittel, bei denen hui draufsteht, sind oft eher pfui

Mittlerweile weiß jeder, dass Kalbsleberwurst auch Schwein, Geflügelwurst auch Rind enthält. BSE sei Dank. Aber der Etikettenschwindel betrifft auch noch ganz andere Lebensmittel:

Falscher Fisch
Die Bezeichnung „Deutscher Kaviar“ sollte Sie stutzig machen, denn seit wann kreuzen Beluga und Co. unsere heimischen Meere? „Deutscher Kaviar“ stammt von deutschen Fischen (genauer: Seehasen) und ist demzufolge gar kein echter Kaviar. Sondern nur ein gefärbter und mit Kochsalz versetzter Ersatz.

Heile Hühner
Ein Bild ländlicher Idylle ziert den Karton. Sie glauben, dass diese Eier von frei laufenden Hühnern kommen? Falsch. Abbildungen auf Verpackungen sagen nichts über die Haltungs- und Produktionsbedingungen aus. Irreführende Bilder sind zwar verboten, werden aber kaum geahndet.

Angepasster Abfall
In Feinkostsalaten finden Sie oft „Surimi“, was nichts anderes als Formfisch heißt. Fischabfälle, ausgepresst, zerkleinert, gesiebt und fein gemahlen, vermengt mit Zucker, Salz, Geschmacksstoffen und Krebsschalen zur Färbung ergeben ein prima Hummerschwanz-, Krabbenfleisch- oder Garnelenschwanzimitat. Je nach den Geschmacksstoffen ist es fast nicht vom Original zu unterscheiden.

Feuchtes Fett
„Kalorienreduzierte Streichfette“ enthalten wirklich nur 40 bis 42 Prozent Fett. Und die andere Hälfte? Wasser. Das ist zwar nicht schädlich. Aber die Hersteller lassen sich ihre verwässerte Margarine oder Butter teuer bezahlen. Schmieren Sie sich in Zukunft doch einfach nur halb so viel (echte) Butter oder Margarine auf Ihr Brot. Auf diese Weise können Sie nämlich gleich doppelt sparen: Kalorien und Geld!

Sinnlose Siegel
Gütesiegel dienen lediglich der Verkaufsförderung und weniger der Information. Die Mindestanforderungen werden häufig vom Hersteller festgelegt und sind dadurch nur bedingt aussagekräftig. „Kontrollierte Qualität“ bedeutet lediglich, dass sich die Firma selbst kontrolliert.

Auffällige Äpfel
Für mich nur das Beste: Handelsklasse 1. Ob das auch schmeckt, ist allerdings unsicher. Denn Handelsklassen beziehen sich in erster Linie auf Aussehen und Größe. Da ist es kein Wunder, dass so manch ein makelloser Red Delicious wie Mehl schmeckt.

Sponsored SectionAnzeige