Hilfe vom Sexualtherapeuten: Experteninterview: So bleibt die Liebe frisch

Vertrauen und Geborgenheit bilden die Basis jeder Partnerschaft und bleiben auch dann bestehen, wenn es im Bett gerade eher mau läuft

Wenn in der Beziehung Leidenschaft und Gesprächsstoff schwinden, wird es Zeit zu handeln. Sexualtherapeut Dr. Weber erklärt wie

Herr Doktor Weber, was können Paare tun, wenn das Sexualleben nach einer langen Beziehung immer nach dem gleichen Muster abläuft?
Zunächst einmal müssen Sie den Sex, den Sie haben, mehr wertschätzen. Immerhin ist der Fakt, dass er nach einer langen Beziehung überhaupt noch regelmäßig stattfindet, keine Selbstverständlichkeit. Kleiner Tipp: haben Sie doch einfach absichtlich mal schlechten Sex – dann würden Sie sehen, dass Ihr Sexleben gar nicht so schlecht ist.

Trotzdem haben viele Paare das Gefühl, das mit dem Schwinden der Leidenschaft auch ein Stück Liebe verloren geht.
Das Nachlassen der Lust ist kein Indikator für das Nachlassen der Liebe. Liebe basiert auf Vertrauen, Leidenschaft und Fremdheit – man kann also was dafür tun, dass die Liebe frisch bleibt. Zum Beispiel nicht alles voneinander wissen. Schreiben Sie beispielsweise einen erotischen Wunschzettel und lassen Sie den Partner raten, was drin steht. Sie sollten sich einfach mehr Zeit für die Partnerschaft nehmen, miteinander reden, sich noch einmal neu kennen lernen.

Wie kann man der unangenehmen Situation aus dem Weg gehen, dass irgendwann einfach kein gemeinsamer Gesprächsstoff mehr besteht?
Machen Sie eine Bestandsaufnahme: was tun wir noch gemeinsam, haben wir noch gemeinsame Ziele? Wenn Sie mit Ihrem Partner nichts mehr verbindet, gibt es auch keinen Austausch mehr. Sie können selbst etwas für die Verbesserung der Gesprächskultur tun, indem Sie Ihrer Partnerin mehr zuhören, sich wieder mehr sehen und die gemeinsame Zeit würdigen.

Und was kann man dagegen tun, wenn die gemeinsame Zeit fast ausschließlich auf dem Sofa verbracht wird?
Das ist ja zwangsläufig nichts Schlechtes für die Partnerschaft. Die Alternative wäre schließlich, jeden Abend um die Häuser zu ziehen. Es ist aber wahrscheinlich auf Dauer ungesund und einseitig, weil es nur die Bedürfnisse nach Vertrautheit und Geborgenheit abdeckt, da die Bedürfnisse nach Aufregung dabei dann leider zu kurz kommen.

Zu Teil 2 des Interviews

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