Leistungssportler: Extremsport, aber keine Sucht

Läufer in der Stadt
Auch wer viel trainiert, muss nicht süchtig sein

Marcel Heinig ist Leistungssportler. Er läuft Marathon und mehrfache Ironmans. Trotzdem ist er nicht süchtig

Einer, der an vielen Marathons teilgenommen hat, ist Marcel Heinig. Viele würden ihm unterstellen, süchtig zu sein. Aber jemand wie Marcel, der das Zehnfache der Ironman-Distanzen bewältigt, pro Woche im Schnitt einen Marathon läuft und vor der Saison täglich zwei bis drei Stunden trainiert, hat eine ausgeprägte Sportbindung.

Auch wenn die Geschichte des 26-Jährigen zunächst auf eine Sucht deutet: Bis er 19 war, hat Marcel überhaupt nicht Sport getrieben. "Jeder, der Sport machte, war für mich unnormal. Mein Fernseher war der Mittelpunkt der Welt." 120 Kilo schleppte er während der Schulzeit mit sich herum. Besonders hart: der Sportunterricht. "Schüler, die das Fußballteam wählten, sagten, dass sie lieber mit einem Mann weniger spielen würden als mit dem Heinig. Das prägt natürlich."

Sportlich dank Bundeswehr
Sein Glücksfall: die Bundeswehr. Erst hat er Glück, mit seinem Gewicht dort angenommen zu werden. Beim Bund macht er Sport und lernt, sich richtig zu ernähren. Das Ergebnis: Marcel ist kräftig gebaut und durchtrainiert. Ein extremer Athlet, der im Juli 2008 in einer Zeit von 37:44 Stunden als Dritter das Ziel beim Internationalen Triple-Ultra-Triathlon im holsteinischen Lensahn erreicht hat: 11,4 Kilometer schwimmen, 540 Kilometer Rad fahren, 126,6 Kilometer laufen — ohne Pause, ohne Schlaf.

Also doch ein Fitness-Junkie auf der Suche nach dem Kick? Oder möchte er sein Selbstvertrauen, das durch sein Kindheitstrauma Sportunterricht ("Du fettes Schwein") zerstört wurde, durch Erfolge wiedergewinnen, wie es bei Süchtigen der Fall sein kann?

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