Diese 10 Fehler machen Sie bestimmt auch beim Autofahren

Die größten Sünden beim Autofahren
Fahrfehler: Wer die Hand während dem Fahren auf dem Schalthebel ablegt, fährt nicht nur unsicherer, sondern macht dadurch auch das Getriebe kaputt

Jeder hat so seine Gewohnheiten beim Fahren. Aber wussten Sie, dass viele davon Ihrem Auto und der Geldbörse schaden? Wir erklären, welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten

"Nimm den Fuß von der Kupplung!", "Dreh das Lenkrad nicht im Stand!", "Beide Hände an den Lenker!": Richtig, das waren die Worte Ihres Fahrlehrers. Doch kaum einer hält die gut gemeinten Ratschläge nach der Fahrprüfung in Ehren. Zeit zum Nachsitzen: Hier sind 10 schlechte Gewohnheiten beim Autofahren, die jeder hat, aber zu vermeiden sind.

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Fehler 1: Die Hand auf den Schalthebel ablegen

Viele haben sich diese Macke wohl aus Lässigkeit oder purer Faulheit angewöhnt. Gerade beim Anfahren wird der ständige Griff-Wechsel zwischen Lenkrad und Schaltknüppel mit müdem Grummeln gerne eingespart und die rechte Hand am Schaltknüppel gelassen, bis sie sich dort irgendwann auch auf der Autobahn im höchsten Gang bei Tempo 200 ungeniert ausruht. Doch das ist gleich in zweierlei Hinsicht ziemlich dämlich: Zum einen ist das einhändige Fahren nicht sicher. Ihre Hände gehören, bis auf den Gangwechsel, immer in die Lenkrad-Stellung viertel vor Drei. Ihre Daumen sollten dabei fest auf der Speiche liegen.

Darüber hinaus machen Sie sich mit dieser schlechten Angewohnheit insbesondere bei einem klassischen Schaltgestänge auch noch das Getriebe kaputt. Durch das Gewicht der abgelegten Hand drückt die Schaltgabel kontinuierlich auf die Schaltmuffe, was auf Dauer zu stärkerem Verschleiß führt – und infolgedessen auch dazu, dass Gänge manchmal plötzlich herausspringen.

Fehler 2: Lenkrad drehen im Stillstand

Auch wenn es beim Einparken in enge Lücken nicht immer zu vermeiden ist: Das Lenken im Stehen gewöhnen Sie sich am besten ab, denn Lenkung, Reifen und Vorderachse werden dadurch unnötig härter gefordert. Wichtig: Auf keinen Fall beim Lenken im Stand auch die Bremse treten! Achten Sie darauf, wenigstens leicht in eine Richtung zu rollen, um die Mechanik zu entlasten. Bei Autos ohne Servolenkung fällt dadurch auch das Lenken deutlich leichter.

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Fehler 3: Unnötiges Zeug im Kofferraum

Man möchte meinen: Je größer der Kofferraum, desto mehr wird er zum Lagerraum für allmöglichen Kram, der dann monatelang durch die Gegend kutschiert wird. Dabei gibt es gute Gründe, sich möglichst sofort von unnötigem Kram im Kofferraum zu trennen. Der überzeugendste dürfte sein, dass  ein schwereres Auto auch mehr Sprit verbraucht. Faustregel: 100 Kilogramm Mehrgewicht erhöhen den Spritverbrauch um bis zu 0,5 Liter pro 100 Kilometer. Davon abgesehen werden Sie es zu schätzen wissen, wenn Sie den Kofferraum einmal wirklich komplett brauchen und er Sie beim Öffnen der Heckklappe völlig entleert anstrahlt.

Den Motor niemals im Stand warmlaufen lassen
Lassen Sie den Motor nicht im Stand warmlaufen!

Fehler 4: Motor im Stand laufen lassen

Im Winter heizen viele mit einem laufenden Motor schon mal das Auto auf, während Eis gekratzt wird. Das wärmt auch noch schön die Scheiben auf. Allerdings ist dieses Verhalten laut StVO verboten. Ein kalter Motor braucht im Stand viel länger, bis alles auf Betriebstemperatur kommt und stößt bis zu dreimal mehr schädliche Abgase aus. Auch der Benzinverbrauch ist stark erhöht. Zudem ist der Motor viel länger der Kaltstart-Belastung ausgesetzt, in der das Öl nicht so schnell an die Stellen gelangt, an denen es gebraucht wird. Wichtige Bauteile verschleißen somit schneller.

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Fehler 5: Kupplung an der Ampel permanent durchtreten

Wird vor allem gerne auf der Poleposition gemacht, um beim Wechsel auf Grün sofort anfahren zu können. Allerdings wird dadurch das Ausrücklager der Kupplung stark beansprucht. Die gesamte Kraft lastet auf der Kupplungsfeder, die dafür nicht ausgelegt ist – zumindest nicht so lange. Folge: Der Verschleiß des Bauteils erhöht sich deutlich. Und ist das Ausrücklager verschlissen, was sich zuerst durch ungewöhnliche Geräusche bei durchgetretener Kupplung bemerkbar macht, muss nicht selten die komplette Kupplung ausgetauscht werden, was ganz schön ins Geld gehen kann.

Fehler 6: Bergab dauerbremsen

Wer bergab ständig mit dem Fuß auf der Bremse steht, und sei es nur leicht, kann sie schnell überhitzen. Auf langen Bergab-Strecken kann die Bremsscheibe schnell extreme Hitze erreichen und dabei den Wasseranteil verdampfen, der sich in der Bremsflüssigkeit befindet. Im schlimmsten Fall versagt die Bremse komplett. Auch erhöht sich durch die ungewöhnlich intensive Belastung deren Verschleiß. Besser: Kombinieren Sie die Bremswirkung Ihres Motors (Faustregel: bergab den gleichen Gang wie bergauf) mit kurzen, ruhig bei Bedarf auch etwas festeren Tritten auf das Bremspedal.

Ein Spurwechsel im Stau ist eher hinderlich
Fahrfehler: Ein Spurwechsel im Stau ist kontraproduktiv. Sie kommen nicht schneller voran und verlängern den Stau für alle hinter Ihnen

Fehler 7: Spurwechsel im dichten Verkehr

Wer glaubt, damit schneller ans Ziel zu kommen, irrt sich. Denn Studien zeigen: In der Regel hat man auch nach einer halben Stunde Stau mit zähfließendem Verkehr die gleichen Fahrzeuge um sich. Experten sprechen auch von einem psychologischen Effekt, dass Autofahrer im dichten Verkehr den Eindruck bekommen, von doppelt so vielen Autos überholt zu werden, wie sie selbst überholen. Tatsächlich hat das Spur-Hopping genau den gegenteiligen Effekt, denn es verlängert den Stau für alle, die hinter dem Spurwechsler sind.

Fehler 8: Aus dem Vorwärtsfahren in den Rückwärtsgang schalten

Gerne von krächzenden Geräuschen begleitet, sollte schnell klar sein, dass das nicht gut für Ihr Auto ist – egal ob manuelles oder automatisches Schaltgetriebe. Beim Treten der Kupplung wird der Motor vom Getriebe getrennt, allerdings erfolgt keine Trennung vom Differenzial oder den Antriebswellen. Bei Heck- oder Allradantrieb bleibt die Verbindung zur Kardanwelle ebenfalls bestehen. Wer jetzt den Rückwärtsgang einlegt, zwingt das Getriebe schlagartig in die entgegengesetzte Richtung. Klar, dass das den Bauteilen ordentlich zusetzt. Achten Sie beim Ein- und Ausparken deshalb darauf, dass das Auto auch wirklich zum Stillstand gekommen ist.

Fehler 9: Falsch auf den Bordstein fahren

Setzen Sie keinesfalls zu flach an, sonst könnte der Unterbau des Reifens beschädigt werden – und das lässt sich nur schwer bemerken. Im schlimmsten Fall platzt der Reifen irgendwann. Besser: Den Kantstein möglichst langsam und frontal hochfahren.

Fehler 10: Mit falschem Reifendruck fahren

Bei zu wenig Luft steigen nicht nur die Spritkosten. Der Reifen kann durch die geringere Stabilität auch platzen. Deshalb regelmäßig und gerade vor längeren Fahrten den Reifendruck überprüfen – und lieber 0,2 bar mehr als zu wenig.

Wenn Sie diese 10 Sünden beim Autofahren vermeiden, fahren Sie künftig nicht nur sicherer, sondern sparen auf lange Sicht auch noch viel Geld. Denn die meisten Fehler gehen auf Kosten von besonders anfälligen Verschleißteilen, deren Austausch mitunter ziemlich teuer werden kann.

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