Der Killer aus der Wampe: Fett produziert böse Proteine

Aus dem Fettgewebe kommen die Stoffe, die zu Herz- Kreislaufkrankheiten führen

In den Rettungsringen, also im Fettgewebe selbst liegt die Ursache für das erhöhte Risko, an Herz und Kreislauf zu erkranken

Wampen und Entzündungsherde sind möglicherweise unmittelbar miteinander verbunden. In einer Studie haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden, dass Fettgewebe Proteine produziert, die die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen.

Die Wissenschaftler entnahmen für ihre Untersuchung Fettgewebe von 20 übergewichtigen Frauen zwischen 50 und 70. Bei dreiviertel fanden sie erhöhte Konzentrationen von den „schlechten“ Proteinen Interleukin 6 und TNF-alpha. An acht der dicken Probanden war zusätzlich das so genannte metabolische Syndrom diagnostiziert worden, eine Kombination aus den Risikofaktoren Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Blutfett- und Blutzuckerwerten. Bei ihnen lag der Wert an Adiponectin, entzündungshemmendem Protein gegenüber Probanden ohne metabolisches Syndrom um ein Drittel niedriger.

Fett als selbstständiges Organ

„Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die mangelhafte Produktion von „gutem“ Protein im Bauchfettgewebe direkt mit einem erhöhten Risiko für Herz und Kreislauf verbunden sind“, deutet Hauptautor Tongjian You die Studie. Durch geeignete Medikamente könne dieses Risiko vielleicht verringert werden.

Die Untersuchungen basieren auf einer neuen Theorie in der Wissenschaft, wonach Fettgewebe quasi als „Organ“ betrachtet wird, das Eiweiße und Hormone ausschüttet und damit wie herkömmliche Organe den Stoffwechsel mitsteuert.

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