Für eine Handvoll Zoten: Unser Filmtipp "A Million Ways to Die in the West"

In seiner Wild-West-Parodie nimmt Komiker Seth MacFarlane alle erdenklichen Western-Klischees aufs Korn. Wir verraten, warum „A Million Ways to Die in the West“ zum Schießen ist 

Wenn dümmliche Western-Romantik auf abgeklärten Intellekt von heute trifft, gibt’s viel zu lachen. Die Western-Parodie A Million Ways to Die in the West von Komiker Seth MacFarlane tut genau das: Ein halbwegs intelligenter und nicht auf den Mund gefallener Durchschnittsamerikaner, dem sein eigenes Leben wichtiger ist als Ruhm und Schießereien zur Mittagsstunde, stellt alle nur erdenklichen Klischees und Stereotypen des Wilden Westens auf den Prüfstand. Dazu noch eine Handvoll derber und tiefschwarzer Humor. Und fertig ist eine grandiose Komödie, die trotz einer eher durchschnittlichen Story jede Menge genialer Gags aus dem Cowboy-Hut zaubert. Einfach zum Schießen.

Anna (Charlize Theron) will aus Schafzüchter Albert (Seth MacFarlane) einen richtigen Cowboy machen
Anna (Charlize Theron, rechts) will aus Schafzüchter Albert (Seth MacFarlane, Mitte) einen richtigen Cowboy machen

Darum geht’s in A Million Ways to Die in the West: Schafzüchter Albert (Seth MacFarlane) ist im Wilden Westen von 1882 gar nicht gut aufgehoben. Er mag weder Colts noch Schlägereien und sucht bei Ärger meist schnell das Weite. Als sich seine Freundin Louise (Amanda Seyfried) auch noch dem schnöseligen Schnurrbartträger Foy (Neil Patrick Harris) an den Hals wirft, will Albert schon zurück an die Küste ziehen. Doch dann besucht die knallharte Anna (Charlize Theron) das Wild-West-Kaff Old Stump und hilft Albert, endlich ein richtiger Cowboy zu werden. Das Problem: Anna ist die Frau des schießwütigen und gefürchteten Revolverhelden Clinch (Liam Neeson). Und der mag es gar nicht, wenn andere seine Braut anfassen.

Der schießwütige und gefürchtete Revolverheld Clinch (Liam Neeson) sucht sich ein neues Opfer
Der schießwütige und gefürchtete Revolverheld Clinch (Liam Neeson) hat es auf Albert abgesehen

Pointen im Dauerfeuer
Zugegeben, die Lovestory in A Million Ways to Die in the West ist kitschig und vorhersehbar. Allerdings ist Handlung hier nur Mittel zum Zweck. Die Gags und Slapstick-Einlagen von Regisseur und Schreiber MacFarlane sind teilweise so gut und unerwartet, dass er einen damit komplett aus dem Kinosessel haut – vor Lachen. MacFarlane kompensiert Plotlöcher mit einer beachtlich temporeichen Gaglawine, verschießt sein Pulver im Dauerfeuer. Nach dem Motto: Viel hilft viel. Da macht es gar nichts, wenn einige Pointen ihr Ziel verfehlen. Besonders gut gelungener Running Gag: die vielen tödlichen Unfälle, die fast beiläufig im Hintergrund ablaufen. Der Wilde Westen war eben kein Ponyhof. Ein Großteil der zotigen Späße zielt dabei allerdings unter die Gürtellinie und in Richtung Fäkalhumor. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Für alle anderen gilt: In A Million Ways to Die in the West erwarten Sie einige der besten Gags des Jahres. 

Fazit:A Million Ways to Die in the West ist ein echter Volltreffer fürs Zwerchfell. Daneben wirkt Bully Herbigs "Der Schuh des Manitu" wie ein ausgelatschter Mokassin. (Cowboy-)Hut ab dafür!

A Million Ways to Die in the West (USA 2014)
Regie: Seth MacFarlane
Buch: Seth MacFarlane, Alec Sulkin, Wellesley Wild
Darsteller: Seth MacFarlane, Charlize Theron, Liam Neeson, Neil Patrick Harris, Amanda Seyfried
Länge: 116 Minuten
Start: 29. Mai 2014

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