Griesgram mit großem Herz: Filmtipp „Ein Mann namens Ove“

In der schwarzen Komödie „Ein Mann namens Ove“ will sich ein grantelnder Rentner das Leben nehmen
Trailer zur Komödie "Ein Mann namens Ove"

In der schwarzen Komödie „Ein Mann namens Ove“ will sich ein grantelnder Rentner das Leben nehmen. Wir verraten, was es da zu lachen gibt

Jede Siedlung, jeder Wohnblock hat ihn vermutlich: Den griesgrämigen Blockwart, der Falschparker aufschreibt, die korrekte Mülltrennung überprüft, Besitzer wildpinkelnder Hunde anranzt und auch sonst nicht viel von seinen Mitmenschen hält. Ein solcher Pedant, der seinen Nachbarn gehörig auf die Nerven geht,  ist Star und Held in der schwedischen Komödie Ein Mann namens Ove. DieserOve ist allerdings nicht nur ordnungsliebend, sondern auch noch lebensmüde, will sich sogar das Leben nehmen. Und das soll lustig sein? Zum Teil ja! Dank Darsteller Rolf Lassgård, der den überkorrekten, aber liebenswerten Menschenhasser nicht nur komisch, sondern auch sehr menschlich erscheinen lässt.

Als die junge Iranerin Nasanin (Zozan Akgün) neben ihm einzieht hat Ove (Rolf Lassgård) wieder eine Aufgabe
Als die junge Iranerin Nasanin (Zozan Akgün) neben ihm einzieht hat Ove (Rolf Lassgård) wieder eine Aufgabe

Darum geht’s in Ein Mann namens Ove

Als der 59-jährige Witwer Ove seinen Job verliert, hat er endgültig die Nase voll. Schlimm genug, dass sich niemand in seiner Siedlung an die Hausregeln hält. Ordnung muss schließlich sein. Aber nach 40 Jahren im Dienste der Eisenbahn einfach so rausgeschmissen werden, gibt dem mürrischen Ove den Rest. Sein Entschluss: Selbstmord. Doch als er sich gerade die Schlinge um den Hals legt, ziehen neue Nachbarn ein: eine junge Iranerin mit ihrer Familie. Da sie mit ihrem Auto auch noch die Einfahrt blockieren, hat Blockwart Ove erst mal wieder eine Aufgabe.

Nach dem Tod seiner Frau ist Ove (Rolf Lassgård) immer griesgrämiger geworden
Nach dem Tod seiner Frau ist Ove (Rolf Lassgård) immer griesgrämiger geworden

Gradwanderung zwischen schwarzem Humor und rührendem Kitsch

Ein Mann namens Ove (basiert übrigens auf dem gleichnamigen Bestseller von Fredrik Backman) versucht zu klären, wie aus einem schrägen, aber netten jungen Einfallspinsel ein verbitterter alter Pedant wurde. In etwas pathetischen Rückblenden in Oves Leben sehen wir, was da schief gelaufen ist, welche Schicksalsschläge der arme Kerl durchmachen musste. Tatsächlich ist der Film eine schmale Gradwanderung zwischen schwarzem Humor und rührendem Kitsch. Denn natürlich entdeckt der mürrische, lebensmüde Alte mithilfe seiner Mitmenschen sein großes Herz. Hinter jedem kauzigen Ekelpaket steckt also ein missverstandener Mensch. Schön, wenn’s so wäre.

Fazit

Ein Mann namens Ove  ist eine interessante Mischung aus bitterböser Komödie und Drama. Mit schrägen Nachbarn, einem liebenswerten Miesepeter, viel Kitsch und schwarzen Humor. Harmlos, aber unterhaltsam.

Ein Mann namens Ove (Schweden 2015)

Regie:

Hannes Holm

Drehbuch:

Hannes Holm, Fredrik Backman (Romanvorlage)

Darsteller:

Rolf Lassgård, Zozan Akgün, Tobias Almborg

Länge: 

116 Minuten

Start: 

7. April 2016

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