Gib den Sauriern Saures!: Unser Filmtipp "Godzilla"

Im neuen Godzilla-Remake dürfen die berühmte Riesenechse und weitere Urzeitviecher einige US-Großstädte in Schutt und Asche legen. Das ist nicht neu, macht aber monstermäßig Spaß

Godzilla, das wohl bekannteste Riesenmonster der Filmgeschichte, verwüstet bereits seit 60 Jahren – wenn auch meist unfreiwillig – Städte und Landstriche. In Japan wurde das Urzeitviech 2004 filmisch in Rente geschickt, die letzte große Hollywood-Produktion liegt 16 Jahre zurück. Höchste Zeit für ein Comeback. Regisseur Gareth Edwards befördert in Godzilla die Monsterechse erneut aus den Tiefen des Pazifiks – in 3D und mit beeindruckenden Special Effects. Diesmal jagt sie ein urzeitliches Flugmonster, das von Japan aus Kurs auf die Westküste der USA nimmt. Das Ergebnis ist ein lauter, spannender, actionreicher Monsterspaß, der in Sachen Optik und Tempo Maßstäbe setzt. Nachteil: Wegen der dürftigen Story und den völlig blassen Schauspielern überzeugt Godzilla nur in den grandiosen Abriss-Orgien der randalierenden Riesenmonster.

Joe Brody (Bryan Cranston) und sein Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) untersuchen in Japan einen vermeintlichen Atomunfall
Joe Brody (Bryan Cranston) und sein Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) untersuchen in Japan einen vermeintlichen Atomunfall

Darum geht’s in Godzilla: 1999 kommt es in einem japanischen Atomkraftwerk zur Katastrophe. Offizieller Auslöser: ein Erdbeben. Ein ehemaliger Mitarbeiter, US-Ingenieur Joe Brody (Bryan Cranston), versucht auch 15 Jahre später noch, die wahren Ursachen des Unglücks zu ergründen. Als sein Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) nach Japan reist, um dem starrsinnigen Vater mal wieder aus der Patsche zu helfen, kommt es erneut zu einem Zwischenfall. Die beiden werden Zeugen, wie ein auf dem ehemaligen Kraftwerkgelände gefangen gehaltenes Flugmonster ausbricht und Kurs auf die USA nimmt. Während das Militär der Bestie sein ganzes Waffenarsenal entgegenstellt, taucht aus dem Meer ein weiteres Monster auf, die Riesenechse Godzilla.

Godzilla & Co. hinterlassen eine Spur der Verwüstung
Auf ihrem Weg demolieren die Urzeitwesen die eine oder andere Metropole

Monsterschlacht im Pazifik
Godzilla
ist als klassischer Katastrophenfilm inszeniert. Während sich die Urzeitviecher die Köpfe einhauen, suchen die Menschen das Weite. Folge: Alle Schauspieler verkommen zu Statisten, können nur hilflos durchschauen, wenn Godzilla & Co. mit viel Gebrüll durch ihre Städte walzen. Schlimmer noch: Sobald die Bestien die Bühne betreten, stellen Hauptdarsteller Johnson und seine Kollegen die Arbeit ein. Folge: Der Star des Films ist Godzilla selbst, wenn er den fiesen Flugsauriern Saures gibt. Die größte Stärke der Monsterschlacht im Pazifik sind weder Story noch Darsteller, sondern die bis ins kleinste Detail perfekt inszenierte Abriss-Action – die zudem wohl dosiert eingesetzt wird. So demolieren die Urzeitwesen zwar auf ihrem Weg die eine oder andere Metropole, man sieht aber häufig nicht den Akt, sondern nur das Ausmaß der Zerstörung. Die großen Showeffekte spart sich Edwards für den Endkampf auf. Und der ist in jedem Fall ungeheuer spannend.

Fazit: Godzilla ist ein Hightech-Monsterfilm, der vor allem mit perfekt durchgestylter Optik beeindruckt. Das ist zwar nicht innovativ, macht aber als Action-Spektakel monstermäßig Spaß.

Godzilla (USA / Japan 2014)
Regie: Gareth Edwards
Drehbuch: Max Borenstein, Dave Callaham
Darsteller: Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, Bryan Cranston, Ken Watanabe
Länge: 123 Minuten
Start: 15. Mai 2014

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