Superhelden ohne Superkräfte: Filmtipp "Kick Ass 1"

Spiderman kann einpacken: Die neuen Superhelden heißen Hit Girl und Kick-Ass. Wir sagen, warum diese auch ohne Superkräfte ihre Mainstream-Kollegen alt aussehen lassen. Hier unser Filmtipp zu "Kick Ass 1"

Die coolste Superheldin aller Zeiten ist elf Jahre alt und könnte dank ihrer Kampffähigkeiten selbst Batman den Hintern versohlen. Hit Girl, so der Künstlername der kleinen Mindy (Chloe Moretz), ist neben High-School-Loser und Möchtegern-Superheld Dave (alias Kick-Ass) der Star in Hollywoods neuster Comic-Verfilmung. Das absurd witzige Superheldenabenteuer zeigt, was passiert, wenn ein ganz normaler Teenager Superheld werden will. Superkräfte? Fehlanzeige. Dafür setzt "Kick-Ass" auf jede Menge schwarzen Humor und ultra-brutale Action. Das ist zwar nichts für Zartbesaitete. Dennoch ist "Kick-Ass" einer der lustigsten Filme des Jahres.

Vom MySpace- zum Superhelden
"Kick-Ass" basiert auf dem Marvel Comic von Mark Millar ("Wanted") und John Romita Jr. aus dem Jahre 2008. Die Story: Dave Lizewski (Aaron Johnson), ein durchschnittlicher Teenager, will Superheld werden. Dafür schlüpft er in ein grünes Ganzkörperkostüm, schnappt sich zwei Knüppel und zieht als "Kick-Ass" in den Kampf gegen das Verbrechen. Das Problem: Dave besitzt keine übermenschlichen Kräfte oder Fähigkeiten, er hat nicht mal teure Gadgets wie Batman. Daher landet er nach seiner ersten Verbrecherjagd erst mal im Krankenhaus. Doch Dave gibt nicht auf. Als seine erste Straßenprügelei bei Youtube erscheint, wird er plötzlich zum MySpace-Helden. Nach einer weiteren Kamikaze-Aktion lernt er zwei weitere "Rächer" kennen: die elfjährige Hit Girl, die ein rasiermesserscharfes Doppelschwert schwingt, sowie ihren Vater und Batman-Clon "Big Daddy" (Nicolas Cage). Doch bald bekommen es die Nachwuchs-Superhelden mit dem Mafiaboss Frank D'Amico (Mark Strong) zu tun.

Hit Girl stiehlt allen die Show
Regisseur Matthew Vaughn hat sich bei der Verfilmung des Marvel-Comics nicht auf Kompromisse eingelassen. Daher ist aus "Kick-Ass" kein glattgebügeltes Mainstream-Kino fürs Massenpublikum geworden, sondern ein beinharter und bissiger Comic-Thriller, der seinesgleichen sucht. Ganz nebenbei nimmt "Kick-Ass" so ziemlich alles aufs Korn, was im Superhelden-Universum Rang und Namen hat.

Spiderman kann einpacken: Die neuen Superhelden heißen Hit Girl und Kick-Ass
Die elfjährige Kampfmaschine Hit Girl (rechts) stiehlt allen die Show

Ob Superman, Batman oder Spiderman – jeder wird durch den Kakao gezogen. Und vor allem: Gegen Hit Girl sehen sie alle alt aus. Die elfjährige Nachwuchs-Killerin, die mit Butterflymessern jongliert und im "Kill Bill"-Stil ihre Gegner zerlegt, stiehlt allen die Show – trotz aller moralischen Bedenken. Zum Glück ist Vaughns Film sowohl Parodie als auch Hommage ans Superhelden-Kino, aber eben niemals billiger Action-Klamauk. Daher bleibt "Kick-Ass" trotz seiner Brutalität immer sympathisch, da er sich eben nicht über die Teenies lustig macht. Weitere Pluspunkte: großartige Musik und brillant choreographierte Kampfszenen. Insgesamt ist "Kick-Ass" eine hervorragende Comicadaption, die hoffentlich Schule macht. Beim nächsten Spiderman-Film bitte weniger Mary Jane und mehr Hit Girl.

Kick-Ass (USA, Großbritannien 2010)
Regie: Matthew Vaughn
Drehbuch: Jane Goldman, Matthew Vaughn, Mark Millar & John Romita Jr. (Comic-Vorlage)
Darsteller: Aaron Johnson, Chloe Moretz, Nicolas Cage, Mark Strong
Länge: 117 Minuten
Start: 22. April

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