Wir regeln das hinterm Lenkrad: Unser Filmtipp "Need for Speed"

In der Videospiel-Verfilmung „Need for Speed“ tragen 2 verfeindete Fahrer ihren Streit bei illegalen Straßenrennen aus. Ergebnis: Spektakuläre Auto-Action, die viel Testosteron im Tank hat

Herausragende Videospiel-Verfilmungen gibt es praktisch nicht. Egal ob Resident Evil, Silent Hill, Prince of Persia, Tomb Raider, Doom oder Max Payne: Die Kino-Adaptionen dieser Game-Hits gehen bestenfalls als mittelmäßige Action-Unterhaltung durch. Jetzt schickt Spielehersteller EA die Filmversion seiner erfolgreichen Videospielreihe Need for Speed ins Rennen. Darin will ein frisch aus dem Knast entlassener Hobbyraser ("Breaking Bad"-Star Aaron Paul) bei einem legendären Undergroundrennen gegen seinen skrupellosen Erzrivalen antreten. Ergebnis: Bei den Action- und Autorennszenen gibt Need for Speed ordentlich Gas. Stunts und unkonventionelle Kameraperspektiven sind erstklassig. Bei Story, Dialogen und Charakteren ist allerdings schnell der Lack ab.

Tobey Marshall (Aaron Paul) ist Automechaniker und Hobbyrennfahrer
Tobey Marshall (Aaron Paul) ist Automechaniker und Hobbyrennfahrer

Darum geht’s in Need for Speed: Tobey Marshall (Aaron Paul) ist Automechaniker und Hobbyrennfahrer. Bei einem spontanen Straßenrennen gegen seinen Erzrivalen Dino Brewster (Dominic Cooper) kommt Tobeys Kumpel ums Leben. Während Brewster das Weite sucht und alles abstreitet, landet Tobey im Gefängnis. Nach seiner Entlassung sinnt Tobey auf Rache. Das Ziel: Fiesling Dino bei einem sagenumwobenen Autorennen in Kalifornien schlagen. Allerdings muss Tobey, um an eine Einladung zu kommen, erst einmal die Aufmerksamkeit des Veranstalters auf sich ziehen. Also rast er zusammen mit der Britin Julia (Imogen Poots), der Mitarbeiterin seines Sponsors, quer durch die USA.

Dino Brewster (Dominic Cooper, rechts) fordert Tobey (Aaron Paul) und seine Crew heraus
Need for Speed: Autostunts und Auswahl der Sportwagen sind hervorragend, Darsteller und Story leider nicht

Testosteron statt Tiefgang
Need for Speed
setzt im Gegensatz zur beliebten Fast & Furious-Filmreihe fast komplett auf spektakuläre Autorennen und Verfolgungsjagden – weniger auf Humor und Handlung. Die Autostunts und die Auswahl der Sportwagen sind daher hervorragend, Darsteller und Story leider nicht. Einzig Aaron Paul kann trotz seiner ziemlich eindimensionalen Rolle überzeugen. Das Erstaunliche: Da es in den beliebten Autorenn-Spielen so gut wie keine Handlung gibt, hätten die Drehbuchautoren alle Möglichkeiten für eine spannende Geschichte gehabt. Leider setzen sie stattdessen auf eine vorhersehbare Rachestory voller dümmlicher Klischees, die man so schon hundertmal gesehen hat. Schade. So jagt der Film von einem Straßenrennen zum nächsten. Motto der Asphalt-Cowboys: Wir regeln das hinterm Lenkrad! Die Rennen zumindest sind sehr realitätsnah und actionreich inszeniert.

Fazit: Die Suche nach einer brillanten Videospiel-Verfilmung geht weiter. Need for Speed ist perfekt für Auto-, Action- und Need-for-Speed-Fans. Wer mehr als Tempo und Testosteron erwartet, ist mit dem Ende März auf Bluray und DVD erscheinenden Rennfahrer-Film Rush – Alles für den Sieg besser bedient.

Need for Speed (USA 2014)
Regie: Scott Waugh
Drehbuch: George Gatins, John Gatins
Darsteller: Aaron Paul, Dominic Cooper, Imogen Poots
Länge: 132 Minuten
Start: 20. März 2014

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