Trauerfeier mit Familientherapie: Unser Filmtipp "Sieben verdammt lange Tage"

In "Sieben verdammt lange Tage" gehen sich die Mitglieder einer Großfamilie bei einem Trauerritual gehörig auf den Geist. Wir verraten, warum Sie davon profitieren

Mutter hat sich die Brüste machen lassen, der große Bruder kann seine Frau nicht schwängern, der kleine Bruder lässt sich von seiner doppelt so alten Therapeutin aushalten. Alles persönliche Konflikte, von denen man am besten gar nichts wissen will. Insbesondere wenn man selbst gerade erfahren hat, dass seine Ehefrau mit dem eigenen Boss fremdgeht. In der Romanverfilmung Sieben verdammt lange Tage hockt eben diese verkorkste Familie bei einem Trauerritual 1 Woche zusammen und darf genau jene und weitere Probleme ausdiskutieren. Die Folge sind jede Menge bissige Wortwechsel und schwarzhumorige Pointen.

Nach dem Tod ihres Vaters kommen die Brüder Judd (Jason Bateman), Paul (Corey Stoll) und Phillip (Adam Driver) erstmals wieder zusammen
Nach dem Tod ihres Vaters kommen die Brüder Judd (Jason Bateman), Paul (Corey Stoll) und Phillip (Adam Driver) erstmals wieder zusammen

Darum geht’s in Sieben verdammt lange Tage: Nach dem Tod ihres Vaters kommen die erwachsenen Geschwister Judd (Jason Bateman), Wendy (Tina Fey), Paul (Corey Stoll) und Phillip Altman (Adam Driver) erstmals wieder in ihrem Elternhaus zusammen. Dort offenbart ihnen ihre Mutter Hillary (Jane Fonda) den letzten Wunsch ihres Mannes: Die gesamte Familie soll eine Woche lang zu Hause ein jüdisches Trauerritual zelebrieren. Die erzwungene Auszeit mutiert schnell zur Gruppentherapie. Denn jedes Familienmitglied hat sein Päckchen zu tragen: Judd hat vergeblich versucht, auf dem Sofa einer New Yorker Bruchbude zu verarbeiten, dass seine Frau 1 Jahr mit seinem Boss fremdgegangen ist. Wendy kann den Vater ihrer Kinder eigentlich nicht mehr ausstehen, Paul schafft es nicht seine Frau zu schwängern und der chaotische Frauenheld Phillip lässt sich von seiner wohlhabenden Psychotherapeutin aushalten.

Die Geschwister Judd (Jason Bateman) und Wendy (Tina Fey) versuchen ihr Leben in den Griff zu bekommen
Die Geschwister Judd (Jason Bateman) und Wendy (Tina Fey) versuchen ihr Leben in den Griff zu bekommen

Familienkrach, der Spaß macht
Regisseur Shawn Levy setzt leider auf eine sehr konventionelle und oberflächliche Umsetzung des Erfolgsromans von Jonathan Tropper. Die Filmmusik kommt aus der gängigen Komödienschublade und auch optisch sieht alles nach Hollywood-Mainstream aus. Immerhin kann das großartige Ensemble die ansonsten eher durchschnittliche Drama-Komödie vor allzu großer Belanglosigkeit retten. Und zum Glück ist die Vorlage so gut, dass Sieben verdammt lange Tage immer noch ein sehr unterhaltsamer Film mit einigen sehr gelungenen Momenten geworden ist.

Fazit: Sieben verdammt lange Tage punktet nicht mit neuen Ideen, aber immerhin mit Sprachwitz, schwarzem Humor und einigen grandiosen Dialogen. Familienkrach, der Spaß macht.

Sieben verdammt lange Tage (USA 2014)
Regie: Shawn Levy
Drehbuch:  Jonathan Tropper
Darsteller: Jason Bateman, Tina Fey, Jane Fonda, Corey Stoll, Adam Driver
Länge: 103 Minuten
Start: 25. September 2014 

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