Betriebsausflug mit dem Horror-Boss: Unser Filmtipp "Stromberg – Der Film"

Trailer zum Film
Trailer zm Film "Stromberg - Der Film"

Deutschlands Alptraum-Chef Bernd Stromberg wurde endlich ins Kino befördert. Dort schleimt und intrigiert sich der schamlose Bürohengst noch einmal in Höchstform

Die tragenden Wände im Leben eines Mannes stehen im Büro. Behauptet zumindest Bernd Stromberg, der seit knapp 10 Jahren als Deutschlands fiktiver Alptraum-Chef durchs Fernsehen poltert. Das Büro-Ekel mit dem Klobrillenbart, gespielt vom großartigen Christoph Maria Herbst, hat es endlich ins Kino geschafft. Der Grund: Die eben erwähnten tragenden Wände drohen einzustürzen, als Stromberg Gerüchte über eine baldige Schließung seiner Firma erreichen. Also darf die selbsternannte Kreuzung aus Brad Pitt und Sankt Martin als Abschied und Abschluss der TV-Serie in Stromberg- Der Film noch einmal kräftig Kollegen vorführen, Vorgesetzte vollschleimen und jedes erdenkliche Fettnäpfchen mitnehmen. Auf einem herrlich absurden Betriebsausflug triumphiert Stromberg wieder einmal als asozialer Abgreifer, Büro-Großkotz und Fachmann fürs Fremdschämen. Stromberg - Der Film ist zwar gewohnt zotig und derb, dabei aber auch höchst unterhaltsam, selbst für Nicht-Fans. Die überraschendste Erkenntnis: Am Ende finden wir den schlimmsten Chef aller Zeiten richtig sympathisch.

Das Büro-Ekel mit dem Klobrillenbart, gespielt vom großartigen Christoph Maria Herbst, hat es endlich ins Kino geschafft
Stromberg, Büro-Ekel mit Klobrillenbart, (Christoph Maria Herbst) hat es endlich ins Kino geschafft

Darum geht’s in Stromberg – Der Film: Abteilungsleiter Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst) erfährt, dass seine Versicherungs-Vertretung abgewickelt werden soll. Stromberg: „Eine Firma ist wie eine Ehefrau. Die fickt dich, wenn du gar nicht mehr damit rechnest.“ Um sich bei den Vorgesetzen noch einmal kräftig einzuschleimen, genehmigt er sich und seiner Belegschaft einen Ausflug zum 50-jährigen Betriebsjubiläum im Stammsitz seines Arbeitgebers. Dummerweise kommt sein Erzfeind und Lieblings-Mobbing-Ziel Ernie Heisterkamp (Bjarne Mädel) dort viel besser an als er. Also macht Stromberg, was er am besten kann: die Arschgeige spielen.

Stromberg (Christoph Maria Herbst) im ewigen Duell mit seinem Lieblings- Mobbing-Ziel Ernie (Bjarne Mädel)
Stromberg (Christoph Maria Herbst) im ewigen Duell mit seinem Lieblings-Mobbing-Ziel Ernie (Bjarne Mädel)

Das Leben ist kein Ponyhof
5 Staffeln lang hat uns Selbstdarsteller Bernd Stromberg in der deutschen Version der britischen Fake-Doku-Serie „The Office“ mit ganz normalem Bürowahnsinn großartig unterhalten. Und das funktioniert auch im Kinofilm, in dem Autor Ralf Husmann und Regisseur Arne Feldhusen noch einmal das gesamte Personal der Serie auffahren, hervorragend. Einzige Neuheit: Im Vergleich mit den Entgleisungen seiner Vorgesetzten aus Stromberg – Der Film, wirkt Stromberg geradezu harmlos und wird am Schluss sogar zum echten Sympathieträger. Warum wir den Gernegroß plötzlich nett finden? Vermutlich steckt in jedem von uns ein bisschen Stromberg.

Fazit: Stromberg schafft auch im Kino die perfekte Balance zwischen Tragik und Komik – selbst wenn nicht immer alle Gags zünden. Stromberg – Der Film ist ein schöner und würdiger Abschied für Deutschlands größten Büro-Schaumschläger. Eigentlich schade, dass es vorbei ist. Aber wie Stromberg schon immer gesagt hat: Das Leben ist kein Ponyhof!

Stromberg – Der Film (Deutschland 2014)
Regie:
Arne Feldhusen
Drehbuch: Ralf Husmann
Darsteller: Christoph Maria Herbst, Bjarne Mädel, Oliver Wnuk
Länge: 100 Minuten
Start: 20. Februar 2014

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